Ein ruhiger Seetag, an dem ich den 5. Blogeintrag fertigstellen und online schalten konnte.
Da heute der letzte Seetag vor Ende dieses Reiseabschnitts war, stand die Abschiedsgala auf dem Programm. Die von uns so gefürchteten Galaessen, deren kulinarische Raffinessen nicht mit unseren einfachen Essgewohnheiten (gemischte Hausmannskost) kompatibel sind, haben etwas von ihrem Schrecken verloren. Zwar gibt es meist blutige Steaks, wo hingegen wir der Well-Done-Fraktion angehören. Aber im Lido-Buffet-Restaurant ist es kein Problem, die hinter dem Buffet stehenden Köche zu bitten, das halbrohe Fleisch noch mal in die Pfanne zu legen.
Gegen 23 Uhr wurde am Heck der ARTANIA ein Feuerwerk gezündet. Dieses war eigentlich für Silvester angeschafft worden, aber in Dubai im Hafen durfte es nicht abgebrannt werden, sodass es noch übrig war und endlich weg musste.
Willkommen in Europa. Gegen halb sieben in der Frühe machte die ARTANIA an der Pier im Norden der Insel La Réunion im Hafen von Le Port fest.
La Réunion ist ein sogenanntes französisches Übersee-Département im Indischen Ozean und gehört zur Europäischen Union. Das bedeutet, die Währung ist der Euro und man kann sein Smartphone mit einer deutschen SIM-Karte fürs Internet nutzen, weil in Europa keine Roaming-Gebühren erhoben werden dürfen.
Auszug aus dem heutigen Tagesprogramm:
Mit dem Reisepass im Gepäck fuhren wir mit dem bereitgestellten Shuttlebus die wenigen Meter zum Hafenausgang, denn Laufen im Hafengelände war verboten. Dort mussten wir unsere Reispässe vorzeigen, was bei einigen Passagieren zu Unmutsäußerungen gegenüber den kontrollierenden Beamten führte. Wieso Passkontrolle, wir seien doch schließlich in Europa? Dass Réunion rundherum eine Außengrenze zu Europa bildet, insbesondere, wenn man von dem nichteuropäischen Staat Seychellen einreist, scheint den Intellekt einiger Mitreisender zu überfordern. Stattdessen sehen sie in der Passkontrolle eine Schikane. Aber vielleicht gehören diese Leute trotzdem gleichzeitig zu der Fraktion, die eine stärkere Sicherung der europäischen Grenzen fordert?
Aber genug mit der Kritik an den Mitreisenden. Nach der Passkontrolle erwarteten uns freundliche Damen und Herren von der Touristeninformation. Hier erfuhren wir, dass, wie vor 3 Jahren, wieder ein Bustransfer in den Ort angeboten wird (der Hafen liegt einige Kilometer außerhalb), Kostenpunkt 5 € hin und zurück.
Der SIM-Karten-Verkäufer, der seinen Tisch direkt an der Gangway der ARTANIA aufgebaut hatte, machte bei der Crew sehr gute Geschäfte.
Wenn man nicht gerade an einem Strand baden möchte, gibt es auf Réunion nicht allzu viele touristische Möglichkeiten, wie etwa ein Bummel durch Le Port oder ein Besuch der Stadt St. Denis; Programmpunkte, die wir bereits absolviert hatten.
Dieses Bändchen diente als Busticket für hin und rück. Da wir in 4 Tagen wieder hier sein würden, überlegten wir, ob man durch verhaltenes Händewaschen das Bändchen vor dem Abfallen retten könnte. (Scherz!)
Wir ließen uns einfach für 5 € nach Le Port shuttlen, um einen Cache zu heben, der in einem hübschen Park versteckt lag.
Nach der erfolgreichen Schatzsuche fuhren wir zurück zum Schiff und verbrachten einen geruhsamen Nachmittag in der Kopernikus Bar, spielten Scrabble (Doris hat schon wieder mal gewonnen) und ließen es uns gut gehen.
Vorbereitungen zum Ablegen. Was der Kapitän und seine Offiziere wohl verbrochen haben, dass sie hinter Gitter müssen?
Die Klimasituation an Bord hatte sich wieder etwas entschärft, weil die Techniker das kaputte vierte Klimaaggregat erneut notdürftig flicken konnten.
Kurz vor acht Uhr machte die ARTANIA am Passagier-Terminal von Port Louis fest, um für die nächsten drei Tage hier liegen zu bleiben.
Auch hier hat die Inflation nicht halt gemacht. Kostete vor drei Jahren die Fahrt mit dem Wassertaxi vom Passagier-Terminal zur Waterfront, dem Zentrum von Port Louis, noch 2 US-$, so waren jetzt hierfür 5 US-$ zu berappen. Für die Rückfahrt galt der gleiche Tarif noch einmal.
Da wir, wie meist sonst auch, erst nach 10 Uhr von Bord gingen und die große Masse bereits schon unterwegs war, konnten wir uns in Ruhe mit dem Mann von der Tourist-Information unterhalten, der mit einer Kollegin hinter einem Tisch saß, auf dem Karten von Mauritius zum Mitnehmen bereit lagen.
Von ihm erfuhren wir, mit welchen Buslinien man wohin fahren konnte und dass es eine neue moderne Metro gäbe.
Auf die Frage nach einem Geldwechsler hatte er sofort eine Lösung parat. Er bot uns 200 Mauritius Rupies (MUR) für 5 Euro an. Als wir zustimmten verdoppelte er seine Offerte auf 400 MUR für 10 Euro.
Später bemerkten wir, dass sein Wechselkurs 20% schlechter war als der offizielle Kurs. Aber was soll’s, sehen wir die zu viel gezahlten 2 Euro doch einfach als Gebühr für die ausführliche Beratung.
Die letzte Info, die wir noch erhielten war, dass man zur Waterfront sehr gut laufen könne, es sei nicht allzu weit.
Das sahen naturgemäß die vor dem Terminal wartenden Taxifahrer etwas anders, der Weg sei sehr weit und mühsam. Außerdem sei heute ein Feiertag, da seien alle Geschäfte geschlossen und man solle doch lieber einen Ausflug mit dem Taxi unternehmen.
Nur durch ständiges Zeigen von Desinteresse durch Mimik und Gestik, stoisches Ignorieren der Offerten, aber stets bemüht nicht allzu unhöflich beim Abwimmeln dieser Angebote zu sein, die Fragen nach unserer Herkunft und wohin des Wegs wir seien nicht beantwortend, konnten wir uns schließlich auf den Weg machen, geleitet durch den Routenplaner maps.me, einer App auf dem Smartphone.
Die App führte uns auf einmal durch eine Art Gartentor auf einen Weg, der durch ein Schild als privat gekennzeichnet war. Wir liefen mutig weiter und kamen an ein kleines Holzhäuschen, in dem ein uniformierter Mann saß. Doris fragte ihn nach dem Weg zur Waterfront und erhielt die Antwort, dass wir durch die Lobby des nahen Hotels gehen sollten, um uns mit einem kostenlosen hoteleigenen Wassertaxi übersetzen zu lassen. Wir befanden uns auf einem Hotelgelände.
Also marschierten wir erhobenen Hauptes durch die Lobby des Vier-Sterne-Hotels „Le Suffren“, vorbei an der Rezeption zum Anleger des Wassertaxis, das uns über einen schmalen, aber langen Seitenarm des weitläufigen Hafengebiets brachte. Dadurch hatten wir einen erheblichen Teil unseres Wegs gespart.
Per Zufall trafen wir nach kurzer Wegstrecke auf die Metrostation „Port Louis Victoria“.
Das veranlasste uns zu einer Probefahrt, zwar nur eine Station weiter zum „Place d’Armes“ (70 MUR für uns beide = 1,50 €), aber wieder ein paar Meter Fußweg gespart und Know-How in Sachen Ticketkauf erworben. Man kauft am Bahnsteig am Automaten ein Ticket, das einen QR-Code hat. Der muss am Eingang zum Bahnsteig gescannt werden, um das Ticket für die Fahrt freizuschalten (sog. „Tap on“). Nach Fahrtende ist das Ticket erneut zu scannen (sog. Tap off). Wird man ohne gültiges Ticket erwischt, drohen hohe Geldstrafen und bis zu zwei Jahren Gefängnis. Das wollten wir möglichst vermeiden.
Während die Station „Port Louis Victoria“ sich im modernen mondänen Teil der Waterfront befindet, liegt der „Place d’Armes“ ein paar hundert Meter weiter im eigentlichen Zentrum. Hier herrscht eher ein morbider Charme, es ist quirlig, durcheinander, chaotisch, exotisch, aber auch teilweise schmuddelig.
In der Tat waren viele Geschäfte geschlossen, aber genau so viele waren offen.
Auch hier erhielten wir wieder viele Angebote zwecks Ausflug per Taxi. Wir wollten aber nicht Taxi fahren, sondern noch etwas Geld wechseln, was insofern etwas problematisch war, weil die Wechselstuben geschlossen hatten. Aber kein Problem für den Taxifahrer, dem wir unser Vorhaben darlegten statt eine Fahrt mit ihm zu vereinbaren; er kannte einen Ladenbesitzer, der hier auf der Straße stand, um lautstark Kunden in sein Souvenirgeschäft zu locken und der würde auch wechseln. Er rief ihn trotz unserer Skepsis herbei. Mit gemischten Gefühlen folgten wir ihm in seinen Laden, unsere Skepsis war jedoch unbegründet. Der Wechselkurs von 1 € = 47 MUR war in Ordnung
In einer kleinen Straße hatten mehrere Obsthändler ihre Stände aufgebaut und wir erstanden 4 Apfelsinen für umgerechnet einen Euro. Wie sich später herausstellte, war das ein sehr guter Kauf, denn sie schmeckten hervorragend.
Zurück zum Schiff wählten wir anstatt Schusters Rappen aus Bequemlichkeit lieber das Wassertaxi. So vollkommen durchgeschwitzt und ein wenig kaputt treten wirtschaftliche Überlegungen, derart, dass wir durch Laufen 10 Dollar sparen könnten, bei uns vollkommen in den Hintergrund. Denn fünf Minuten Bootfahren ist weitaus weniger anstrengend als 20 – 30 Minuten in der Hitze zu laufen.
Am heutigen Tag fand wieder ein Passagierwechsel statt, denn die Etappe Colombo – Mauritius war zu Ende und der Abschnitt Mauritius – Kapstadt begann.
Für heute hatten wir einen Plan. Fahrt mit der Metro in den Süden nach Curepipe. Das Ziel dort: der erloschene Vulkankrater „Trou aux Cerfs“, der im Netz als lohnendes Ziel beschrieben wird. Zufällig ist dort auch noch ein Cache zu finden.
Da erwartungsgemäß in Curepipe einiges an Laufarbeit zu bewältigen war, wählten wir die schonendere Variante, um an die Waterfront zu gelangen, nämlich das Wassertaxi. Die Anlegestelle des Wassertaxis lag nicht im mondänen Teil der Waterfront, sondern in dem älteren, nicht so mondänen Teil. Von hier waren es nur wenige Schritte zur Metro-Station „Place d’Armes“.
Der Fahrpreis für die einfache Fahrt betrug 110 MUR für uns beide zusammen, das sind etwas mehr als 2 Euro. Dafür befuhren wir die 25 Kilometer lange Strecke von der nördlichen Endstation (Place d’ Armes) bis zur südlichen Endhaltestelle (Curepipe Central).
Die Bahn ist modern, bis auf die unbequemen Hartschalensitze, die nach spätestens 10 Minuten Fahrt Popoweh verursachten und die Fahrt dauerte immerhin fast eine Stunde.
Die Stadt Curepipe (85.000 Einwohner) wirkt etwas trist, das betrifft zumindest die zwei Kilometer, die wir von der Metrostation bis zum Krater beschritten.
Das Wetter war uns zum Teil gnädig gesinnt, sprich es war bewölkt. Auch ab und zu ein bisschen Nieselregen war nicht schlimm. Dann ging der Nieselregen aber in richtigen Regen über, nicht besonders doll, aber trotzdem war Schirm aus dem Rucksack holen und aufspannen angesagt. Zwei Minuten später war der Spuk allerdings schon wieder vorbei. Dieses Schirm-auf-Schirm-zu-Spiel spielten wir ein paarmal bis wir den Krater erreichten.
Den 85 Meter tiefen Krater mit seinen 200 Meter Durchmesser darf man sich allerdings nicht klassisch als Basalt- oder Lava-Loch vorstellen, vielmehr sind die Kraterwände bewaldet.
Der Vulkan gilt nicht als erloschen, sondern nur als schlafend, es steigen aber keine Schwefeldämpfe auf und es brodelt auch nichts, schließlich hat er die letzten 2 Millionen Jahre Ruhe gegeben. Hier ist vielmehr ein Naherholungsgebiet, das auch einheimische Bewohner zum Spazierengehen einlädt.
Ein asphaltierter Rundweg (ca. 1,2 Kilometer) führte am Kraterrand entlang. Von hier konnten wir nicht nur einen Blick in den Krater werfen, sondern den Blick auch über die Stadt und die Umgebung schweifen lassen.
Mit der Metro ging es wieder zurück nach Port Louis. Auf das Schiff zu kommen gestaltete sich etwas schwieriger. Am Anleger für das Wassertaxi zur ARTANIA lag zwar ein entsprechendes Gefährt, aber der Fährmann machte uns klar, dass er erst losfahren wird, wenn 10 Personen zusammengekommen sind oder wenn wir 50 Dollar löhnen würden. Zwei weiteren Artaniern, die hinzukamen, erzählte er das Gleiche. Diese beschlossen dann lieber zu laufen, was für uns mit unseren wehen Füße nicht wirklich eine Option war.
In der Nähe stand zum Glück ein wartendes Taxi, dass sich bereiterklärte uns auf dem Landweg für 10 Dollar zur ARTANIA zu bringen. Als wir zustimmend einstiegen, sprach der Fahrer, dass es 10 Dollar pro Person kosten würde. In der Tat hatten wir vergessen, uns zu vergewissern, das der genannte Preis der Gesamtpreis ist (Anfängerfehler!). Der Fahrer lachte herzlich, als wir empört wieder aussteigen wollten und versicherte uns, dass er nur einen Joke gemacht hätte.
Er lieferte uns zuverlässig an der ARTANIA ab. Hierfür musste er aber erst noch eine heftige Diskussion mit der Security am Tor zum Gelände vom Passagierterminal führen, damit er dort durchfahren durfte.
Da es mittlerweile 16:30 Uhr war und somit sowohl die Zeit für das Mittagessen als auch die Kaffeestunde vorbei war, freuten wir uns auf einen Cheeseburger, den man sich über den Zimmerservice bestellen kann, entweder in die Kabine oder auch in eine der Bars. Die Bestellung erfolgt immer über die Rezeption.
Die telefonische Bestellung scheiterte allerdings jäh, da der Roomservice zurzeit eingestellt sei, wie uns der Rezeptionist erklärte. Aber er versuchte uns zu trösten, dass es ja bereits um 18:00 Uhr Abendessen in den Restaurants gäbe, was wir allerdings mehr als Hohn empfanden als einen gutgemeinten Ratschlag, schließlich waren uns die Essenszeiten mittlerweile durchaus bekannt.
Unsere Frage, warum der Service eingestellt war, konnte oder wollte er nicht beantworten. Da wir aber auf einer Erklärung bestanden, versprach er, sich zu erkundigen und wollte uns in „ein paar“ Minuten zurückrufen. Der Rückruf ist bis heute nicht erfolgt. Ein erneutes Telefonat brachte kein Ergebnis, weder warum kein Rückruf erfolgte, noch aus welchem Grund ist man uns hungern lässt. Zumindest erhielten wir jetzt die Information, dass ab 18:00 Uhr der Roomservice wieder aufgenommen würde.
Um halb sieben konnten wir endlich unsere Cheeseburger in Harry’s Bar genießen.
Für heute standen keine größeren Aktivitäten auf dem Programm. Bequem, wie wir geworden waren, fuhren wir mit dem Wassertaxi an die Waterfront und bummelten mehr oder weniger ziellos durch die Straßen; jedoch nicht ganz ziellos, denn wir wollten uns noch mit etwas Obst eindecken.
Die Aufzeichung der Garmin-Smart-Watch von Doris zeigt, dass wir keinem strukturiertem Routenplan gefolgt waren.
Nachdem wir von dem lokalen Flair genügend aufgenommen hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg.
Da es bereits die hohe Zeit für das Mittagessen war, mangelte es auch nicht an genügenden Passagieren für das Wassertaxi, sodass der Fährmann keine Probleme hatte, die Fahrt durchzuführen. Wir hatten mit ihm geklärt, dass wir in einheimischer Währung zahlen durften, was er auch problemlos akzeptierte, denn seine Wechselkurse waren sehr einfach und ohne viele Kommastellen:
5 Dollar = 5 Euro = 500 MUR.
Um 18:00 Uhr fand wieder die obligatorische Rettungsübung für alle Passagiere statt.
Um 21:00 Uhr hieß es wieder „Leinen los“. Die „Große Winterreise rund um Afrika“ startete ihre nächste Etappe.
Heute war für uns virtueller Seetag, das heißt, wir gingen nicht an Land, schließlich waren wir hier erst vor 4 Tagen.
Wie schon auf der letzten Etappe war das Schiff mit etwas über 1000 Passagieren knallevoll. Aber an Tagen mit Landgang gehen die meisten Passagiere von Bord, das Schiff ist relativ leer, sodass man sich fast wie auf einer Privatyacht fühlen kann.
Der heutige Seetag wurde genutzt, um die Begrüßungsgala zu zelebrieren. Also Sektempfang in der Atlantik Show Lounge mit Vorstellung der Reiseleitung, der Offiziere und des Chefkochs.
Die Klimaanlage blieb nach wie vor unser Sorgenkind. Zwar hatte die Gesamtanlage genügend Power, um ordentlich zu kühlen, aber bei uns in der Kabine funktioniert die Regelung nicht richtig. Der Temperaturunterschied zwischen der Stellung „Max“ und der Stellung „Min“ des Drehreglers beträgt ein knappes Grad Celsius und zum Erreichen dieses Unterschieds benötigt das Gebläse in der Kabinendecke viele Stunden.
Also mussten wir mal wieder an der Rezeption anrufen und versuchten mit einfachen aber klaren Worten, das Problem zu artikulieren. Wie immer versprach man Abhilfe.
Es gelang auch organisatorisch, dass Techniker und wir in der Kabine zusammentrafen. Solch ein Ansinnen hatte uns der Rezeptionist vor einigen Tagen verweigert, sodass das unvermeidliche "Stille-Post-Phänomen" zuschlug, denn was wir sagten und was dem Techniker übermittelt wurde, war nicht das Gleiche.
So konnten wir dem Techniker auf englisch das Problem noch einmal schildern und hatten auch zusätzlich schriftlich die Problembeschreibung von deepl.com aus dem Deutschen ins Englische übersetzen lassen und dem Techniker zum Lesen gegeben.
Er nickte und schraubte fleißig, sowohl im Innenleben des Reglers als auch im Innenleben des Gebläses. Dann hatte er sein Werk beendet und bat mich, meine Hand unter das Gebläse zu halten, ob die Temperatur so OK sei.
Ich gab’s auf!
Wir müssen uns wohl damit zufrieden geben, dass der mögliche Regelbereich nun zwischen 22,8° und 23,6° liegt.
Dahingegen liest sich die Beschreibung der Klimaanlage in unseren Reiseunterlagen wie Hohn.
Die Temperatur in Ihrer Kabine können Sie individuell auf die gewünschte Höhe einstellen. Bitte beachten Sie, das bereits eine geringfügige Drehung des Thermostats eine erhebliche Temperaturänderung bewirkt.
Wobei ich den Begriff erhebliche Temperaturänderung in dem Bereich der Märchen und Sagen vermute. Oder ist das Comedy mit einem Schuss Realsatire?
Es gelang mir nicht den Namen des heutigen Reiseziels fehlerfrei auswendig auszusprechen oder ohne im Tagesprogramm nachzusehen, aufzuschreiben.
Antsiranana ist eine Stadt mit 100.000 Einwohnern an der Nordspitze der Insel Madagaskar.
Über das Internet hatten wir im Voraus eine Tour gebucht, zusammen mit dem Ehepaar und der Bekannten, mit denen wir schon bootsmäßig in Khasab im Oman eine Fahrt unternommen haben.
Für die Tour hatte ein Patrick Amidany in der Facebookgruppe „Die große Winterreise rund um Afrika mit MS ARTANIA 2022/2023“ geworben. Sein Angebot: Fahrt zu den 60 Kilometer entfernten „Roten Tsingy“ und zum Strand von Ramena in einem klimatisierten 9-Sitzer, ein Mittagessen inklusive. Teilnehmerzahl mindesten vier maximal sechs Personen. Preis: 75€/Person.
Ich ließ mir vorher noch zusichern, dass jeder Teilnehmer auch einen Fensterplatz hat, nicht dass man drei Personen auf einer Sitzreihe platziert (wie wir das immer wieder bei den Phoenix-Ausflügen beobachten konnten). Außerdem wurde uns ein deutschsprachiger Tourenführer zugesagt.
Als wir, das muntere 5er-Grüppchen - bestehend aus dem Ehepaar Marianne und Walter, deren Freundin Elfi und uns beiden - gegen halb zehn von Bord gingen, trafen wir gleich hinter dem Hafenausgang problemlos auf Patrick und den Tourguide. Sie hielten ein Blatt mit der Aufschrift „EBBE“ hoch, an denen wir sie erkennen sollten. Ob „EBBE“ ein Codewort war oder was es sonst damit auf sich hatte, vergaßen wir leider nachzufragen.
Nach der Begrüßung eröffnete uns Patrick, dass wir ein anderes Fahrzeug bekämen, eines mit einem stärkeren Motor. Ich dachte mir schon nichts Gutes dabei. Außerdem müssen wir noch kurz die 200 Meter zum Fahrzeug zu Fuß zurücklegen. Er könne nicht bis zum Hafeneingang vorfahren, das würde die Polizei nicht gestatten. (Wieso dort aber dutzende Taxis, SUVs und Mini-Vans auf Kundschaft heischten durften, aber Patrick nicht, blieb offen.) Die optimistische Streckenangabe von 200 Meter zog sich mehr und mehr wie Kaugummi und als es dann noch recht steil bergauf ging und die Sonne darauf keinerlei Rücksicht nahm, platzte Doris die Hutschnur, schließlich war vereinbart „Abholung am Schiff“. Patrick organisierte darauf zwei Tuk-Tuks, die uns zu unserem Fahrzeug brachten. Dort der nächste Schock. Fas Fahrzeug war viel zu klein für uns. Die Frage, warum nicht das zugesicherte Fahrzeug zur Verfügung stand, wurde wortreich erklärt, ohne dass wir die Semantik entschlüsseln konnten. Die Aufteilung war jedenfalls wie folgt vorgesehen: Fahrer und Walter nach vorne, Elfi, Doris und ich nebeneinander im Font des Wagens und Marianne und der Guide auf den Notsitzen vor der Heckklappe. Marianne hätte am meisten leiden müssen, denn ihre Knie hingen kurz unter ihrer Nase.
Wir machten Patrick klar, dass wir unter diesen Umständen die Tour canceln.
Aber Patrick hatte sofort eine Lösung. Er zauberte einen zweiten SUV mit Fahrer herbei, in dem Doris ich und der Guide fahren sollten und im anderen Fahrzeug konnten Marianne, Walter, Elfi und der Fahrer genügend Platz finden. Den Guide müssten wir uns insofern teilen, da er später den anderen Dreien zugeteilt werden sollte. Er würde dann auf einem der besagten Notsitze untergebracht werden.
Damit waren wir dann (notgedrungen) einverstanden.
So konnten wir im Mini-Konvoi losfahren, Patrick blieb zurück, er wurde auch nicht mehr gebraucht. Dass unser Fahrzeug keine Klimaanlage hatte, konnte uns schon fast nicht mehr erschüttern.
Aber jetzt erst mal zu der Erklärung, was die roten Tsingy (Tsingy rouge) eigentlich sind.
Die roten Tsingy befinden sich im Nordwesten der Insel.
Sie bestehen aus Sandstein. Die rötliche Farbe erhält diese Formation aus hunderten Spitzen von der roten eisenhaltigen Laterit-Erde, die so typisch für Madagaskar ist. Die Tsingy rouge befinden sich in einer Schlucht, in der durch Erosion immer mehr Tsingy zum Vorschein kommen, aber auch immer wieder Tsingy durch Wind und Wassererosion verschwinden. So verändert sich diese Formation immer wieder und macht sie besonders interessant.
Die Spitzen der Tsingy rouge sind bis zu 10 Meter hoch und leuchten in den verschiedensten Rottönen. Sie können die Tsingy sowohl von oben betrachten – also vom Rand der Schlucht aus, als auch in die Schlucht herabsteigen und die Sandsteinspitzen so aus der Nähe betrachten. Es ist faszinierend zu sehen, wie die verschiedenen Sandschichten gefärbt sind und durch die Erosion zum Vorschein gekommen sind. Die Tsingy rouge wurden durch Erdrutsche erst Mitte des 20. Jahrhunderts freigelegt.
Das Wort tsingy ist in der madagassischen Sprache beheimatet. Das Wort kann wörtlich mit "wo man nicht barfuß gehen kann" übersetzt werden.
Die Fahrt zu den roten Tsingy war allein schon ein Abenteuer. Kurz nachdem wir Antsiranana hinter uns gelassen haben, wandelte sich die Asphaltstraße in eine Schotterpiste. Manchmal gelang es dem Fahrer, den reichlich vorhandenen Schlaglöchern auszuweichen, aber manchmal auch nicht.
Nach zweieinhalbstündiger Fahrt erreichten wir, gut durchgeschüttelt, die ersten roten Formationen und konnten Fotos schießen.
Nach einer weiteren kurzen Fahrt erreichten wir die oben beschriebene Schlucht.
Mutig traten wir den Abstieg an, denn unser Guide machte uns schmackhaft, dass man dort die Sandsteinspitzen auch anfassen könne – aber bitte vorsichtig und nicht die Spitzen abbrechen.
Sowohl Ab- als auch später der Aufstieg in dem unwegsamen Gelände klappten problemlos.
Unser Guide konnte uns Einiges in verständlichem Deutsch über die Entstehung der kristallartigen Spitzen erzählen
Auf der Rückfahrt wechselte der Guide ins Fahrzeug von Marianne, Walter und Elfi.
In den Flschen stecken kleingeschnitte Früchte, manche zusätzlich mit Chilly, das Ganze aufgefüllt mit Wasser. Wir haben eine Flasche gekauft, es roch auch äußerst verlockend. Jedoch probiert haben wir davon nichts. Unser Guide hatte uns ja bereits erklärt, dass das Trinkwasser aus einem Fluss geschöpft und abgekocht wird. Aber so ganz haben wir der Sache dann doch nicht getraut.
Wenn man die einfachen Holz und Wellblechhütten entlang der Schotterpiste sah, wurde klar, wir arm der größte Teil der Bevölkerung ist und ohne jeglichen Komfort lebt. Es gibt kein fließendes Wasser und keine Stromversorgung. Einige Hütten haben mittlerweile wenigstens Solarpanels auf dem Dach.
Auf der Straße sehen wir viele Menschen, die die vielen Kilometer zwischen den einzelnen Siedlungen in der brütenden Hitze zu Fuß (oft barfuß) zurücklegen.
Das Ziel lautete jetzt „Strand von Ramena“, um dort unser Mittagessen einzunehmen.
Als wir die Gegend von Ramena erreichten, wurden die Straßen plötzlich besser bis sehr gut. Anscheinend gibt es hier auch etwas Tourismus. Um halb vier war es dann Zeit fürs Mittagessen in einem kleinen Strandrestaurant.
Es wurde fürstlich aufgetischt. Lobster, Calamari, einen am Stück gegrillten King Fisch , Pommes und Reis.
Jetzt war das nicht das, was Doris und ich gerne essen, aber davon abgesehen, war alles sorgfälltig und liebevoll zubereitet und serviert - eine Augenweide und ein lohnendes Motiv für die Fotofreunde.
Unsere beiden Lobster fanden dankbare Abnehmer. Wir begnügten uns mit Pommes und etwas vom King Fisch, der ein schönes festes Fleisch hatte. Und wir hatte viel Freude daran, wie es unseren Tourkollegen geschmeckt hat.
Als Krönung gab es zum Nachtisch eine Platte mit kunstvoll aufgeschnittenen, saftig reifen Mangos, bei deren Vertilgung Doris und ich wieder kräftig mitmischten.
(Da kann sich die spartanische Obstauswahl von Phoenix eine Scheibe abschneiden.)
Leider war keine Zeit mehr - zumindest mal mit den Füßen - ein wenig durchs Wasser zu waten, denn auf dem letzten Drücker im Hafen ankommen mochten wir nicht und verpassen wollten wir das Schiff schon gar nicht. Also lieferten uns unsere Fahrer um halb sechs, eine Stunde vor der geplanten Abfahrt, wieder am Hafen ab, diesmal direkt am Eingang.
Die Tour war wirklich klasse und ließ uns den anfänglichen Ärger fast restlos vergessen. Nachdem die Fahrer und der Guide ihr Trinkgeld erhalten hatten (der Guide noch zusätzlich eine Phoenix-Tasche), verabschiedeten wir uns und gingen an Bord.
Wir hätten bequem noch mehr als eine Stunde zusätzlich am Strand verbringen können, da ein Geländewagen im Rahmen eines Phoenixausflugs erst mit zweistündiger Verspätung an der ARTANIA ankam. Wir legten deshalb erst um 20:30 Uhr ab statt wie ursprünglich geplant um 19:00 Uhr.
Wären wir allerdings 2 Stunden zu spät gewesen, aber alle Phoenixausflüge pünktlich, hätte der Dampfer nicht auf uns gewartet.
Ganz viele Menschen warteten geduldig am Denkmal des portugiesischen Entdeckers Diego Suarez, um das Auslaufen der ARTANIA mitzuerleben.
Durch die gestrige Verspätung kamen wir heute erst um 8:30 Uhr statt um 7:30 Uhr, wie geplant, an.
Das wäre für uns eigentlich bedeutungslos gewesen, wenn wir nicht auf Reede gelegen hätten.
Da immer erst die Phoenix-Ausflügler getendert werden, sollten wir uns bis 11:00 gedulden. Um 11:00 waren wir trotzdem noch nicht an der Reihe, weil immer noch Ausflügler übrig waren, die die höhere Priorität genossen.
Es entstand eine kleine Diskussion mit der Reiseleitung, warum nicht zwischendurch mal für die „Freigänger“ ein oder 2 Tenderboot bereitgestellt würden.
Entsetzen bei Phoenix über solches Ansinnen: „Sollen wir etwa die Ausflüge deswegen verkürzen?“
Ja, warum denn nicht! Ein Slot mit zwei Booten zwischendurch würde die Gesamtheit der Ausflügler eine gute halbe Stunde kosten, das bedeutete bei angenommenen 5 verschiedenen Ausflügen nach dieser Zwischenrunde für die Freigänger eine notwendige Verkürzung von 5-10 Minuten pro Ausflug bzw. wäre eine Verkürzung gar nicht notwendig, wenn es möglich ist, die Rückkehr etwas später anzusetzen.
Phoenix müsste nur wollen, aber die wollen nicht! ☹
So waren wir erst gegen 12:00 Uhr an Land.
Von der Tenderpier bis weit hinter dem Hafenausgang war der Bär los.
Waren es 50 oder waren es sogar noch mehr Tourenanbieter, Taxis, Tuk-Tuks? Von denen natürlich kein Einziger unser „Nein“ akzeptierte. Dazwischen noch die fliegenden Souvenirverkäufer, die ebenfalls um die Gunst der Passagiere buhlten.
Unser Plan war, diesen Trubel hinter uns zu lassen und dann einen Tuk-Tuk-Fahrer zu engagieren, der uns ein wenig rumfahren sollte.
So ein einsames Tuk-Tuk wurde schnell gefunden, nur der Fahrer sprach kein Wort Englisch. Wie aus dem Nichts tauchte ein junger Mann auf und dolmetschte Englisch – Malagasy und Malagasy – Englisch.
Eigentlich hätten wir schon hellhörig werden müssen, als der Fahrer seine wahrscheinlich einzigen englischen Worte herausbrachte: „Ten Dollar“ und der junge Mann sofort mit dem Fahrer schimpfte. Wir dachten, dass der junge Mann 10 Dollar als zu hoch erachtete und sicherlich 5 Dollar für die ausgehandelte kurze Strecke zum Markt genügen würde. Aber der junge Schnösel wollte auf 20 Dollar erhöhen. Es blieb auf Grund unseres Protestes bei den 10 Dollar, wohl wissend, dass wir irgendwo das 2-10-fache des einheimischen Preises zu zahlen bereit waren. Aber wir gönnten es dem Fahrer, trotz oder auch wegen seiner mangelnden Sprachkenntnisse, mal einen dicken Fisch an Land zu ziehen.
Was uns allerdings bewog, dem jungen Schnösel für sein Dolmetschen freiwillig einen Dollar zu geben, kann nur der direkten Sonneneinstrahlung geschuldet sein. Dieser Drecksack kassierte nämlich trotz unseres Obolus zusätzlich den Fahrer ab, der ihm diskret einige lokale Scheine übergab. Als wir ihn rüde aufforderten, dem Fahrer sofort das Geld zurückzugeben, rannte er ein Stück davon und lachte uns hämisch aus. Uns bleib nur übrig, ihm mit Gesten zu drohen „Wir kriegen Dich“ und ihm den gestreckten Mittelfinger zu zeigen, weil uns Arschloch auf Malagasy gerade nicht einfiel.
Der Tuk-Tuk-Fahrer fuhr uns zur gut einem Kilometer entfernten Markthalle.
Großflächig um die Halle und in den Straßen und Gassen in unmittelbarer Nähe gab es hunderte von kleinen Geschäften und Verkaufsständen. Verkauft wurde alles, egal ob gebraucht oder neu.
Die Holzspäne zum Feuer anmachen werden am Straßenrand von Frauen und Kindern aus alten Brettern mit Hilfe von scharfen Messern hergestellt.
Erschüttert hatte mich der Anblick eines Mannes, der direkt aus einem Abfallcontainer vor der Markthalle nach Essensresten suchte und diese sofort aß. So fand er etwas Reis, den er sich direkt in den Mund stopfte. Ich gab ihm einen Dollar, worüber er sich freute, aber ich fragte mich später, warum ich so knickrig war, ihm nicht fünf oder zehn Dollar zu geben. Sicher kann man nicht allen und jedem helfen und man muss auch irgendwie mit seiner Kohle haushalten, aber ab und zu mal punktuell über seinen Schatten zu springen, kann ja so verkehrt nicht sein.
Seit wir geankert hatten, fuhren kleine hölzerne Ruderboote an der Breitseite der ARTANIA hin und her und schienen Obst, Fisch und Souvenirs feil zu bieten. Mit wem sie auf diese Art und Weise Geschäfte machen wollten, war uns unklar. Wir oben an der Reling, sie unten in den Booten, ein Austausch von Geld und Ware war unmöglich. Das Geschäftsmodel war ein anderes.
Als wir nämlich am Nachmittag zurück kamen, umschwirrten immer noch drei Schiffchen die ARTANIA. Man sah, dass sie schon einige der türkisen Phoenixtaschen ergattern konnten. Irgendwann wurde uns klar, dass das Hauptanliegen war, von den Gästen die mit dem Tender zurückkamen irgendetwas zu bekommen (Taschen, Schokolade, gebrauchte T-Shirts, egal was). Mit der Crew hingegen, die an der Tenderplattform Dienst hatte, wurde getauscht, wobei sich die Verhandlungen ohne zu übertreiben über Stunden hinzogen. Beide Parteien hatten Zeit und Geduld. Gegen Sandwiches, Kosmetikartikel, gebrauchte Halbschuhe wechselten Holzfiguren ihren Besitzer. Als sich die Abfahrtszeit der ARTANIA näherte, stieg der Wert der Phoenixtaschen rapide an. Zum Schluss erhielt einer unserer weißbekleideten Offiziere für eine Tasche sage und schreibe drei hölzerne Schildkröten.
Heute Abend sollte in der Kopernikus Bar mit einem Barbecue das Bergfest gefeiert werden; die Hälfte der Reise ist nämlich schon um.
Das anstehende Bergfest war auch der Grund, dass wir in unserer Kabine auf dem Bett einen großen, schwarzen, schweren, hölzernen Elefanten vorfanden, eine Gabe von Phoenix an die Gäste, die die gesamte Reise mitmachen. Wie wir das Ungetüm nach Hause bringen sollen und vor allem, wo wir es dort platzieren könnten, darüber hat sich Phoenix natürlich keinerlei Gedanken gemacht.
Gut, dass wir nicht noch weitere Holzfiguren gegen Phoenixtaschen eingetauscht haben. Obwohl, solche Taschen haben wir jede Menge. Denn zu Beginn jeder neuen Etappe bekommen wir zwei neue in die Kabine geliefert.
Wir werden weiterhin die Taschen als Zugabe zum Trinkgeld für Tuk-Tuk-Fahrer und ähnlichen Dienstleistern geben.
Die Inselgruppe Mayotte gehört, wie auch Reunion, zu den französische Überseegebieten, wir sind also wieder in Europa. Wir erreichten um 7:00 Uhr unseren Ankerplatz. Um 14:00 Uhr sollte der Anker wieder gelichtet werden. Ein Aufenthalt von nur einem halben Tag, wenn getendert werden muss, ist meiner Meinung nach nicht der Weisheit letzter Schluss. Für die Passagiere, die als letzte an Land gebracht werden (das kann durchaus 11:30 Uhr werden), bleibt nicht mehr viel Zeit für Unternehmungen (letzter Tender zurück: 13:30 Uhr).
Für heute wurden keine Ausflüge angeboten, das Tendern sollte deckweise erfolgen, der erste Tender war für 8:15 Uhr vorgesehen.
Um viertel vor acht erfolgte eine Durchsage, dass das Ankern schwierig sei. Wegen starkem Wind und lockerem Meeresgrund kommt es zu Schiffsbewegungen, die das Tendern erschweren. Auch Regen und schlechte Sicht seien Problemfaktoren.
Wir wissen, eine solche Durchsage bedeutet, dass es heute keinen Landgang geben wird, auch wenn die endgültige offizielle Absage noch nicht erfolgt war.
Die Absage kam eine gute halbe Stunde später.
Jetzt wäre unser Kapitän gerne gleich wieder losgefahren, Richtung Mombasa/Kenia, denn dann könnte er die Strecke etwas langsamer angehen und Sprit sparen.
Leider war kein Lotse verfügbar und die Bitte des Kapitäns, den Ankerplatz ohne Lotse verlassen zu dürfen, wurde von den Behörden abgelehnt (Lotse = Einnahme).
10:41 Uhr (Steuerbordseite): Es klart auf, aber jetzt noch anfangen zu tendern würde auch nicht mehr lohnen.
10:44 Uhr (Backbordseite): Eine gute Mobilfunkverbindung und keine Roamingkosten. Das wird gerne genutzt für einen Trip ins World-Wide-Web.
Also blieben wir bis 14:00 Uhr auf Reede liegen, bevor wir Kurs auf Mombasa nehmen konnten.
Das einzig noch Erwähnenswerte wäre das Saftgulasch zum Mittagessen, da haben die Köche sehr gute Arbeit geleistet.
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