18. Reisetag – Freitag, 30.12.2022 – Fujairah/Vereinigte Arabische Emirate
Fujairah ist die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats, eines der sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate.
Im heutigen Tagesprogramm war Folgerndes zu lesen:
SHUTTLE-SERVICE IN FUJAIRAH
Da das Laufen im Hafen nicht erlaubt ist, verkehren ab 08.30 Uhr Shuttlebusse vom Schiff zum Einkaufszentrum, weiter ins Stadtzentrum und wieder zurück (ca. alle 30 Minuten).
Auch wir wollten diesen Service nutzen und warteten gegen 10:30 auf den Bus.
Dieser kam irgendwann und brachte auch schon wieder schimpfende Phoenix-Reisende zurück. Der Ärger kam deswegen auf, weil der Bus nicht ins Stadtzentrum verkehrte, sondern lediglich zu einer Shopping-Mall außerhalb der Stadt. Diese Diskrepanz zwischen Plan und Wirklichkeit klärte unser Kreuzfahrtdirektor später auf und entschuldigte sich dafür. Der Name der Shopping-Mall lautete schlicht und ergreifend „City Center“, wodurch Phoenix sich verleiten ließ, das mit Stadtzentrum gleichzusetzen.
Trotz des Wissens, in der Pampa ausgesetzt zu werden, ließen wir uns widerstandslos shuttlen. Mal kurz in die Geschäfte reinschauen und wieder zurückfahren war immerhin ein Plan, wenn auch kein sehr ausgeklügelter.
An der Mall angekommen schauten wir auf gut Glück in unsere Geo-Cache-App, ob vielleicht in der Nähe ein „Schatz“ zu heben sei. Und siehe da, in ca. 2 Kilometer (Luftlinie) war ein Cache versteckt. Mangels Internet mussten wir nach Sicht laufen, da ohne Internet das Routing für Fußgänger bei Google-Maps nicht funktioniert.
Die ersten 500 Meter konnten wir querfeldein laufen, bis wir an eine stark befahrene 6-spurige Straße kamen.
Ein richtiger Fußweg neben der Straße war das nicht, auf dem wir nun weiter marschierten, aber wir wollen mal nicht nörgeln. Das Ziel unserer kleinen Wanderung war schon bald gut sichtbar, nämlich eine ca. 70 Meter hohe Hügelkette auf der 7 Wachtürmchen thronten.
Deswegen war es wenig verwunderlich, dass der Name des zu findenden Caches „7 Summits of Fujairah“ hieß (7 Gipfel von Fujairah). In der Beschreibung und Erläuterung zu dem zu findenden Cache war zu lesen, dass jeder der Türme eines der sieben Emirate symbolisiert. Man sieht: Reisen und Cachen bildet!
Das Problem war jetzt nur, dass sich die Hügelkette mit den Türmen auf der anderen Seite der 6-spurigen Schnellstraße befand, mit einer mehr als hüfthohen Leitplanke in der Mitte. Die nächste Fußgängerampel war mehr als ein Kilometer weit weg.
Zum Glück floss der Verkehr nicht stetig wie bei uns auf einer Autobahn, sondern die Fahrzeuge kamen pulkweise, wahrscheinlich durch die links und rechts weit weg befindlichen Ampeln bedingt.
So gelang es Spur 1-3 zu überqueren, über die Leitplanke zu klettern, und auch Spur 4-6 unbeschadet zu queren.
Um jetzt noch die 71 Meter (diesen genauen Wert verriet uns ebenfalls die Cache-Beschreibung) zu bewältigen, gab es zwei Möglichkeiten.
In gerader Linie auf Stufen ohne Geländer von unten nach oben zu steigen
oder die längere, aber bequemer Version über einen Serpentinenfußweg den Höhenunterschied zu bewältigen. Wir entschieden uns sehr schnell für die Serpentinen.

So sieht ein "Cache" aus - eine Dose oder wie hier ein Röhrchen.
Darin befindet sich ein kleines Logbuch, in das man sich als Finder einträgt. Außerdem bestätigt man noch den Fund im Internet über die bereits erwähnte Geo-Cache-App.
Hier in diesem speziellen Fall kam erschwerend hinzu, dass das Röhrchen mit einem Zahlenschloss verschlossen war. Um an die richtige Kombination für das Schloss zu kommen, mussten noch 2 Rätsel gelöst werden.
Lange Rede kurzer Sinn: Wir fanden das Versteck, obwohl die angegebenen Koordinaten sehr ungenau waren (20 Meter vom eigentlichen Ziel entfernt).
Den Rückweg zur Mall wählten wir etwas geschickter, sodass Kletterpartien über Leitplanken durch Ampelüberquerungen ersetzt werden konnten.
In der(uninteressanten) Mall tranken wir bei Starbucks noch einen Kaffee, denn unser Bus war uns gerade vor der Nase an der Haltestelle abgefahren.
Nach dem Kaffeegenuss fanden wir ein schattiges Plätzchen, etwas abseits von der Haltestelle, um auf den nächsten Shuttle zu warten. Nur durch Zufall sahen wir, dass Mitglieder der ARTANIA-Crew, die an der Haltestelle ebenfalls auf den Shuttle warteten, sich plötzlich eilenden Schrittes fortbewegten. Unser Bus hatte sich nämlich eine neue Haltestelle, gut 100 Meter weiter weg, ausgesucht. Die Dame des Busunternehmens, die die Tickets kontrollierte, hielt es für nicht nötig, Wartende an der Haltestelle zu informieren und einzufangen. Erst durch Intervention von Doris machte sie sich auf die Socken und konnte noch ein paar weitere Mitreisende einsammeln.
Noch eine Anmerkung zum Cachen. Ich werde nicht jedes Cache-Abenteuer hier lange und ausführlich erörtern, so wie heute. Das ist, insbesondere für Nicht-Cacher, eher uninteressant. Wenn sich aber durch das Geo-Cachen interessante Ziele und Ereignisse ergeben, werde ich dies selbstredend kundtun.
(Wer unsere Cache-Aktivitäten dennoch verfolgen möchte, der Geocache-Name von Doris lautet: karlos_kolossos.)
19. Reisetag – Samstag, 31.12.2022 – Sharjah/Vereinigte Arabische Emirate
Sharjah ist ein weiteres Emirat der Vereinigten Emirate.
Der heutige Shuttle-Service brachte diesmal keine Überraschungen mit sich, sondern lieferte uns für 5€, wie im Tagesprogramm versprochen, zentral am „Blauen Souk“ ab.
Die Fahrt dorthin führte überwiegend am Creek entlang, wo am Ufer sowohl moderne protzige Motorjachten, als auch farbenfrohe, aber auch sehr morbide Daus festgemacht waren, die zwar unser touristisches Interesse weckten, aber wir saßen leider in einem fahrenden Bus, sodass das pittoreske Geschehen viel zu schnell vorbeirauschte.

Wolkenkratzer bestimmen das Stadtbild, wie überall in den Metropolen der Vereinigten Arabischen Emirate.
Was ist eigentlich ein Creek? Das Internet sagt:“ kleine Bucht an einer Meeresküste, die durch Überflutung einer früheren Flussmündung entstanden ist“
Der Creek speziell in Sharjah ist ein schmaler etwa 5 Kilometer langer Einschnitt und sieht zwar aus wie ein Fluss, führt aber, wie wir eben gelernt haben, Meerwasser.
Der Souk bot viele Geschäfte für Gold- und Silberschmuck. Hierfür waren Doris und ich allerdings nicht die richtige Zielgruppe und so entschlossen wir uns bald, zu Fuß die 5 Kilometer, am Creek entlang, zum Hafen zurückzulaufen.

Im Hintergrund sieht man, wenn auch recht undeutlich, die 20 Kilometer entfernten Wolkenkratzer von Dubai und insbesondere den nadelförmige Burj Khalifa.

Das Stückgut wird per Hand verladen. Nur bei ganz schweren Kisten und Paletten kommt ein fahrbarer Lastenkran zum Einsatz.
Um 17:30 Uhr hieß es „Leinen los!“ mit Kurs auf Dubai. Dubai, ein weiteres Emirat, liegt praktisch um die Ecke, nur 26 Seemeilen von Sharjah entfernt. Auf unserer heutigen kleinen Wanderung konnten wir schon, wenn auch etwas verschwommen, den Burj Khalifa sehen, den höchsten Wolkenkratzer der Welt.
In Dubai angekommen, begannen auf der ARTANIA die Silvesterfeierlichkeiten mit Musik und Shows in den verschiedenen Bars und der Atlantik-Showlounge (siehe auch Tagesprogramm vom 31.12.2022).
Eine Viertelstunde vor Mitternacht wurde Sekt verteilt. Genau wie schon mal vor 3 Jahren, hatte man allerdings wieder die Passagiere vergessen, die keinen Alkohol trinken. Erst durch ausdrückliche Nachfrage bei der Barchefin gelang es, dass von irgendwoher noch Orangensaft herbeigeholt wurde, gerade noch rechtzeitig, dass Doris und ich um Mitternacht miteinander anstoßen konnten.

Neben der ARTANIA lagen 5 weitere Kreuzfahrer an der Pier in Dubai:
MSC Opera, MSC World Europe, Mein Schiff 6,
World Exlorer (fährt im Sommer als "Deutschland" für Phoenix) und die Le Bougainville.
Das Feuerwerk in Dubai war zwar größer und teurer als alle anderen Feuerwerke, die wir bisher gesehen hatten, aber die Wirkung ist bei uns (und auch bei anderen Passagieren) dennoch irgendwie verpufft. Möglicherweise, weil das Hafengelände hell erleuchtet war und auch die Stadt selbst viel Licht ausstrahlt.
Im Tagesprogramm gab es folgende statistische Informationen zu dem Feuerwerk:
- Kosten: 25.000.000,- AED (= ca. 6.250.000,- EUR)
- Geplante Dauer: 20 Minuten
- Art des Feuerwerks: satellitengesteuerte Laserlicht-Feuerwerkshow
- Herkunft: aus Europa (Italien) und China
- Containerkosten: aus Europa 75.000,- EUR und aus China 25.000,- EUR
- Vorbereitungszeit: 6-8 Monate
- Arbeiter: 60 Beauftragte waren bereits drei Wochen im Voraus mit der Installation beschäftigt
- Geschätzte Zuschauer: 500.000 Menschen im Burj Park um den gleichnamigen Turm herum
20. Reisetag – Sonntag, 01.01.2023 – Dubai/Vereinigte Arabische Emirate
Vom Hafen kommt man nur mit Taxis weg oder einem kostenlosen Shuttlebus, der direkt zur berühmten Dubai Mall fährt. Der Bus hat den großen Nachteil, dass er nur alle 2 Stunden fährt. Außerdem stand uns heute der Sinn danach, auf unseren eigenen Spuren zu wandeln, denn wir waren 2018 und 2017 schon einmal hier.
Auch Dubai hat einen Creek und zu dem wollten wir uns an diesem Neujahrstag erst einmal aufmachen, also auf zu den Taxen. Als Ziel gaben wir die Metrostation Al Ghubaiba an, die ganz nahe am Creek liegt. Der erste Taxler, den wir fragten, nannte uns einen Preis von 70 Dirham, das sind etwa 17 Euro. Irgendwie hatten wir andere Tarife in Erinnerung und dass mit Taxameter gefahren wurde. Leider stellte sich der Taxifahrer taub, als wir ihm das Wort „taximeter“ als Gegenangebot offerierten.
Der nächste Fahrer wollte pauschal 40 Dirham und verstand ebenfalls das englische Wort „taximeter“ nicht. Aber der Preis schien uns reell und so fuhren wir zur Metrostation, bummelten die paar Meter zum Creek und von dort direkt in den „Old Souk“. Dort gab es ein kleines hübsches Geschäft mit indonesischem Krimskrams, wo wir die letzten beiden Male immer eine Kleinigkeit gekauft hatten. Aber nichts bleibt, alles ist im Wandel. In dem Häuschen mit der markanten Treppe war jetzt ein Modeladen eingezogen.
Ein wenig enttäuscht zogen wir weiter zur Abra-Station, um auf die andere Seite des Creeks zu gelangen. Abras sind kleine nostalgische Holzboote, die zu Dutzenden quirlig hin und her fahren und sowohl von den Einheimischen als auch von den Touristen gerne genutzt werden. Die Überfahrt kostet seit Jahren 1 Dirham, also 25 Eurocent. Die Abras gehören ganz offizielle zum öffentlichen Nahverkehr von Dubai, der Roads Transport Authority (RTA).
Am anderen Ufer befindet sich der Gewürz-Souk, den wir unverzüglich aufsuchten, weil uns zu Hause die Muskatnüsse ausgegangen waren und wir Nachschub kaufen wollten. Und Pfeffer und Curry könnte man ja dann auch gleich mitbesorgen. Außerdem hatte ich den Auftrag, für eine Bekannte Safran einzukaufen.
Der Gewürzverkäufer war ein Könner seines Fachs und wahrscheinlich haben wir viel zu viel bezahlt. Aber wenn die Qualität stimmen sollte, ist der Preis noch vertretbar, so trösteten wir uns hinterher.
In einem kleinen Straßenrestaurant aßen wir noch eine Kleinigkeit und fuhren mit einem Abra wieder auf die andere Seite des Creeks.
Dort haben wir ein „Stammlokal“ in bester Lage, das „Mazmi Coffee And More“ wo man wunderschön sitzen und etwas trinken kann. Das dortige WLAN ist mit einem Passwort gesichert, das man bei der Bedienung erfragen kann. Es lautet „mazmi2017“ und wurde anscheinend seit längerer Zeit nicht mehr geändert. 😊
Am heutigen Neujahrstag wimmelte es in der ganzen Stadt von Touristen, was zur Folge hatte, dass wir kein Taxi für die Rückfahrt zum Hafen bekamen. In diese Marktlücke stieß ein junger Mann, der wohl unsere suchenden Blicke gesehen hatte und uns ansprach, wohin wir denn wollten und dass er uns fahren könne. Ziel: Port Rashid, Terminal 2, Fahrpreis 30 Dirham (7,50 €) und der Deal war perfekt. Ohne Probleme lieferte er uns nach gut 10-minütiger Fahrt mit seinem Privat-PKW am richtigen Terminal im Hafen ab.
Den Abend ließen wir, wie meistens, in Harry’s Bar ausklingen, beobachteten noch das Ablegen um 22:45 Uhr und schon war es wieder Zeit, einen schönen Tag zu beenden.
Wenn wir morgen früh aufwachen, werden wir bereits in Abu Dhabi anlegen.
21. Reisetag – Montag, 02.01.2023 – Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate
Abu Dhabi, die Hauptstadt der 7 Vereinigten Arabischen Emirate, hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten, die wir aber schon alle besucht hatten. Besonders zu erwähnen ist dabei das „Emirates Palace“ ein 5-Sterne-Luxushotel und die Scheich-Zayid-Moschee. In besagtem Hotel haben wir schon einen Cappuccino getrunken und für den Zutritt in die Moschee hat Doris sich sogar am Eingang bereitwillig ein züchtiges sackähnliches Gewand überstreifen lassen.
Da wir also bereits unseren touristischen Pflichten nachgekommen waren und weit und breit keine Seetage in Sicht waren, beschlossen wir an Bord zu bleiben, bzw. uns im Hafen nur ein wenig die Beine zu vertreten.
Eine kleine Episode gibt es trotzdem zu berichten. Im riesigen klimatisierten Terminalgebäude mit einigen Souvenirgeschäften, den Check-In-Schaltern und den Sicherheitsschleusen suchten wir die Toiletten und fanden sie aber nicht. Ein freundlicher Bediensteter sah unsere suchenden Blicke und fragte auf Englisch, ob er uns helfen könne. Leider verstand er das Wort „toilette“ nicht, also verwendeten wir jetzt die vornehme Umschreibung des stillen Örtchen und fragten nach den „restrooms“. Daraufhin bot er uns an, in einem der vielen Sessel im Check-In-Wartebereich Platz zu nehmen, denn „to rest“ bedeutet ja auch „sich ausruhen“. So kamen wir also nicht weiter. Deshalb probierte ich es mit der brachialen Methode und sprach das Unwort „Pippi“ aus. Da ging ein Lächeln über das Gesicht des Service-Mitarbeiters und er zeigte uns den etwas versteckt liegenden Eingang zu der von uns gesuchten Fazilität.
22. Reisetag – Dienstag, 03.01.2023 – Dubai/Vereinigte Arabische Emirate
In der Nacht schipperten wir planmäßig wieder zurück nach Dubai. Heute ging die erste Etappe der großen ARTANIA-Winterreise zu Ende. Passagiere werden das Schiff verlassen und Neue werden kommen.
Auf der kommenden Etappe von Dubai nach Colombo/Sri Lanka werden wir nur 540 Passagiere an Bord sein – gut für uns, schlecht für Phoenix.
Da die neuen Gäste, die teilweise erst sehr spät ankommen, auch noch etwas von Dubai mitbekommen sollen, bleibt die ARTANIA hier bis morgen Abend liegen, bevor sie dann weiter (bzw. wieder) nach Abu Dhabi fährt.
Also lagen zwei volle Tage Dubai vor uns.
Nach dem Frühstück ging es wieder zum Taxistand. Diesmal gab es keine Diskussion, der Taxameter wurde eingeschaltet und die Fahrt zur Metrostation Al Ghubaiba kostete 38 Dirham (mit Trinkgeld 40 AED). Das heißt, die von uns vor 2 Tagen pauschal gezahlten 40 Dirham waren in Ordnung.
Heute fuhren wir mit der Metro zur Dubai Mall. Diese Mall mit ihren 1200 Geschäften ist ein Touristenmagnet. Uns interessierten aber nicht so sehr die Geschäfte, sondern die dort versteckten Caches.
Bei deren Suche führte die Spur in der Mall auf das Parkdeck 11, dass problemlos mit dem Lift erreicht werden konnte.
Hier auf dem weitflächigen Parkdeck hat man einen weitaus besseren Blick auf die Wolkenkratzer als unten in den Straßenschluchten,
darunter den Burj Khalifa, das mit 828 Metern höchste Gebäude der Welt,
Unter normalen Umständen wären wir hier oben nie hingekommen.
Ein weiteres Schmankerl war, dass wir in den Apple-Shop gelotst wurden. Schmankerl nicht wegen der iPhones, sondern wegen der Balkone, die von diesem Shop aus zugänglich waren. Denn von hier hatten wir freie Sicht und Überblick auf die „Dubai Fontaine“.
Die Dubai Fountain ist eine choreografierte Springbrunnenanlage auf dem 12 Hektar großen, künstlich angelegten Burj Khalifa-See im Zentrum von Downtown Dubai. Sie wird von 6600 Lichtern und 50 farbigen Projektoren beleuchtet, ist 275 m lang und schießt Wasser bis zu 152,4 m in die Luft.
Quelle: Wikipedia
Als wir dort ankamen waren die Wasserspiele auch gerade in vollem Gange, da es jedoch noch Tag war kamen die bei Wiki erwähnten farbigen Projektoren noch nicht zum Einsatz. Aber trotzdem war das sehr hübsch anzuschauen.
Auch zurück fuhren wir wieder mit der Metro.

Von der Mall zur Metrostation war es einen knappen KIlometer. Den brauchten wir aber nicht zu laufen, sondern wir rollten bequem über ca. 8 -10 Laufbänder dorthin.
Wir kauften am Automaten jeder ein Ticket für die 1. Klasse (10 Dirham/Person = 2,50€), die hier als Gold-Class bezeichnet wird, denn die 2. Klasse (Silver-Class) ist manchmal sehr voll.
Am Bahnsteig angekommen stand dort ein Zug abfahrbereit und wir sprangen, wie man das als Berufspendler noch gewohnt war, schnell ganz vorne in den ersten Waggon. Im ersten Wagen im vorderen Abteil war auf der Hinfahrt der Gold-Bereich. Kaum drinnen schlossen sich auch schon die Türen und die Fahrt ging los.
Erst jetzt erkannten wir unseren taktischen Fehler.
Wenn sich auf der Hinfahrt der Gold-Bereich im vorderen Teil des ersten Wagens befindet, dann ist er auf der Rückfahrt ganz hinten im Zug. Denn die Metrostrecke ist kein Kreisverkehr, sondern der Zug fährt einfach hin und her. Damit erklärte sich von selbst, warum es hier auch so voll war.
Nach ein oder zwei Stationen erschien ein Kontrolleur, der die Fahrscheine prüfte. In strengem Ton wies er mich, nachdem er meine Karte kontrolliert hatte, darauf hin, dass ich mich in einem Waggon „women only“ befinden würde. Auweia, mit hochrotem Kopf stieg ich (und Doris) aus, heilfroh nicht wegen dieser geschlechtsspezifischen Verfehlung belangt worden zu sein.
Als wir nun draußen auf dem Bahnsteig an den anderen Waggons vorbeiliefen, in denen Männer und Frauen gemischt fahren durften, sahen wir, dass sie knallvoll waren und die Leute wie die Heringe zusammengepresst standen.
Bevor wir das hintere Ende des Zuges, sprich das 1- Klasse-Gold-Abteil erreichen konnten, fuhr er ab. Kein Problem, schon 3 Minuten später kam die nächste Bahn und wir konnten nun gemäß unserem Gold-Status bequem und regelkonform die Fahrt fortsetzen.
Wieder einige Stationen später stieg ein Kontrolleur zu. Wir grüßten uns freundlich, schließlich waren wir ja alte Bekannte!
23. Reisetag – Mittwoch, 04.01.2023 – Dubai/Vereinigte Arabische Emirate
Für den heutigen letzten Tag in Dubai hatten wir keine besonderen Pläne. Wir fuhren mit einem Taxi (und eingeschaltetem Taxameter) an den Creek, fuhren mit den Abras einmal hin und her und erstanden im Souk noch zwei leichte, bunt bedruckte preiswerte Hosen (10 Dirham/Stück).

Die Fahrt mit einem dieser schickeren und moderneren Abras, die z. B. richtige Sitze haben, ist doppelte so "teuer" wie eine Fahrt mit den alten klassischen Modellen. Der Fahrpreis beträgt 2 Dirham (0,50€). Auch das Bezahlen ist aufwendiger. Gaben wir bei dem 1-Dirham-Abra dem Schiffsführer, der in einer Luke in der MItte des Bootes sitzt, einfach das Geld in die Hand, mussten wir hierfür an einem Schalter ein Ticket kaufen.
Diese Hosen hatten allerdings einen gravierenden Mangel, die Hosenbeine waren nicht gesäumt, sodass kurz oder lang die Geschichte unweigerlich ausfransen wird. Der Plan war, zu Hause in einer Änderungsschneiderei die Hosen säumen zu lassen, wodurch allerdings dann das Attribut „preiswerte Beinkleider“ zunichte gemacht würde.
Aber der Zufall wollte es, dass wir an einer kleinen Schneiderei vorbeikamen und durch die großen Schaufenster 3 Männer sehen konnten, die emsig an ihren Nähmaschinen zu Gange waren. Da „Hosenbeine säumen“ nicht zu unserem englischen Wortschatz gehörten, mussten wir mit Händen und Füßen unser Begehr erläutern, was schließlich auch gelang. Wir wurden handelseinig, 10 Dirham (2,50 €/Hose). Nach 5 Minuten waren die Hosen ordentlich gesäumt.
Der Chef der kleinen Schneiderei wollte unbedingt, dass dieses Foto gemacht wurde. Sein Wunsch war mir Befehl.
Der Neujahrstrubel, der die Stadt mit Unmengen von Touristen überflutet hatte, hatte sich mittlerweile gelegt, sodass z. B. das Gedränge in den Souks nicht mehr so schlimm war. Trotzdem erwies sich die Rückkehr zum Hafen wieder als etwas schwierig, weil weit und breit kein freies Taxi zu finden war.
Also versuchten wir unser Glück derart, dass wir uns wieder mit heischendem Blick an die Stelle begaben, wo uns am Neujahrstag schon einmal jemand angesprochen hatte, um uns zu fahren. Die Idee war vom Erfolg gekrönt, denn nach kürzester Zeit wurde uns eine Privatfahrt angeboten, die wir dankend annahmen.
Um 21:00 Uhr fand wieder mal die obligatorische Rettungsübung statt, da wir ja Passagierwechsel hatten.
Es gibt halt überall nervige Konstanten auf dem Schiff, seien es die Rettungsübungen oder die Musikberieselung in Harry‘s Bar und hinten am Achterdeck an der Phoenix-Bar. Dort läuft nämlich seit Tagen in Endlosschleife eine Playlist (früher hätte man gesagt, ein Band) mit den größten Hits der Beatles.
24. Reisetag – Donnerstag, 05.01.2023 – Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate
Die ARTANIA hat, einem Pendelbus nicht unähnlich, wieder in Abu Dhabi festgemacht. Da wir immer noch keine große Lust an aufwendigeren Unternehmungen hatten (Begründung: siehe Eintrag vom 2.1.2023), begnügten wir uns damit, im Hafenbereich zwei Caches zu heben.
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Vor dem Mittagessen schwammen wir noch ein Runde im Pool. Der Großteil der Passagiere ist unterwegs, sodass das Schiff wunderbar leer ist.

Eines der wenigen gelungen Selfies. Aufgenommen im Passenger-Cruise-Terminal Abu Dhabi vor einer BIldwand.
Am Nachmittag begann bei mir ein Kratzen im Hals, ein schlechtes Zeichen, weil das der Vorbote des berühmten ARTANIA-Dauerhustens sein könnte.
25. Reisetag – Freitag, 06.01.2023 – Sir Bani Yas/Vereinigte Arabische Emirate
Sir Bani Yas ist eine zum Emirat Abu Dhabi gehörende, ca. 70 km2 große, naturbelassene Insel.
Für den heutigen Tag waren keine Ausflüge vorgesehen, sondern der Tag war als reiner Bade- und BBQ-Tag geplant.
Gleich am Ende der ca. 400 Meter langen Pier befand sich der Strand mit hunderten von Liegen, die dort in Reih und Glied aufgestellt waren und kostenlos zur Verfügung standen.
Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit. Die Lufttemperatur bewegte sich gerade so um die 20 Grad, die Wassertemperatur betrug 22 Grad und es blies ein unangenehmer kräftiger Wind.
Dementsprechend wurde die Möglichkeit des Wasser- und Sonnenbadens nur von ganz wenigen wetterfesten Passagieren genutzt.
Gleich nach dem Anlegen hatte die Crew Arbeit ohne Ende, denn alle Utensilien für das BBQ, angefangen vom Geschirr über Gläser, Tischdecken, Lebensmittel etc. mussten mühsam die Stufen der Gangway heruntergetragen, in Rollwägen gestapelt, die Pier entlang gerollt und unter den großen (vorhandenen) Pavillons aufgebaut werden.
Als das Buffet um 12:30 Uhr eröffnet wurde, wollten der größte Teil der 500 Passagiere zur Futterkrippe eilen, wodurch sich lange Schlangen bildeten.
Auf dem Schiff war das Restaurant Vier-Jahreszeiten zum Mittagessen geöffnet, dort sah man aber nur vereinzelte Gäste speisen. Auch wir verschmähten das Schlangestehen und ließen uns - ausnahmsweise - im Restaurant die Speisen servieren.
Gesundheitsbulletin: Die Halsschmerzen sind besser geworden, aber jetzt ist Schnupfen und Husten dazugekommen, sprich der klassische Verlauf für den ARTANIA-Dauerhusten (siehe auch Reiseblog 2019/2020: Eintrag 25.1.2020 ).
26. Reisetag – Samstag, 07.01.2023 – Doha/Katar
Eigentlich wollten wir mit dem kostenlosen Shuttlebus zum Souq Waqif fahren, aber wegen meines mittlerweile starken Hustens nahmen wir Abstand davon.
Ich kam jedoch nicht umhin zu kalauern: „Heute waren wir nicht nur in Katar, sondern ich hatte auch einen“ (Aua!)
Wir beschränkten uns damit, ein paar Schritte vor dem Terminal zu laufen. Weil die Kataris dafür bekannt sind, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen, ist es nicht verwunderlich, dass das Passagierterminal eines der imposantesten ist, das wir bisher je gesehen haben.
Der Empfangsbereich wird beherrscht von einem Aquarium, das sich über 2 Stockwerke erstreckt. Im Erdgeschoss befindet sich ein großes Foyer mit diversen Mulimediainstallationen, die man durchschreiten muss, um zum Ausgang zu gelangen.
Vor dem Gebäude wehen noch die Flaggen der 32 Nationen, die an dieser unsäglichen FIFA-Fußball-WM teilgenommen haben.
27. Reisetag – Sonntag, 08.01.2023 – Mina Salman (Manama)/Bahrain
Mina Salman ist der Seehafen der 20 Kilometer entfernten Stadt Manama , der Hauptstadt von Bahrein.
Bereits gestern haben wir entschieden, heute Ruhe zu halten, was sich nach einer durchhusteten Nacht als richtig herausstellte.
Doris machte einen kurzen Gang durchs Terminal und kam mit einem Kühlschrankmagneten im Gepäck wieder zurück.
Um 15:00 Uhr legten wir schon wieder ab.
Um 16 Uhr fand anstatt der normalen Kaffeestunde eine „Orientalische Teezeit“ statt.
Am Kuchenbuffet wurden neben verschiedenen Küchlein mit exotischen Namen auch 2 Torten angeboten, nämlich eine „Orientalische Orangen Torte“ und eine „Bayram Kek“. Wie üblich, bedient sich der Gast bei den Kuchen selbst, während bei den Torten wegen der Unfallgefahr eine Servicekraft steht, die die Tortenstücke gekonnt auf die Teller balanciert. Da zwei Torten zur Auswahl stehen, wird der Gast, der im „Tortenbereich“ des Buffets stehen bleibt, gefragt, was er denn für ein Stück wolle. Schmunzeln musste ich über einen Passagier, der im vollen Ernst diese Frage mit “Schwarzwälder Kirsch!“ beantwortete. Sein Wunsch blieb heute leider unerfüllt.