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Zum Vergrößern: Karte anklicken

 

Die Reise startet am 13. Dezember und endet am 7. April 2023.
Der Veranstalter wirbt für die Reise wie folgt:

> 115 Tage – 68 Häfen – 29 Länder – 24 Inseln
> Suez-Kanal • Äquatorüberquerung • Kap der Guten Hoffnung

Während dieser wundervollen Kreuzfahrt mit MS Artania erleben Sie die Arabische Halbinsel, den Subkontinent Indien, die paradiesische Eilande im Indischen Ozean und den Afrikanischen Kontinent mit den vorgelagerten Inseln. Diese Kreuzfahrt an Bord Ihrer Artania ist ein perfektes Reisepaket, geschnürt aus traumhaften Impressionen, unvergesslichen Eindrücken und inspirierenden Erlebnissen, welches Sie begeistern wird. 

 

Statler und Waldorf muppet Show ji

 

Ich möchte es aber auch diesmal nicht versäumen, Ihnen an dieser Stelle die beiden Lästermäuler Statler und Waldorf vorzustellen. Wann immer sie hier in diesem Blog auftauchen werden, habe ich etwas zu kritisieren oder glaube einen Grund zu haben, ganz einfach mal meckern oder vom Leder ziehen zu müssen.

 

 

 

Bevor es richtig losgeht ...

 

Mai 2019

Wir buchen bei Phoenix die ARTANIA-Winterreise “Rund um Afrika“ die vom 13.12.2020 bis zum 7. Mai 2021 stattfinden soll.
Die Welt war damals noch in Ordnung, zumindest in Europa..

Dezember 2019 – März 2020

Wir gehen am 21. Dezember 2019 an Bord der ARTANIA für die Weltreise 2019/2020.
Link zum Reiseblog: https://2020.pehoelzer.de/
Am 14. März 2020 wurde die Weltreise in Sydney abgebrochen, weil wegen der Corona-Pandemie die geplanten Häfen nicht mehr angelaufen werden durften. Wir entschieden uns nicht nach Hause zu fliegen, sondern mit der ARTANIA zurück nach Bremerhaven zu fahren. Hierfür waren ca. 4 Wochen angesetzt.
Doch es kam anders.
Am 25. März stranden wir in Fremantle/Australien und konnten nicht weiter, weil einige Passagiere positiv auf Corona getestet wurden. Erst nach einigem hin und her wurden wir mit Hilfe des deutschen Auswärtigen Amts am 29.3.2020 nach Deutschland ausgeflogen.

Sommer bis Herbst 2020

Der Reiseveranstalter Phoenix ist unsicher, ob die Afrikareise wie geplant stattfinden kann und bietet deshalb an, die Reise kostenlos zu stornieren. Gleichzeitig wird - zu gleichen Konditionen - eine identische Reise für 2 Jahre später angeboten.
Wir nehmen das Angebot zur Umbuchung auf 2022/2023 an.
Im Oktober 2020 sagt Phoenix dann die Afrikareise 2020/2021 endgültig ab.

Dezember 2021

Statt einer großen Reise „Rund um Afrika“ bietet Phoenix jetzt 3-wöchige Reisen zu den Kanaren an.
Wir buchen diese Reise über Weihnachten und Silvester (19.12.2021 - 12.1.2022), quasi auch als Test, wie es sich mit den Corona-Schutzmaßnahmen an Bord reist.
Auch zu dieser Reise gibt es einen Reiseblog: https://2021.pehoelzer.de

Spätsommer 2022

Es sieht tatsächlich so aus, als ob diese Afrikareise stattfinden würde. Allerdings steigen erwartungsgemäß zum Herbst die Coronazahlen, aber wir hoffen, dass die Lage sich nicht mehr so dramatisch entwickelt, dass Phoenix die Reise wieder absagen muss.
Wir sind beide zurzeit 4-fach geimpft. Da die letzte Booster-Impfung schon im Mai 2022 war planen wir, uns im November die 5. Dosis geben zu lassen und zwar die gegen die BA.5-Variante.

 

Oktober 2022
Buchung der Landausflüge – Die Zwei­klassen­gesell­schaft

Statler und Waldorf muppet Show ji

Leider muss ich bereits jetzt die beiden Lästermäuler Waldorf und Statler zum Einsatz bringen. Die beiden erscheinen ja immer dann stellvertretend für mich, wenn mir etwas missfällt und/oder ich etwas zu Meckern habe – und das habe ich  bereits schon jetzt!
Und zwar geht es um die Ausflugsbuchungen auf der Phoenix-Internetseite.

Phoenix hat bei der Reisebuchung zugesagt, die Reiseteilnehmer zu informieren, sobald die Buchungsmöglichkeit für Landausfluge im Netz freigeschaltet wird.
Von einem befreundeten Ehepaar erfuhren wir, dass sie bereits informiert wurden und Ausflüge gebucht haben. Wir selbst wurden erst einige Tage später von Phoenix informiert und da waren bereits zwei Ausflüge, die wir buchen wollten, ausgebucht.
Wissbegierig wie wir sind, haben wir bei Phoenix nachgefragt, woher diese Diskrepanz bezüglich Information herrühren könnte. Und siehe da, wie wir es uns gedacht haben, erhalten die sogenannten Gold- und Silbergäste mehrere Tage vor den Gästen der Holzklasse (zu der wir gehören) die Buchungsmöglichkeiten.
Gold- und Silbergäste sind Kreuzfahrer, die die teureren Balkonkabinen (Silber) oder Balkon-Suiten (Gold) gebucht haben.
Phoenix begründete das in einer E-Mail wie folgt:
“Und ja, wir haben für unsere hochwertigen Kabinenkategorien auch abseits der ausgeschriebenen Leistungsmerkmale einen gewissen "Handlungsspielraum". Wie jeder Reiseveranstalter für seine hochpreisigen Reisegäste im Zweifel das eine oder andere Bonbon in petto hat.“

Selbstverständlich kann Phoenix die Gold- und Silbergästen mit Bonbons und Goodies bei Laune halten, sei es, dass jeden Tag eine Flasche Sekt auf die Kabine geliefert wird, jeden Tag Bettzeug und Handtücher gewechselt werden oder dass sie vom Kapitän persönlich ins Abendgebet mit einbezogen werden. Das sieht der Holzklassen-Passagier durchaus ohne Führung einer Neiddebatte klaglos ein, denn Gold- und Silberleute haben ja dafür auch ordentlich bezahlt.

Aber jeder Landausflug ist eine Zusatzleitungen, für die jeder Reisegast gleich viel zu zahlen hat, egal ab Gold, Silber oder Holz. Und wieso dann nicht alle Gäste die gleiche Chance haben, einen Ausflug zu ergattern, für den es nur ein knappes Kontingent gibt, erschließt sich uns nicht ganz.
Als unfair empfinden wir übrigens auch, dass die Zuteilung dieses „Bonbons“ nicht klar im Katalog oder auf der Homepage von Phoenix kommuniziert wird, sondern diese Bevorzugung unter der Hand praktiziert wird.

Ein weiteres Ausflugsphänomen ist Folgendes:
Hat sowohl ein Holzklassen- als auch ein Silbergast einen bestimmten Ausflug gebucht, wird er dennoch nie in den Genuss kommen, im Bus einen Sitzplatz in den vorderen Reihen zu ergattern, wo man so schön auch nach vorne durch die Frontscheibe des Busses die Gegend und Umgegend bewundern kann.
Denn hier gibt es ein Bonbon ausschließlich für die Goldgäste. Die dürfen nämlich vorab den Bus besteigen, bevor der Rest der Ausflügler zum Einsteigen an den Bus geleitet wird.
Diese Bevorzugung der Goldgäste ist allerdings ausdrücklich so im Katalog bei deren Reiseleistungen beschrieben.
Aber auch hier stellt sich zumindest rein akademisch die Frage, ob das so in Ordnung ist, denn wie bereits gesagt, sind die Ausflugsbuchungen und die Preise völlig unabhängig von der gebuchten Kabinenkategorie.
Die Ausflüge werden auch nicht von Phoenix direkt veranstaltet, sondern von einer örtlichen Agentur. Sie werden mit einheimischen Guides durchgeführt und Phoenix stellt lediglich eine mal mehr und mal weniger kompetente betreuende Begleitung dieser Ausflüge. Phoenix ist also nur der Vermittler.
Die Betrachtung dieser „Ungerechtigkeit“ ist natürlich nur ein Sturm im Wasserglas. Zwar ist es ganz nett, vorne im Bus zu sitzen, aber nicht sooo wichtig, dass uns auf den hinteren Plätzen ein Ausflug vergällt und getrübt wird.
Aber das vielzitierte Prinzip halt.

Jetzt machen und organisieren wir ja meist unsere Landgänge auf eigene Faust und meiden die Ausflüge in den großen Gruppen, wo es eben geht. Aber es geht nicht immer. Für unsere Aufenthalte in Sri Lanka wollten wir die Ausflüge
• Elefanten im Udawalawe-Nationalpark
• Ein halber Tag am Strand - Transfer zum Mount Lavinia Hotel
buchen.
Diese hatten wir schon einmal auf unserer letzten Reise 2019/2020 unternommen und für gut und wiederholenswert befunden.
Dumm war nur, dass ausgerechnet diese Ausflüge schon ausgebucht waren, als für uns von Phoenix das Online-Buchungsportal freigeschaltet wurde. Sehr ärgerlich und enttäuschend.

Allerdings muss man Phoenix zu Gute halten, dass wir, nachdem wir unseren Unmut über die Sache geäußert haben, plötzlich doch auf die gewünschten Ausflüge gebucht wurden. Phoenix teilte uns mit:
“Wir haben aber eine gute Nachricht für Sie! Denn am heutigen Vormittag haben wir weitere Ausflugs-Kapazitäten aus Sri Lanka zugesagt bekommen und konnten Ihre beiden Wartelisten-Buchungen somit umgehend bestätigen.“
Etwas später erhielten wir eine weitere Mail von Phoenix, auf Grund unserer, wie soll ich sagen, Beschwerde, Kritik, Anmerkung, unserem Gemecker ....?
Egal - jedenfalls war jetzt zu lesen:
"Aber wir achten, wie bereits gesagt, indes sehr darauf, dass wir unsere geschätzten Stammkunden nicht zu kurz kommen lassen und versuchen - wenn möglich - deren Wünsche zu erfüllen. Wir konnten Ihre Ausflugswünsche relativ schnell berücksichtigen. Und auch dabei hat natürlich eine Rolle gespielt, dass Sie schon oftmals mit uns verreist sind und weitere große Reisen mit Phoenix Reisen fixiert sind. “
Hier will man uns Glauben machen, dass wir auch - wie die Gold- und Silbergäste – eine bevorzugte Behandlung erfahren hätten.
Wie jetzt? Ein zusätzlicher Bus oder Sonderbehandlung?

Aber um eines ganz klar zu stellen: „Wir wollen keine Bevorzugungen!“. Wir wollen aber auch keine Benachteiligungen.
Aber jetzt soll es gut sein. Schön, dass ich vor der Reise noch soviel Zeit und Muße habe, diesen Pipifax niederzuschreiben.

 

November 2022

Jetzt hatte es uns doch erwischt – Corona, trotz 4-facher Impfung. Aber der Verlauf ist sehr leicht, einen Tag etwas Halsweh, mehrere Tage etwas matt, das war’s schon.
Nachdem die Tests wieder negativ waren, konnten wir die für die Reise erforderliche Gelbfieberimpfung angehen – 90 € pro Person, aber die Krankenkasse übernimmt einen Teil der Kosten.

Das Reisefieber nimmt von Tag zu Tag zu, erste Überlegungen zum Projekt Kofferpacken werden angestellt. Da wir mit dem Flieger nach Mailand müssen und sich dort ein 2-stündiger Bustransfer nach Savona, dem Hafen unserer Einschiffung, anschließen wird, werden wir ein Großteil des Gepäcks mit dem Dienstleister TEFRA-Logistik transportieren lassen. Zwar ist der Preisunterschied für Übergepäck zwischen Lufthansa und TEFRA nicht besonders groß, aber TEFRA holt die Koffer zu Hause ab und man findet sie später auf seiner Kabine wieder. Außerdem dürfen bei TEFRA die Koffer größer sein und schwerer (23 Kilo bei Lufthansa, 30 Kilo bei TEFRA).

 

Dezember 2022

Die Vorfreude wächst und wächst.

Ganz besonders freuen wir uns auf eine extra gebuchte 5-tägige Safari in Südafrika. Wir werden in Richard’s Bay an Land gehen, wo uns ein Fahrer erwartet, der uns für diese Tage zur Verfügung steht. Nach 5 Tagen fliegen wir von Durban nach Kapstadt, weil die ARTANIA nicht auf uns warten wird, sondern einfach ohne uns weiterfährt. In Kapstadt holen wir sie dann wieder ein.
Gebucht haben wir diese Überlandtour bei Punda Milia Travel, einem Reisespezialist für Afrika - https://punda-milia.de/home .

Punda Milia
Bei diesem Reisebüro hatten wir bereits eine Überlandtour in Namibia gebucht, die wir während unserer Kreuzfahrt 2019/2020 durchgeführt hatten. Da stimmte wirklich alles, Organisation, Unterkunft, Kompetenz des Fahrers und der Guides im Etosha-Nationalpark etc. Wir waren restlos begeistert.
Auch diesmal war bereits bei der Buchung wieder alles perfekt. Das Paket wurde ganz individuell nach unseren Wünschen zusammengestellt, nach ausgiebiger Beratung durch die Geschäftsführerin Frau Janine Brassaty.
Dieses Spezial-Reisebüro können wir bedenkenlos weiterempfehlen.
Wir werden diese Tour mit einem befreundeten Ehepaar zusammen durchführen. Das wird mit Sicherheit einer der Höhepunkte der Reise.

Sonntag, 4.12.2022: Von jetzt auf gleich bricht ein Bügel von meiner Brille ab – irreparabel. Die Ersatzbrille ist keine Dauerlösung, sie hat einen Sprung, der zwar beim Gucken gar nicht besonders stört, der aber der Grund für die Neuanschaffung war, die mich jetzt jämmerlich im Stich gelassen hat. Brille mit Sprung ist für ein 4-monatige Reise keine Option. Die Frage ist, ob unser Optiker bis zum Reiseantritt eine Lösung anbieten kann.
Montag, 5.12.2022: Yes, he can! - https://www.augenoptik-voeckler.de.

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Er kann innerhalb eines Tages das kaputte Gestell durch ein Neues ersetzen. Zwar passen die Gläser nicht ganz genau, aber er kann sie passend machen.
Und eine ganz neue Brille kann er auch noch innerhalb dieser Woche anfertigen lassen, sodass ich dann sowohl eine neue Brille als auch eine intakte Ersatzbrille mit auf die Reise nehmen kann.

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Donnerstag, 8.12.2022: TEFRA holt drei Koffer bei uns ab – der Abfahrtstermin rückt näher und näher.

Freitag, 9.12.2022: Ganz traurige Nachrichten. Das bereits erwähnte Ehepaar, das zusammen mit uns die gesamte Kreuzfahrt und die Safari machen wollte, musste aus gesundheitlichen Gründen die Reise jetzt kurzfristig stornieren. Wir sind besorgt und sehr, sehr traurig darüber. Wir hatten uns auf gemeinsame Frühstücke auf der ARTANIA gefreut und wollten die ein oder andere Unternehmung an Land gemeinsam machen, wollten zusammen das erste Ablegen in Savona an der Reling mit einem Glas Sekt genießen und wollten ....
Es sind doch nicht nur einfach irgendwelche Bekannte von uns, sondern richtig gute Freunde - geplatzte Träume.

 

Montag, 12.12.2022: Wir lassen in unserer örtlichen Apotheke einen Corona-Schnelltest machen. Ergebnis: negativ.
Ein negativer Schnelltest, nicht älter als ein Tag, ist nämlich Voraussetzung dafür, dass man an Bord der ARTANIA darf.

Das Auto bzw. die Autobatterie habe ich in der Garage an ein Ladegerät angeschlossen, um über die sogenannte Erhaltungsladung dafür zu sorgen, dass sich die Batterie in den kommenden vier Monaten nicht entleert. Denn die Elektronik des Autos zieht heimlich und unbemerkt Strom, sodass nach unserer Heimkehr im April 2023 ohne diese Maßnahme die Batterie schwach bis leer wäre.

 

 

1. Reisetag – Dienstag, 13.12.2022 – Anreise nach Savona

Kurz nach 3:00 Uhr klingelte der Wecker und Doris stand auf. Ich gab mir noch eine Stunde Galgenfrist. Zwar geht unser Flieger nach Mailand erst um 8:45, aber in der Ruhe liegt die Kraft und selbstgemachten zeitlichen Stress wollten wir vermeiden.
Bereits 10 Minuten vor der bestellten Zeit (6:00 Uhr) stand unser Taxi abfahrbereit vor der Haustüre. Das war uns sehr recht, denn wenn das bestellte Taxi nicht pünktlich kommt, geht gleich die Aufregung los, weil ich befürchte, dass wir vergessen wurden.

Das Einchecken und die Gepäckaufgabe am Frankfurter Flughafen war ein Klacks. Die Bordkarten hatten wir bereits am Vorabend via Internet ausgedruckt und als QR-Code auf dem Smartphone. Damit konnten wir das Gepäck an einem der vielen automatischen Gepäckstationen selbstständig aufgeben und machten uns schon 5 Minuten nach der Ankunft am Flughafen zu einem kleinen Schaufensterbummel rund um die Shops am Airport in Richtung Sicherheitskontrolle auf. Und so saßen wir kurz vor sieben bereits im Abflugbereich B1.

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Statt Maskenpflicht gilt jetzt Eigenverantwortlichkeit ...



Da es Stein und Bein gefroren hatte (- 6°) mussten die Flieger erst enteist werden, wodurch wir mit einer guten Stunde Verspätung starteten.

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... insbesondere, wenn viele Menschen eng zusammenstehen.

Nach einer Stunde landeten wir in Mailand. So sehr viel wärmer war es in Bella Italia aber auch nicht.

War bisher alles sehr gut gelaufen, gab es den ersten kleinen Aufreger. In der Ankunftshalle mussten wir ja von Phoenix irgendwie eingefangen werden, um uns zu zeigen, wo der Transferbus steht, mit dem wir nach Savona transportiert werden sollten. Phoenix hatte diese Aufgabe an einen örtlichen Dienstleister „outgesourced“, sodass erstmal niemand in türkisen Shirts (die „Phoenixfarben“) zu sehen war. Aber Doris-Adlerauge entdeckte eine Person, die ein schwarz-weißes DinA4-Blatt mit der Aufschrift „Phoenix-Reisen“ bei sich hatte. Der freundliche junge Mann erklärte uns, dass „ganz da hinten“ am Ausgang jemand stünde, der uns zu den richtigen Bussen lotsen würde.
Soweit die Theorie. Am besagten Ausgang war niemand. Also mal ein Auge riskieren und draußen vor dem Flughafengebäude schauen. Außer anderen hilflos umherirrenden Phoenix-Reisenden war niemand zu finden, der für uns zuständig war. Also zurück zu dem jungen Mann mit besagtem DinA4-Blatt, dieser verließ nach heftigem Zureden seine Position und suchte und wurde fündig – eine Kollegin. Die war damit beschäftigt, einzelne Gäste, die das Glück hatten, sie anzutreffen, zum Transferbus zu geleiten. Hätte der Bus wenigstens vorne im Fenster auch ein DinA4-Blatt mit „Phoenix-Reisen“ deponiert, hätten wir und andere Gäste auch ohne Guide eine Chance gehabt.

Aber Ende gut, alles gut, nach einer 2-stündigen Fahrt über die mautpflichtige Autostrada erreichten wir gegen 14:00 Uhr Savona, wo die ARTANIA auf uns wartete.

 

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Die Prozedur des Eincheckens mit Voucher, Pass, Impfnachweis, negativem Corona-Test, Anfertigen des Bordausweises etc. ging ratzfatz über die Bühne, da außer unserer Gruppe von ca. 30 Leuten, die mit uns im Bus angekommen waren, sonst keiner zum Einchecken da war.

Im Bord-Restaurant „Vier Jahreszeiten“ wartete ein Buffet mit Gulaschsuppe, Bratwurst und Frikadellen auf die Ankömmlinge. Da gleichzeitig dort auch die Kaffeestunde stattfand, hätte man durchaus zur Bratwurst ein Stück Frankfurter Kranz als Beilage wählen können.

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Die ARTANIA an der Pier in Savona. Im Hintergrund die schneebedeckten Berge des Ligurischen Apennin.

Das Ablegen war eigentlich für 19 Uhr vorgesehen, da aber einige Busse sowie der Nachmittagsflieger aus Deutschland mit Phoenix-Gästen noch nicht angekommen waren, musste die Abfahrt auf 22 Uhr verlegt werden.
Eigentlich wollten wir mit unserem befreundeten Ehepaar mit einem Glas Sekt in der Hand den Start dieser großartigen Reise genießen. Aber da sie wegen einer plötzlichen Erkrankung des Ehemannes die Reise ganz kurzfristig absagen mussten, kam bei uns diese euphorische Stimmung, wie bei früheren Reisen, nicht richtig auf. Das nasskalte Wetter tat das Seinige.

 

2. Reisetag – Mittwoch, 14.12.2022 – Seetag

Für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch war starker Wind und Seegang vorausgesagt. Beides trat erst mit mehreren Stunden Verspätung im Laufe des Vormittags auf. Das hatte wiederum zur Folge, dass der auf dem Tagesprogramm stehende „Maritime Frühschoppen“ von draußen (Kopernikus Bar) nach drinnen (Harry’s Bar) verlegt wurde. Das wiederum hatte zur Folge, dass mit „The Best Of Lustige Seemannsmusik“ auch ausgiebig die neben Harry’s Bar liegende Bibliothek beschallt wurde. Da ich, wie die Stammleser dieses Blogs bereits wissen, die Bibliothek als „Büro“ nutze, wenn ich (manchmal sogar konzentriert) am Blog arbeite, wurde ich auch zwangsläufig mitbeschallt. Aber ich habe Verständnis dafür, dass auf Einzelschicksale nicht immer Rücksicht genommen werden kann.
Der späte Nachmittag und der Abend standen ganz im Zeichen der Gala. Wie immer schwänzten wir den Begrüßungsempfang mit dem Kapitän (Alex Zinkovskyi), dem Kreuzfahrtdirektor (Jörn Hofer) und dem Phoenix-Team. Zum Abendessen erschienen wir selbstredend in angemessener Kleidung.

 

3. Reisetag – Donnerstag, 15.12.2022 – Seetag

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Jeden Tag wird die ARTANIA mit mehr und mehr Weihnachts­deko­ration geschmückt.

Um 10:30 Uhr erfolgte die Durchsage vom Kreuzfahrtdirektor, dass wegen eines medizinischen Notfalls eines Besatzungsmitgliedes der Kurs geändert wird und wir zurück Richtung Catania/Sizilien fahren müssen.

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Etwas später gibt es eine Planänderung. Statt Sizilien wird jetzt Griechenland angesteuert. Der Grund ist einleuchtend. Die Griechen haben Helikopter mit einer größeren Reichweite als die Italiener. Dadurch braucht die ARTANIA nicht so weit in Richtung Land zu fahren, da sie vom Helikopter besser erreicht werden kann.

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Gegen 15:30 Uhr wird das erkrankte Crew-Mitglied an Bord des Helikopters verbracht.

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Im Bordfernsehen wird die Fahrtroute der ARTANIA gezeigt. Auf dem Foto kann man sehr schön das Rettungsmanöver für das erkrankte Crew-Mitglied erkennen und nachvollziehen. Im Moment nimmt die ARTANIA wieder ihren ursprünglichen südlichen Kurs auf.

 

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Am Abend um 20:00 Uhr findet in der Kopernikus-Bar der ARTANIA-Weihnachtsmarkt statt. Da wir bis um 20:30 Uhr beim Abendessen saßen, ist die Verlockung, die von den Bratwürsten, dem Flammkuchen, Stollen, Lebkuchen etc. ausgeht, nicht allzu groß.


Ein kleiner Schoko-Lebkuchen und ein Vanillekipferl musste noch sein, aber mehr ginge dann schon in Richtung Völlerei.

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Der Weihnachtsmarkt war gut besucht, auch weil das Wetter einigermaßen mitgespielt hat.

 

 

4. Reisetag – Freitag, 16.12.2022 - Seetag

In der Nacht haben wir die ersten tausend Seemeilen (1853 Kilometer) hinter uns gebracht. Wenn man bedenkt, dass das Schiff weniger als 20 Knoten (37 km/Stunde) fährt, also etwa so schnell wie ein frisiertes Mofa, dann ist die Lehre, die man daraus zieht, dass Ausdauer sich lohnt.

Um 10:00 Uhr während der üblichen Durchsagen des Kreuzfahrtdirektors Jörn Hofer über Wetter, Kurs,Tagesprogramm und der Bitte, keine Liegen zu reservieren gab es auch die Information, dass es dem gestern ausgeschifften Crew-Mitglied besser geht. Er wurde in ein Krankenhaus nach Athen gerbracht und es scheint keine Lebensgefahr mehr zu bestehen.

Wir haben uns schon wieder gut auf der ARTANIA eingelebt. Im Großen und Ganzen hat sich gegenüber der letzten Reise im Dezember 2021/Januar 2022 an Bord wenig geändert.
Allerdings wurden die Hygienevorschriften gelockert. Maske wird noch empfohlen, wenn mehrere Menschen eng beieinander stehen oder sitzen (soweit die Theorie). Es gibt wieder ein richtiges Frühstücksbuffet. Wir müssen nicht mehr die Frühstückszusammenstellung beim Kellner extra ordern. Im Lido-Buffet-Restaurant nimmt man sich die Speisen wieder selbst. Im letzten Jahr wurde noch das gewünschte Schnitzel vom Servicepersonal vom Buffet genommen und dem Gast auf den Teller gelegt.

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Trick 17! Die Tische im Restaurant Artania,
die für das Frühstücksbuffet verwendet werden, ...

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... werden für das Mittagessen und Abenddinner
zu Plätzen für die Passagiere umfunktioniert.

Neu ist die Musikbeschallung in den Bars. Jetzt ertönt überwiegend Lounge-Musik. Dieses Genre kann man mögen, muss es aber nicht. Anscheinend wird hier dem Mainstream Rechnung getragen, das ist nun mal so, wenn man nicht auf einer Privatjacht reist.
Meine Hoffnung, dass es zum Latenight-Snack wieder Käsespieße gibt, von denen ich gerne mal einen, zwei oder vier genommen habe, hat sich nicht erfüllt. Bereits im letzten Jahr wurde diese nette Zugabe zur spätabendlichen Gulaschsuppe, Frikadelle, Mini-Pizza und Ähnlichem - sehr zu unserem Bedauern - gestrichen.
Hierfür habe ich aber volles Verständnis. Phoenix wurde durch die Corona-Krise heftigst ausgebremst und konnte monatelang überhaupt keine Kreuzfahrten durchführen. Das muss deren finanzielle Reserven erheblich ausgedünnt haben. Die großen Winterreisen 2020/2021 und 2021/2022 wurden um jeweils 2 Jahre verschoben, ohne dass die Preise erhöht wurden, weder für Kunden, die diese Reisen bereits vor Corona gebucht hatten (und die Buchung auf die neuen Termine haben verschieben lassen) noch für Neubucher. Also ist auch irgendwo auch Sparen angesagt und das nicht nur bei den Käsespießen.

5. Reisetag – Samstag, 17.12.2022 - Alexandria und Port Said (Ägypten)

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Heute ist ein Hybrid-Tag. Das heißt, entweder man startet in Alexandria zu einem Ausflug zu den Pyramiden bei Kairo und steigt in Port Said wieder zu oder man bleibt auf dem Schiff, quasi wie bei einem Seetag. In den beiden Häfen Alexandria und Port Said gibt es also nur einen technischen Halt, um die Ausflügler in Alexandria von Bord zu lassen und in Port Said wieder einzusammeln.

Wir haben uns gegen einen Ausflug entschieden, weil die Busfahrt nach und von Kairo doch recht lang ist. Doris hatte die Pyramiden schon einmal besucht und vielleicht kommen wir doch noch mal im Rahmen einer Nilkreuzfahrt dorthin.

Also halten wir an der Reling nur ein wenig Maulaffen feil. Gegen 9:00 Uhr legt die ARTANIA schon wieder ab.

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Einige Impressionen vom Hafen in Alexandria.

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Die ca. 160 Seemeilen lange Passage zwischen Alexandria und Port Said wird im Katalog und dort im Routenplan von Phoenix sehr kreativ als „Kreuzen vor dem Nil-Delta“ getauft.

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Und hinter'm Horizont geht's weiter.
Denn dort oder vielleicht noch etwas weiter hinten befindet sich das angekündigte Nil-Delta. Zu sehen wird es erst kurz vor Port Said sein.

 

Wie geplant erreichten wir um 18:30 Uhr Port Said – jedenfalls beinahe. Leider hatte die Hafenbehörde verabsäumt, eine freie Pier für uns bereitzuhalten. Dort, wo wir eigentlich anlegen sollten, lag frech ein Baggerschiff. Das Baggerschiff machte zwar bereitwillig Platz, aber das löste das Problem immer noch nicht. Zwei Bojen mit ihren Stahltrossen, an denen besagtes Baggerschiff festgemacht war, versperrten weiterhin den Weg zur nur einen Steinwurf entfernten Hafenmauer.
Nach zähen Verhandlungen wurden die Bojen entfernt und die ARTANIA konnte um 21:30 Uhr endlich an der Pier festmachen.

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Blick von der ARTANIA auf Port Said.

 

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Die wartenden Ausflugsgäste, fotografiert durch die etwas trübe Scheibe in Harry's Bar.


Mittlerweile waren auch die Busse mit den erschöpften Ausflüglern in Port Said angekommen, die überzeugt waren, jetzt die ARTANIA entern zu können, aber weit gefehlt. Zwar wurde die Gangway in Minutenschnelle herabgelassen, aber nicht ganz, der letzte Meter fehlte noch. Hierzu fehlte wohl noch das OK von einem wichtigen (oder wichtigtuerischen) behördlichen Obermotz.

 

Das OK kam dann schon nach einer halben Stunde und die 400 Ausflügler konnten endlich auf die ARTANIA, um erst die Toiletten und dann die extra für sie noch offengehaltenen Restaurants zu stürmen.
Nachdem alle Ausflügler wieder "zu Hause" waren, hätten wir die ARTANIA verlassen können, um im Bereich um unseren Liegeplatz an einigen mobilen Verkaufsständen irgendwelchen Krimskrams zu erstehen.
Da ich zu Hause meine Baseballkappe vergessen hatte, die mein Haupt vor der strengen afrikanischen Sonne schütze sollte, wollte ich hier einen Ersatz erwerben. Aber wegen des mit Hindernissen gepflasterten Anlegens, haben die Händler ihre Stände erst gar nicht aufgebaut. So machte es wenig Sinn, auszusteigen, um an der ansonsten ziemlich verwaisten Pier spazieren zu gehen.
Also musste das Projekt „Baseballkappe“ vertagt werden.

 

6. Reisetag – Sonntag, 18.12.2022 - Fahrt durch den Suezkanal/Ägypten

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7:30 Uhr aufstehen und ab ca. 8:00 Uhr aktiv am touristischen Leben teilhaben, insbesondere feststellen, wo wir uns gerade befinden. (Zum Vergrößern aufs Foto klicken - das gilt übgrigens für alle Fotos hier im Blog.)


Früh um 5:00 Uhr fuhr die ARTANA in den Suezkanal ein. Natürlich haben wir davon nichts mitbekommen, denn wir pennten noch selig.

Die Passage durch den knapp 200 Kilometer langen Kanal dauerte ungefähr 12 Stunden. Farblich in einem eintönigen Braun sind die Ufer links und rechts eher unspektakulär.

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Trotzdem gibt es immer wieder etwas zu sehen und zu entdecken, sodass wir uns nach dem Frühstück den ganzen Vormittag auf den Außendecks aufhielten und ließen mal Backbord und mal Steuerbord die Landschaft an uns vorbeiziehen.

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Der Tanker fährt doch hoffentlich zum gestern neu eröffneten LNG-Terminal nach Wilhelmshaven!


Am Nachmittag waren wir nicht ganz so eifrig mit unseren Kanalbeobachtungen und gegen 15:30 Uhr vermeldete der Kapitän über die Bordlautsprecher, dass wir jetzt den Kanal verlassen hatten, sodass wir ruhigen Gewissens zum Adventskaffee marschieren konnten.

 

 

7. Reisetag – Montag, 19.12.2022 - Sharm-el-Sheikh/Ägypten

Sharm-el-Sheikh bedeutet auf Deutsch „Bucht des Scheichs“, wie mir Wikipedia glaubhaft versichert hat und nicht „Schäm‘ Dich Scheich“, was ich mit meinen nur rudimentären Ägyptisch-Arabisch-Kenntnissen zunächst vermutet hatte. 😊 (Aber zumindest „Scheich“ hatte ich ja richtig übersetzt.)

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Der Hafen von Sharm-el-Sheikh ist wohl einer der trostlosesten in der westlichen Hemisphäre, aber zumindest ist von hier das touristische Zentrum, der Old Market, fußläufig erreichbar (2-3 Kilometer).

Allerdings waren die Taxifahrer

  • sehr zahlreich und
  • sehr besorgt, dass uns die Fußläufigkeit überfordern könnte,

sodass sie uns ständig anhupten und ihre Dienstleistung anboten. Da wir auch einen Plan B hatten, nämlich einen Geocache zu finden, der ca. 6 Kilometer entfernt versteckt sein sollte, traten wir mit einem Taxifahrer in Verhandlung und wurden uns einig.

 

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Wer suchet der findet, aber nicht immer. 🤒


Beim Heben des Geocaches (GC8K4YX) scheiterten wir jedoch kläglich, denn wir fanden ihn nicht. Lag’s am vielen Müll, der hier überall rumlag oder waren wir nur ein wenig blind?

 

Der Taxifahrer hatte auf uns gewartet und fuhr uns nun zum Old Market.
Bis auf die prachtvolle Moschee war das Viertel ausschließlich rein touristisch geprägt.

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Ein eindrucksvolles Bauwerk, ...

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... das innen eher funktionell ausgestattet ist.

 

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Eine Ausnahme bildete vielleicht noch die Lokalität, wo wir jeder eine Dose Cola und einen Kaffee zu uns nahmen. Der Preis für unsere Getränke, war jedoch, im Gegensatz zum sehr schlichten „Ambiente“ der Lokalität, dem gehobenen Vier-Sterne-Standard angeglichen.

 

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"Unsere" Strandbar war nicht die Einzige, die der ägyptischen Tourismuskrise zum Opffer gefallen ist. Hier ein weiteres Beispiel für eine geplatze Existenz.


Auf dem Rückweg zum Hafen wollten wir auf halber Strecke noch eine Rast einlegen und zwar in einer Strandbar, in der wir bei unseren letzten Besuchen in Sharm-el-Sheikh schon einmal eingekehrt waren (2017 und 2018). Leider war unsere „Stammkneipe“ nicht mehr existent. Dort wo sich damals ein Pavillon mit einer großen Terrasse und die Umkleidekabinen für die Badegäste befanden, waren nur noch Fragmente dieser Fazilitäten zu finden. Schon damals lag der Tourismus im Ägypten auf Grund von inneren Unruhen und Anschlägen am Boden und dann kam ja noch 2020 Corona dazu. Das hatte „unsere“ Strandbar, wie so viele andere touristische Einrichtungen und Ressorts, nicht überlebt.

 

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Unterwegs trafen wir auf ein Überbleibsel der 27. Weltklimakonferenz (COP27 = Conference of the Parties), die hier in Sharm-el-Sheikh im Novemver 2022 stattgefunden hat.

Am Nachmittag waren wir wieder auf der ARTANIA zurück und nutzten erst einmal den Pool, da es bis zur Kaffeestunde noch etwas Zeit war. Die Kaffeestunde wollten wir nutzen, um unser ausgefallenes Mittagessen zu kompensieren.

 

Das Auslaufen an diesem lauen Abend um 18:30 Uhr genossen wir draußen auf dem Promenadendeck. Unser nächstes Ziel morgen: Eilat in Israel.

 

 

8. Reisetag – Dienstag, 20.12.2022 - Eilat/Israel

Eliat liegt an der Südspitze der Sinai-Halbinsel im Rotem Meer am Ende des Golfs von Aqaba. Eiliat ist eigentlich ein langweiliger Badeort, von dem wir aus eigener Erfahrung wissen, dass es hier den schlechtesten McDonald's gibt, den wir kennen. (Siehe hierzu auch https://2018a.pehoelzer.de/index.php/reverse/77-14-blogeintrag-14-04-2018-xx-04-2018 - 20.04.2018).

Eigentlich dient Eilat in der Hauptsache als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Jerusalem, Masada und ans Tote Meer. Die Masada-Festung und das Totes Meer hatten wir bereits absolviert. Ein Ausflug nach Jerusalem wäre eigentlich eine interessante Sache. Aber Eilat ist die südlichste Stadt Israels und Jerusalem die beinahe Nördlichste. Dazwischen liegt eine mehrstündige Busfahrt, morgens ganz früh los und abends ganz spät wieder zurück. Ob sich dieser Aufwand für eine 2-stündige Stadtbesichtigung lohnt? Wir hoffen immer noch, dass wir Israel mal vom Mittelmeer aus erreichen, dann ist Jerusalem nicht mehr so weit.

Im Tagesprogramm war zu lesen, dass man im Hafengelände nicht herumlaufen darf und dass uns deshalb ein kostenloser Shuttlebus nach außerhalb des Hafens transportieren würde. Wo außerhalb des Hafens blieb im Dunkeln. Somit mussten wir mit dem etwas schwammigen Konzept „schau‘n wir mal“ den Shuttle besteigen. Und siehe da, er ließ uns in der Nähe der Strandpromenade raus, genau wie schon 2018.

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Das Denkmal "The Ink-Flag" (Die Tinten-Flagge), hier war der Cache versteckt.


Gar nicht weit von der Promenade gab es einen Geocache zu heben. Oft ist diese „Schnitzeljagd“ mit Informationen über den Ort oder die Stelle gespickt, an der man den Cache suchen und finden muss, sodass Geocaching durchaus im touristischen Sinne interessant ist. So auch hier. Ziel war das Denkmal „The Ink Flag“, dass an eine Gegebenheit währen des Arabisch-Israelischen Krieges 1948 erinnerte.

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Während der ganzen Woche fand in Israel das Chanukka-Fest (Lichterfest) statt. Deshalb gab es an der Strandpromenade allerlei Belustigungen, die von den Familien mit ihren Kindern gerne genutzt wurden.


Die Strandpromenade war genauso unspektakulär wie schon vor vier Jahren. Nur „unser“ McDonald's war nicht mehr existent. Er wurde durch einen Burger King ersetzt.

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Mehr gibt es von diesem Tag nicht zu berichten.

9. Reisetag – Mittwoch, 21.12.2022 - Aqaba/Jordanien

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Auf der Aufzeichnung der Route sieht man sehr schön die bekloppte Schleife, die wir fahren mussten.


Aqaba liegt nur ca. 3 Seemeilen von Eilat entfernt. Die ARTANIA könnte diese Destination spielend in 10 Minuten erreichen. Aber nein, die hohe Politik fordert, dass unser Schiff sich erst einige Seemeilen von Eilat entfernen musste, um dann Kurs auf Aqaba nehmen zu dürfen. So etwas kann sich nur die Krone der Schöpfung – der Mensch – ausdenken.

 

Von Aqaba aus wurde ein Ausflug in die Felsenstadt Petra angeboten, den wir gebucht hatten, trotz unserer Abneigung gegen diese geführte Art des Sightseeings, wie den treuen LeserInnen meiner Blogs bekannt sein dürfte.
Wir hatten die Felsenstadt 2013 schon einmal besucht. Aber dieses UNESCO-Weltkulturerbe ist es wert, auch zweimal besucht zu werden, trotz der 3-stündigen Busfahrt hin, der 3-stündigen Fahrt wieder zurück und trotz des stolzen Ausflugpreises von 159€/Person, darin ist aber der Eintrittspreis von 65 Euro enthalten.

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Fotostopp auf dem Weg nach Petra.

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Dieser Weg führt zu einer imposanten Schlucht, ...

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... dem sogenannte Siq.

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Am Ausgang des Siq taucht die berühmte in den Fels gehauene "Schatzkammer" auf.

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Das "Kloster".

Die Faszination, die die Felsenstadt Petra ausübt, ist schwer in passende Worte zu kleiden. Somit versuche ich es erst gar nicht und verweise einfach auf die obigen Fotos, die aber auch nur hilfsweise den wahren Eindruck wiedergeben können.

 

Vielmehr lasse ich mich deshalb ersatzweise über die Problematik von Lunchpaketen aus.
Vor Antritt des Ausflugs bekam jeder Ausflügler einre Lunchbox ausgehändigt, da für unterwegs keine Einkehr zum Mittagessen vorgesehen war.
Im Bus machte uns der jordanische Reiseleiter darauf aufmerksam, dass es nicht gestattet sei, das Lunchpaket mit in die Felsenstadt mitzunehmen, um dort irgendwo zu picknicken. Vielmehr sollten wir vor der Rückfahrt um 15:00 Uhr im Bus die Atzung zu uns nehmen.
Dieser Hinweis veranlasste einen großen Teil der Businsassen, unverzüglich den Inhalt der Pappbox in ihre Rucksäcke umzupacken. Da nun in der Gepäckablage des Busses volle, halbleere und ganz leere Boxen vorzufinden waren, hatte ich die Befürchtung, dass eine Zuordnung, wem welche Box und mit welchem Füllgrad zuzuordnen sei, nicht mehr eindeutig möglich ist.
Also schrieb ich auf unsere Boxen, die sich über unseren Sitzen im Bus in der Ablage befanden, mit großen Lettern „Hölzer“ drauf, um so jeglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Soweit die Theorie.
Als wir zurückkamen, war von unseren beiden gekennzeichneten Boxen nur noch eine da.
Meine Proteste, ich glaube ich rief „Haltet den Dieb“ versuchten die Leute aus der letzten Busreihe zu entkräften, indem sie postulierten, dass meine Box gar nicht weg sein könnte. Immerhin würden sie schon seit einer dreiviertel Stunde im Bus sitzen und niemand hätte sich an der Ablage über unseren Sitzen zu schaffen gemacht. So viel zum Wert von Zeugenaussagen, denn die Box war ja trotzdem nicht mehr da.
Aber da sich die Boxen (außer durch meine angebrachten Kennzeichnungen) nicht weiter unterschieden, nahmen wir eine aus der gegenüberliegenden Ablage. Das war aber nicht besonders zielführend, denn kurz darauf erschien die Dame, die unter besagter Ablage ihren Sitz hatte und vermisste nun ihrerseits ihr Lunchpaket. Mit hochrotem Kopf gaben wir unseren Diebstahl zu und überreichten der Dame ihr Paket. Als diese „ihr Paket“ öffnete, stellte sie fest, dass dies nicht das ihre sein könne, da sie die vegetarische Variante geordert hätte. Deshalb schenkte sie uns die mit Schinkensandwich und Frikadellenbrötchen gefüllte Box zurück. Wir wiederum boten ihr den Kuchen aus den nun endgültig uns gehörenden beiden Boxen an, den sie gerne annahm.
Dass es sich bei der Dame um eine Muslima handelte, war leicht am Kopftuch und der Kleidung zu erkennen. Dies wäre eigentlich nicht erwähnenswert gewesen, wenn nicht eine weitere Dame die Bühne betreten hätte. Diese hatte nämlich gerade eine (die vermeintlich ihr gehörende) Box geöffnet und festgestellt, dass diese rein vegetarischen Inhalts war. Deshalb schloss sie messerscharf, dass dies die Box der Muslima war und wollte nun mit ihr tauschen, mit den Worten „Dass ist eine koschere Box, die gehört sicher Ihnen“. Dass „koscher“ ein Begriff aus der jüdischen Religion ist und nicht aus der Islamischen, sei hier nur am Rande erwähnt. Aber egal, ob vegetarisch, koscher oder halal, Frau Muslima hatte leider nichts mehr zum Tausch anzubieten. Da sie jedoch bereits durch den Kuchen gesättigt war, verzichtete sie ihrerseits auf die Veggie-Box.

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Das Ende der Lunchbox-Problematik.


Somit kam der Dominoeffekt der fehlenden Boxen schließlich zu einem halbwegs glücklichen Ende.

 

Wirklich unschön war ein anderes Ereignis. Von den 12 (!) Ausflugsbussen wurde einer von Jugendlichen mit Steinen beworfen, sodass eine Scheibe zu Bruch ging. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Deshalb sammelten sich die Busse auf einem Parkplatz, um mit Polizeibegleitung im Konvoi zum Hafen zu fahren. Uns wurde zunächst erklärt, die Polizeibegleitung diene dazu, die Busse schnell durch die Rushhour zu lotsen. Erst nach unserer Ankunft erfuhren wir den wahren Grund.
Ich vermute, dass das Rushhour-Narrativ dazu diente, keine Unruhe oder Ängste aufkommen zu lassen.

 

 

10. Reisetag – Donnerstag, 21.12.2022 - Safaga/Ägypten

Wenn ein Schiff Europa südlich hinter sich lassen möchte oder von Süden her Europa als Ziel hat gibt es zwei mögliche Wege, östlich von Afrika über das Rote Meer und durch den Suezkanal oder westlich von Afrika durch die Straße nach Gibraltar.
Auf unseren bisherigen großen Reisen fuhren es schon dreimal auf dem Rückweg durchs Rote Meer und immer waren die angelaufenen Häfen Safaga oder Hurghada, Sharm-el-Sheikh, Eilat und Aqaba.
Bisher besuchten wir dieses „Hafenquartett“ im April oder Mai und zu dieser Zeit war es schon höllisch heiß dort. Jetzt im Dezember waren die Temperaturen sehr human, mal etwas über 20°, mal ein wenig darunter, was für den freilaufenden Touristen nicht unbedingt von Nachteil sein muss.

Heute also stand Safaga auf dem Programm. Gemäß Landgangsinformation durch die Reiseleitung wurden wir daran erinnert, dass es in Safaga kein klassisches Zentrum gibt.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Über die Smartphone-App MAPS.ME gab Doris als Ziel die nächstgelegene Moschee ein und wir ließen uns vom Handy routen, sehr zum Leidwesen der örtlichen Taxifahrer, die uns vergeblich zuhauf ihre Dienste anboten.

Als wir von der lebhaften Hauptstraße abbogen, ...

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... kamen wir in eine Gegend, wo man als hellhäutiges Individuum neugierig beäugt, aber auch freundlich gegrüßt wurde.

 

Jedoch so ganz ungewöhnlich für das Auftauchen von Touristen kann diese Ecke nicht gewesen sein, denn einige Kinder fragten uns unverhohlen nach „Money“ oder „Dollars“.

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Diese beiden Jungs wollten nur fotografiert werden - weiter nichts.



Es gab aber viele Kids, die einfach nur kindlich neugierig waren und ganz stolz, dass wir sie fotografierten.

Wir empfanden diesen vormittäglichen Spaziergang als gelungen und erlebnisreich ...

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Transportmittel ...

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... aller Art und ...

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... hier anscheinend das örtliche Reisebüro.

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Die farbigen Küken waren natürlich ein echter Hingucker, ...

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obwohl das Tierwohl nicht gerade an erster Stelle stand.

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... und kehrten rundherum zufrieden pünktlich zum Mittagessen aufs Schiff zurück.

 

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In der Nähe des Hafens konnte man ungewöhnliche Verladeaktivitäten beobachten.

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Maximale Ausnutzung der Ladekapazität des LKWs.

 

11. Reisetag – Freitag, 23.12.2022 – Seetag

Heute war der erste von vier Seetagen oder wie Phoenix es ausdrückt „Urlaub auf See“. Und damit liegt Phoenix ziemlich richtig. Man braucht sich nicht um Ausflüge oder sonstige Unternehmungen an Land kümmern und kann das Bespaßungsangebot an Bord nutzen oder es auch sein lassen, gerade wie man möchte – Urlaub eben.

An solchen Tagen kann ich in Ruhe Fotos sichten, sortieren und die ganz Schlechten löschen. Insbesondere habe ich Zeit, an meinem Blog zu arbeiten. So konnte heute der erste Blogeintrag, in dem die ersten zehn Tage der Reise festgehalten wurden, online gehen.

Da heute mein Geburtstag ist, fand ich nach dem Frühstück auf der Kabine eine Flasche Sekt, die Phoenix spendiert hatte.

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Und die Geburtstagsfreuden gingen weiter.
Für diesen Reiseabschnitt wurde ein sogenannter Geburtstagsbonus eingeräumt.

Alle Passagiere, die in den Genuss dieses Bonus gekommen waren, wurden (nebst Begleitung) schriftlich für den Nachmittag zu einem Sektempfang in die Atlantik-Show-Lounge eingeladen. Wir nahmen die Einladung an. Der Kreuzfahrtdirektor Jörn Hofer moderierte auf der Bühne locker, humorvoll und gekonnt diese kleine Veranstaltung. Aber was heißt klein?

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Die Lounge war gerammelt voll. Aber ob das wirklich alles Leute mit Geburtstagen gemäß Phoenix-Definition waren? Zumindest einen „Fremdgänger“ hat es gegeben, denn neben mir saß ein Herr und fragte mich, was hier eigentlich veranstaltet würde.

Der Kreuzfahrtdirektor hat uns gegenüber mal geäußert, er hätte mit Leuten kein Problem, die versehentlich oder bewusst “falsch abbiegen“ (wie er es in seiner lockeren Art ausgedrückt hat) und bei quasi geschlossenen Gesellschaften auf- und in der Menge untertauchen.
Auch wir haben damit kein Problem, es sei denn, es sind dieselben Leute, die unsere Lunchboxen stehlen.

Aber kurz zurück zum Geburtstagsempfang. Ein Kellnerchor sang „Happy Birthday“, vier Mitglieder des Showensembles traten gekonnt als „Blues Brothers“ auf und wir erfuhren, dass das Durchschnittsalter der Passagiere auf diesem Reiseabschnitt 71,5 Jahre betragen würde.

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Nach 20 Minuten konnten wir, ausreichend geehrt, die Lounge wieder verlassen.

Zu dem doch recht hohen Altersdurchschnitt habe ich mir überlegt, ob in diese Rechnung nicht ganz einfach die Crew mit einbezogen werden könnte. Man kommuniziert dann ganz einfach nicht mehr den "Durchschnitt der Passagiere", sondern allgemein den "Altersdurchschnitt auf der ARTANIA". Dadurch würde die ARTANIA  jünger dastehen als z.B. die AIDA-Schiffe.

 

 

12. Reisetag – Samstag, 24.12.2022 – Heiligabend auf See

Schon am Vormittag konnte wir durch aufmerksames Studium des Tagesprogramms feststellen, dass Heiligabend war.

So wurde statt wie üblich „Fit in den Tag“ um 9:00 Uhr ein „Fit in den Heiligabend“ angeboten.
Das „Jakkolo!“ (ein Geschicklichkeitsspiel) wurde zum „Weihnachts-Jakkolo!“ und das „Quiz mit Mandy“ wurde zum „Weihnachtsquiz mit Mandy“ aufgewertet,
„Weihnachts-Mandala“, „Weihnachts-Bingo“ und „weihnachtliche Teezeit“ rundeten das Programm bis zum Nachmittag ab.

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Bei der weihnachtlichen Teezeit kam es zu einer kleinen Irritation. Unter den Plätzchen, Stollen, Dominosteinen und den Mini-Schoko-Weihnachtsmännern hatte Doris einen Osterhasen entdeckt und diesen sofort fürsorglich in ihre Obhut genommen.

 

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Zwei wichtige Akteure:
(v.l.n.r) Der Weinachtsmann und der Kreuzfahrtdirektor Jörn Hofer.



Um 17:00 Uhr kam zwar nicht das Christkind in Harry’s Bar, aber zumindest der Phoenix-Weihnachtsmann mit Gefolge. Er verteilte die Geschenke, die die Schenkenden vorher am Phoenix-Informationsschalter abgeben konnten. Geschenkpapier, Geschenkband und Schere lagen die letzten Tage hierfür bereit.

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Ich wollte den leuchtenden Kinderaugen während der Bescherung nicht die Sicht nehmen.
Deshalb sind auf meinem Foto der Wehnachtsmann und seine Helfer nicht so gut zu erkennen.

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Nachdem der Sack vollständig geleert war,
konnte ich doch noch Weihnachtsmann und Co. ablichten.

 

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Seeleute und Kreuzfahrer sind Weihnachten auf Hoher See heutzutage nicht mehr von ihren Lieben zu Hause so abgeschnitten wie früher. Eine der wenigen Möglichkeiten, Weihnachtsgrüße von Deutschland in die Ferne zu schicken, waren Funksprüche über Kurzwelle, etwa über die Funkstation Norddeich Radio. Nicht nur auf den Schiffen, sondern mit jedem handelsüblichen Kurzwellenempfänger konnte man die Funksprüche abhören.
Heutzutage ist es mit WhatsApp und E-Mail sehr viel einfacher und preiswerter (und nicht so öffentlich), Grüße zu versenden oder überhaupt in Kontakt zu bleiben.

 

Für den Abend wurde ein reichhaltiges weihnachtliches Programm angeboten, einschließlich einer Christmette.
Damit ich hier nicht schreiben und beschreiben muss, was alles geboten wurde, hier der Link zum kompletten Tagesprogramm am Heiligen Abend:

Apropos Tagesprogramm - sämtliche Tagesprogramme werden hier im Blog gesammelt und können bequem unter dem entsprechenden Menüpunkt abgerufen werden.

 

 

13. Reisetag – Sonntag, 25.12.2022 – Seetag – 1. Weihnachtsfeiertag

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Diese Foto aus 2018 zeigt, wie man versucht hat, der potentiellen Gefahr durch Piraten zu begegnen.

Wir befanden uns seit gestern im Golf von Aden, einer „High Risk Area (HRA), und fuhren deshalb in einem „Internationally Recommended Transit Corridor (IRTC)“. Am Horn von Afrika trieben in den letzten Jahren Piraten ihr Unwesen, kaperten Frachtschiffe und ließen sie gegen hohe Lösegeldzahlungen wieder frei. Deshalb die Einstufung als High Risk Area. Der empfohlene (recommended) Korridor wird besonders überwacht und teils auch militärisch gesichert.

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2013: Mit Dummies gegen die Piratengefahr.

Für 2023 wird die Risikobewertung dieses Fahrgebiets heruntergestuft, sodass die ARTANIA schon jetzt auf gewisse Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren getroffen wurden, verzichtet. So wurden seinerzeit Puppen an der Reling aufgestellt, die den Piraten vorgaukeln sollten, dass rundum auf dem Schiff spezielle Wachen stehen und an Deck lagen Feuerwehrschläuche zur Abwehr enternden Piraten bereit.

 

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Feuerwehrschläuche, wie in 2018, waren diesmal nicht in Position.



Allerdings gehörten Kreuzfahrtschiffe nie zum Beuteschema der Piraten. Wir sind zu schnell, haben zu hohe Bordwände und hunderte Passagiere sind schwerer unter Kontrolle zu halten als 20 Mann Besatzung eines Frachters.

 

Zum Frühstück im Restaurant Artania werden wir mit leiser Musik aus den Deckenlautsprechern beglückt. Auf Nachfrage stellte sich jedoch zum Glück heraus, dass dies eine einmalige Maßnahme ist und dem Umstand, dass Weihnachten sei, geschuldet.

Im heutigen Tagesprogramm wird eine „Weihnachtliche Teestunde“ mit ausgewählten Kaffeespezialitäten angekündigt. Passend zu diesem verbalen Widerspruch könnten also auch wieder Osterhasen auftauchen.
Da wir uns dieses Ereignis aufgrund einer Kalorienhochrechnung entgehen ließen (zum Abendessen gibt es Gänsebraten), konnten wir die Existenz weiterer Osterhasen nicht verifizieren.

 

 

14. Reisetag – Sonntag, 26.12.2022 – Seetag – 2. Weihnachtsfeiertag

Das Schreiben eines Reiseblogs hat mal (2013) damit angefangen, dass ich zum einen die Technik lernen und ausprobieren wollte und vor allem wollte ich ein brauchbares Reisetagebuch haben, auf das wir später bequem zugreifen können. Einige Freunde und Verwandte interessierten sich dafür, somit war genügend „Druck“ vorhanden, die Sache auch durchzuziehen und nicht schleifen oder gar fallen zu lassen. Über Google wurde dann der Blog auch von „Fremden“ entdeckt, von denen mir einige ein positives Feedback gaben. So kam es mit der Zeit zu einer gewissen Eigendynamik, sodass die Blogs mittlerweile von immerhin mehreren hundert Interessierten gelesen werden.

Eine Freundin machte mich darauf aufmerksam, dass in einem Internetforum für Kreuzfahrten in einem Thread (= zusammenhängende Beiträge) vom 20.12.2022 dieser Blog Erwähnung gefunden hat. Das Forum wird von dem Online Reisebüro „ Pooldeck24 – Die Kreuzfahrtexperten“ betrieben (https://forum.pooldeck24.de).
Ich möchte (nicht ganz ohne Stolz) den Teil des Threads hier wiedergeben, in dem es um meinen Blog geht. 
Eine Regel dieses Forums verbietet das Einsetzen von Links in den Forenbeiträgen. Ich erwähne das, damit man versteht, warum die Forumsteilnehmer sich ein wenig verbiegen müssen, um zu erklären, wie man den Blog im Netz finden kann.

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Der Screenshot vom Anfang des Threads.
Wegen der besseren Lesbarkeit habe ich den Thread nicht als Folge von Screenshots wiedergegeben,
sondern die Beiträge ganz klasisch in reine Textform umgesetzt.

Uschisiggi 20.12.2022 21:04 Uhr: Mich auch. Ich schaue schon immer auf die hp von Phoenix.
Die aktuelle Reise ist ja gleich eine sehr lange, die Umrundung Afrikas.
OK, es gibt da wohl auch Teilreiseabschnitte. Ich weiß nur, dass Peter Hoelzer (den findet man im www als Blogger) auf der Umrundung an Bord ist.

meer(er)leben 20.12.2022 21:10 Uhr: Vielleicht schreibt er ja im Blog unterwegs.
Ob er wohl wieder Dosenwurst dabei hat?

Uschisiggi 20.12.2022 21:11 Uhr: Ja, er schreibt wieder, ich habe den Blog abonniert.

Bluecat 21.12.2022 08:55 Uhr: Das ist ja eine interessante Neuigkeit. Ich hatte neulich mal einen alten Blog gelesen und mich gefragt, ob er wohl bald mal wieder auf Weltreise geht, jetzt, wo es doch möglich ist. Da muss ich heute gleich mal schauen. (Vielleicht wird unterwegs ja auch wieder ein Klapptisch von ihm gekauft, sonst isst es sich so schlecht auf der Kabine zwecks Vermeidung der Galaessen)

Bluecat 21.12.2022 18:48 Uhr: Habe vorhin mal bei Peter Hölzer geschaut, aber noch keine neuen Blogeinträge gefunden.
Nur die ganzen alten Reisen. Hast du vielleicht einen Tipp für mich?

Anke64 21.12.2022 19:04: Wenn du eine alte Reise anklickst, ändere oben mal die Jahreszahl auf 2023. Dann hast du die neue Reise.

Bluecat 21.12.2022 19:12 Uhr: Oh super, ich danke dir vielmals. Ich liebe dieses Forum, man lernt immer wieder dazu!

Da in meinem Blog Links nicht verboten sind, hier der direkte Weg zum erwähnten Thread: https://forum.pooldeck24.de/forum/thread/22479-artania-in-der-werft/?pageNo=1

 

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Das Mysterium der Osterhasen hatte sich bei der heute erneut stattgefundenen „Weihnachtliche Teestunde“ (mit Kaffeespezialitäten) geklärt.

 

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Auf dem weihnachtlich dekorierten Kuchenbuffet wimmelte es von Hasen und zwar von so vielen, dass wir unmöglich alle retten konnten.

 

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Aber der eine, dem wir uns näher widmeten, entpuppte sich nach einer sehr genauen mikroskopischen Untersuchung als Elch. Wenn man nämlich ganz genau hinsah, konnte man ein zart angedeutetes Geweih erkennen.
Somit war die Welt wieder in Ordnung.

 

 

15. Reisetag – Dienstag, 27.12.2022 – Salalah/Oman

Für den heutigen Landgang hat sich Doris ordentlich vorbereitet. Im Phoenix-Tagesprogramm gab es die Information, dass am Hafenausgang der öffentliche Bus mit der Nummer 20 halbstündlich ins Stadtzentrum verkehren würde. Doris recherchierte im Internet und entdeckte eine Karte mit den Haltestellen, die genauen Abfahrtszeiten und die Ticketpreise, als da sind 200 Baiza (1 Omanischer Rial = 1000 Baiza), ca. 0,50 € für Kurz- und Mittelstrecke und 300 Baiza (ca. 0,75 €) für die Langstrecke.
Somit sah unser Plan wie folgt aus: Mit dem angekündigten kostenlosen Shuttlebus der Hafenbehörde zum Hafenausgang fahren (Laufen ist im Hafengelände verboten) und von dort mit den Öffis zur ca. 18 Kilometer entfernten Sultan-Qaboos-Moschee und anschließend Realisierung des Konzepts „schau’n wir mal“, denn am Nachmittag sollten die Geschäfte und Basare lange geschlossen sein.

Gleich nach unserem ausgiebigen Frühstück, das zur Stärkung für den bevorstehenden Landgang diente, legte die ARTANIA gegen 10:00 Uhr an der Pier im riesigen Industriehafen von Salalah an.
Der ersten Shuttle zum Hafenausgang war bis auf den letzten Platz besetzt (ca. 20 Personen), wie wir von der Reling aus beobachten konnten. Nach ca. 25 Minuten war er wieder zurück. Auch wir hatten uns mittlerweile unter die Wartenden eingereiht und konnten den Shuttle besteigen. Diesmal war er nicht vollständig besetzt. Allerdings war die Stimmung im Bus etwas getrübt. Auf dem Schiff hatte der Kreuzfahrtdirektor nämlich eine Durchsage gemacht, die zwar akustisch nur teilweise von uns Wartenden an der Pier verstanden werden konnte, aber wir verstanden zumindest so viel, dass die Taxifahrer dafür gesorgt hätten, dass die öffentliche Busse die Haltestelle am Hafenausgang heute nicht anfahren könnten.
Am Hafenausgang wartete eine Dame von der Reiseleitung, um die geshuttleten Ankömmlinge über die Lage an der Bus-Taxi-Front zu informieren. Leider begann sie ihren Vortrag bereits, obwohl 5-6 Leute noch nicht ausgestiegen war (denn das geht bekanntlich nur einer nach dem anderen). Zwei der 5-6 Leute waren wir. Ergo mussten wir die Phoenix-Dame bitten, ihre Infos noch mal an uns weiterzugeben, denn von selbst wäre sie nicht auf diesen Gedanken gekommen. Besagte Dame arbeitet mindestens schon 10 Jahre für Phoenix, wenn nicht sogar noch länger, und sollte eigentlich wissen, wie man informiert. Solche Huddeligeiten zum Nachteil der Gäste ärgern uns nun mal und werden deshalb hier im Blog thematisiert.

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Die verwaiste Bushaltestelle am Hafenausgang.


Jedenfalls wurde bestätigt, dass die „Taxi-Mafia“ (O-Ton der Reiseleitung) dafür gesorgt hätte, dass die nur wenige Schritte entfernte Bushaltestelle heute nicht angefahren werde und somit verwaist ihr Dasein fristete. Das Taxiangebot sähe wie folgt aus: Eine Fahrt ins Zentrum (knapp 20 Kilometer) und wieder zurück und bei einer Aufenthaltsdauer von zwei Stunden kostet 65 Euro – Fixpreis. Trotzdem solle man ausdrücklich aushandeln, dass dieser Preis pro Wagen und nicht pro Person gelte.

 

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Taxis standen zur Genüge bereit.

 

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Der "Dispatcher" hält Rücksprache mit den drei "Geschäftsführern".
(Der Dritte ist etwas verdeckt.)


Die Reisewilligen verhandelten nicht mit den Taxifahrern selbst, sondern mit einem „Dispatcher“, der auch zusätzlich die Aufgabe hatte, den noch Unentschlossenen das Angebot schmackhaft zu machen. Drei Omanis, die vor einer Kaffeebude saßen und das Geschehen genau beobachteten, schienen wohl die Chefs dieser Taxi-Vermarktungs-GmbH zu sein.

 

Das 65-Euro-Angebot ist eigentlich OK und wenn man es mit vier Personen durchführt, sind das 16,25€ pro Person. Aber ob sich überhaupt eine Fahrt in die City lohnt, wenn alle Geschäfte geschlossen sind? Eine Fahrt mit einem öffentlichen Bus ist meist reizvoller als eine Taxifahrt. Was uns aber noch mehr von einer Taxifahrt abhielt, war die Tatsache, dass hier mit unlauteren Tricks gearbeitet wurde. Natürlich habe wir Verständnis dafür, dass die Taxis ihr Geschäft machen wollen, aber bitte nicht so.

Gab es tatsächlich das „Verbot“ den Hafen zu Fuß zu verlassen? Wir überlegten, dass das eigentlich nicht sein könne und diese Info ebenfalls von der Taxi-Vermarktungs-GmbH gestreut worden war. Wir gingen also Richtung Tor, wo uns ein Security-Mann freundlich grüßte und keine Anstalten machte, uns den Weg streitig zu machen. Nur der Dispatcher hatte vorher lautstark und verärgert versucht, uns von unserem Vorhaben abzubringen.

Wir hatten nichts Besonderes vor, sondern wollten nur ein paar Schritte laufen und zwar die einzige Straße entlang, die vom Hafenausgang weg führte. Diesen Weg hatten wir schon zweimal bei vergangenen Reisen genommen. Damals war unser Ankunftstag jeweils ein Freitag gewesen, der in den islamischen Ländern unserem Sonntag entspricht und sich damit eine Fahrt in die Stadt ebenfalls nicht angeboten hatte.

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Wir kamen, wie damals, an einem kleinen Strand (Oasis Beach) vorbei, der aber jetzt durch ein eisernes Tor abgesperrt war. Hier kam es vor einiger Zeit wegen der starken Unterströmungen zu einem tödlichen Badeunfall, worüber uns der Kreuzfahrtdirektor auf dem Schiff informiert hatte und vom Schwimmen dringend abriet. Von dem eisernen verschlossenen Tor hatten die Phoenixleute bis dato wohl noch nichts gewusst.

 

Als ein Gebäude mit kleinem Laden, einer Bank und einer Wechselstube in Sicht kam, war uns klar, dass wir diesmal die Straße etwas weiter hoch gelaufen waren, als die Jahre davor, denn dieses kannten wir noch nicht.
Wir nutzen die Gelegenheit und tauschten in der Wechselstube 20€ in omanische Rial zu einem reellen Wechselkurs. Für das Wechseln wollte die Kassiererin unsere Reisepässe sehen. Die lagen allerding im Gewahrsam bei der Phoenix-Rezeption, damit ein omanischer Behördenmann seinen Stempel dort reindrücken konnte. Aber Doris wäre nicht Doris, wenn sie von unseren Pässen keine Farbkopien dabeigehabt hätte. Und die genügten zur Abwicklung des Tauschgeschäfts.

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Bis hierher und nicht weiter, d.h. ein kleines Stück ginge noch, aber dann war Umkehren angesagt.


Kurz hinter der Wechselstube standen am Straßenrand Schilder, die nichts Gutes verhießen: „Verbot für Fußgänger“! Ein paar Meter weiter stand ein Wachhäuschen und der darinsitzende Wachmann gestikulierte freundlich und deutlich, dass wir umkehren müssten, was wir auch taten.
Anscheinend bewegten wir uns in einem Bereich, der immer noch zum Hafen gehörte.

 

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Bis zur Haltestelle des Shuttlebusses waren es noch ein paar gute Meter.


Als die Stelle, wo der Shuttlebus zurück zur ARTANIA abfuhr, in unseren Sichtbereich kam, war dieser bereits wieder unterwegs, aber auf unsere Handzeichen hin hielt er auf freier Strecke an und ließ uns einsteigen.

 

Gerade noch rechzeitig zur Mittagszeit waren wir wieder zurück auf der ARTANIA und wie zur Belohnung unserer vormittäglichen Aktivitäten gab es Currywurst mit Pommes.

Nach dem Mittagessen beobachteten wir zum Zeitvertreib, wie die 15 wartenden Ausflugsbusse nach und nach mit Passagieren bestückt wurden.

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Es warteten auch 20 geschlossene Geländewagen für einen 4-stündigen Ausflug (149€). Dieser Art von Ausflügen sind wir gar nicht so abgeneigt, aber als wir gesehen haben, dass jeweils vier Passagiere in einen Wagen verfrachtet wurden – einer als Beifahrer und 3 nebeneinander auf der Rückbank – waren wir froh, nicht gebucht zu haben. Insbesondere der Mittlere auf der Rückbank hatte jeweils die A…-Karte gezogen.

Am Nachmittag gingen wir im Pool schwimmen.

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Mit der Ladung von 7 Tanklastwagen wurde die ARTANIA betankt.
Weiter hinten, auf dem Foto nicht zu sehen "lauerten" 3 weitere Spritlaster.

 

Das Abendprogramm bot eine „Orientalische Nacht“ hinten auf dem Deck an der Phoenix-Bar.

Das dazu passende in den Restaurants angebotene Orientalische Abendessen konnten wir mit Graubrot und gutem rohen Schinken problemlos umschiffen. Zum Glück gibt es im Lido-Restaurant am Buffet immer ein Angebot mit Brot, Wurst und Käse.

Für alle Fälle, wenn das Essen uns überhaupt nicht behagen sollte, haben wir von zu Hause zwei Dosen Wurst als eiserne Reserve mitgebracht.

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16. Reisetag – Mittwoch, 28.12.2022 – Seetag

Heute war der letzte Seetag für dieses Jahr. Der nächste Seetag wird erst wieder am 10.1.2023 stattfinden. Diese Art der Routenplanung lässt die Interessen eines Bloggers völlig unberücksichtigt. Wie soll man bei so vielen Landgängen denn in Ruhe bloggen können?

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Da am 3.1.2023 die erste Etappe der Afrikareise zu Ende geht, war heute, am letzten Seetag, die letzte Möglichkeit zur Durchführung des allseits beliebten Stadl-Frühschoppens mit Freibier, Weißwurst, gegrilltem Schweinebauch, Leberkäs und Brezen. Und Phoenix nutzte natürlich diese Möglichkeit, denn ein Weglassen hätte Aufstände und eine mögliche Revolution verursacht.
In früheren Blogs hatte ich den Frühschoppen mehr als einmal ausführlich beschrieben und reich bebildert, sodass ich mir das heute schenken wollte. Aber da es eine kleine Neuerung gab, muss ich doch ein paar Worte darüber verlieren.
In der Vergangenheit fand der Frühschoppen von 11 -12 Uhr vormittags statt und gleich anschließend um 12:30 Uhr startete das Mittagessen -  aus ernährungsphysiologischer Sicht ein völliger Unsinn.
Diesmal fiel der Frühschoppen gleichzeitig mit den Öffnungszeit des Restaurants zum Mittagessen zusammen (12:30 – 14:00 Uhr), sodass es schon schwieriger war, beide Nahrungsangebote wahrzunehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass es in den Restaurants kein Freibier gab.
Der Frühschoppen fand draußen auf Deck 8 in der Kopernikus-Bar statt. Ein cleverer Kreuzfahrer könnte auf die Idee kommen, nach Bier- und Weißwurstgenuss noch schnell das wenige Schritte entfernte und auf dem gleichen Deck befindlichen Lido-Buffett-Restaurant aufzusuchen. Das wäre zeitlich durchaus machbar gewesen, weil hier die zeitaufwendigen Bedienungsvorgänge durch die Kellner entfielen. Aber statt des Rahmgulaschs, dass auf der Tagesspeisekarte ausgelobt war, gab es im Lido genau das Gleiche, was es auch an den Schmankerl-Ständen in der Kopernikus-Bar gab. Die à la carte Menüs gab es nur im Restaurant Vierjahreszeiten auf Deck 2 (das Restaurant Artania blieb heute Mittag geschlossen).

 

 

17. Reisetag – Donnerstag, 29.12.2022 – Muscat/Oman

Ein Mann will nach oben (Eine Episode sehr frei nach Hans Fallada)

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Heute mussten wir wegen der verkürzten Frühstückszeiten statt im Restaurant Artania unser Frühstück im Lido einnehmen. Hierzu wollten wir mit dem Aufzug von unserem Deck 4 auf Deck 8 fahren. Auf der Leuchtanzeige der Aufzüge ist zu erkennen, wo diese sich gerade befinden. Zu diesem Zeitpunkt waren beide Aufzüge in den Decks über uns. Vor uns eilte ein Mann auf den Aufzug zu und drückte die Rufknopf für eine Fahrt nach unten. Ich murmelte, dass wir ja nach oben müssen und drückte den Rufknopf für „nach oben“. Jetzt erklärte uns der mitreisende Gast, dass er ebenfalls nach oben wolle, aber da die Aufzüge über uns seien, müsse man sie nach unten rufen. Mein Einspruch, dass man damit die Fahrtrichtung bestimme, wurde als falsch eingeordnet. Als ein Fahrstuhl ankam und im Display über der Tür nun ein Pfeil (Fahrtrichtung) nach unten angezeigt wurde, wagte ich einen neuen Versuch und warnte den Mann, dass er gleich in die falsche Richtung fahren werde. Aber er belehrte mich streng, original mit diesen Worten: “Der Aufzug wird genau dorthin fahren, wohin ich will“, betrat die Kabine, drückte die "8" und fuhr schnurstracks runter auf Deck 2.

 

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Im Hafen von Muscat, der Hauptstadt des Oman, waren alle Liegeplätze schon belegt.


Aber nicht das Fahrstuhlfahren, sondern das Tendern sollte etwas problematisch werden. Weil die beiden dicken Schiffe „Mein Schiff 6“ und die „MSC Opera“ bereits im Hafen von Muscat lagen, war für uns dort kein Platz mehr und wir mussten deshalb ankern oder wie der Seemann sagt, wir liegen auf Reede.

 

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Deshalb mussten wir tendern, also mit den Rettungsbooten fahren, um an Land zu kommen. Jedoch herrschte starker Schwell, eine langgezogene Dünung, wodurch das Ein- und Aussteigen in den stark schwankenden Tenderboote nicht ganz ohne ist. Die nautische Leitung des Schiffs war nun am hin und her überlegen, ob das Tendern überhaupt durchgeführt werden sollte oder nicht. Schließlich gab es doch grünes Licht für das Tendern, allerdings mit der Einschränkung bzw. dem Appell, dass Gehbehinderte besser an Bord bleiben sollten.
Da dieser Entscheidungsprozess sich über eine Zeitlang hinzog und dass statt drei oder vier Boote nur zwei eingesetzt wurden, kamen die Zeitpläne für die verschiedenen Ausflüge recht durcheinander.
Da wir keinen Ausflug gebucht hatten, betraf uns das nur indirekt bis überhaupt nicht. Zwar verschob sich auch das Tendern für die „Freigänger“ nach hinten, weil erst die Ausflügler an Land gebracht wurden. Aber bis wir mit Frühstück etc. fertig waren, war die Tender-Rushhour bereits vorbei und wir schipperten in einem nur halbvollen Boot an die Tenderpier.

 

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Gestern gab es im Oman Starkregen, von dem in der Nähe unserer Tenderpier nur noch eine größere Pfütze übrig geblieben war.


Jetzt stellte sich heraus, dass das aufwendige Tendern für uns auch Vorteile  hatte. Unsere Tenderpier lag praktisch im Zentrum, während die Piers für die Kreuzfahrtschiffe einen knappen Kilometer weiter entfernt lagen.

 

 

Doris hatte für unseren Landgang bereits gestern Abend einen kleinen Spaziergang über ca. 5 Kilometer geplant. Auf diesem Weg lagen eine Handvoll Geocaches, die wir finden wollten.
Diese Route hatte sie, ebenfalls schon am Vorabend, aufs Smartphone gespeichert, sodass wir unterwegs auch ohne Internetverbindung unseren Weg finden konnten ohne uns zu verlaufen.

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Auf nasse Füße hatten wir keine Lust.

Die Strecke führt uns auch zum großen Souk, aber der stand zum Teil unter Wasser, sodass wir von einem Besuch Abstand nahmen. Gestern gab es starke Regenfälle im Oman, wie wir aus dem Netz erfahren hatten, sodass sogar die Schulen geschlossen waren. Zwar strahlte heute die Sonne, aber von den Bergen floss wohl noch genügend Wasser, sodass die Kanalisation überfordert war.

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Die sogenannte Corniche, die Uferpromenade von Muscat.


Also ließen wir den Souk links liegen, genauer gesagt, rechts liegen, denn wir wanderten westwärts die Corniche, die prachtvollen Uferpromenade, entlang, um irgendwann zum Mutrah Fort abzubiegen, wo wir den ersten Cache fanden.

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Es mussten erst viele Stufen hoch zum Fort bewältigt werden, ...

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... ehe der Cache in einer Mauerspalte (trotz Tarnfarbe) gefunden wurde.

 

Der Weg führte uns weiter, zunächst parallel zur Corniche und schließlich auf derselben wieder zurück Richtung Hafen – Gesamtausbeute: 5 Geocaches.

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Ein überdimensionaler Weihrauchkessel auf einer Anhöhe - das Wahrzeichen von Muscat.

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Ein schöner Blick auf die ARTANIA, wie sie draußen auf Reede liegt.

 

Auf Grund weher Füße verzichteten wir auf die Prüfung, ob der Souk mittlerweile ohne nasse Füße zu bekommen, hätte betreten werden können. Außerdem ist es doch recht abenteuerlich, die Hauptstraße, die zwischen der Corniche und dem Souk verläuft, zu überquere, da Ampeln Mangelware sind, was die Entscheidung gegen einen Souk-Besuch erleichterte.
An der Tenderpier mussten wir eine knappe halbe Stunde warten, bis das Boot kam. Die Überfahrt dauert etwa 15 Minuten. Ob des immer noch anhaltenden Schwells schaukelten wir ganz ordentlich durch die Wellen, bis wir nach 15 Minuten Fahrt wieder auf der ARTANIA waren, rechtzeitig zur Kaffeestunde, denn wir waren recht hungrig. Oh Freude, neben den üblichen Kuchen und Gebäck gab es warme Frikadellen, Wiener Würstchen und Lasagne. Durch den verspäteten Start der Vormittagsausflüge konnten diese nicht rechtzeitig zum Mittagessen zurück sein und deshalb hatte die Küchencrew diese Extras herbeigezaubert. Wir schlugen begeistert zu.

Um 19:00 Uhr lichteten wir den Anker mit Ziel Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

 

 

18. Reisetag – Freitag, 30.12.2022 – Fujairah/Vereinigte Arabische Emirate

Fujairah ist die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats, eines der sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate.

Im heutigen Tagesprogramm war Folgerndes zu lesen:

SHUTTLE-SERVICE IN FUJAIRAH
Da das Laufen im Hafen nicht erlaubt ist, verkehren ab 08.30 Uhr Shuttlebusse vom Schiff zum Einkaufszentrum, weiter ins Stadtzentrum und wieder zurück (ca. alle 30 Minuten).

Auch wir wollten diesen Service nutzen und warteten gegen 10:30 auf den Bus.

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Die Buswarteschlange vor uns war zum Glück kürzer, ...

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... als die Schlange hinter uns.

 

Dieser kam irgendwann und brachte auch schon wieder schimpfende Phoenix-Reisende zurück. Der Ärger kam deswegen auf, weil der Bus nicht ins Stadtzentrum verkehrte, sondern lediglich zu einer Shopping-Mall außerhalb der Stadt. Diese Diskrepanz zwischen Plan und Wirklichkeit klärte unser Kreuzfahrtdirektor später auf und entschuldigte sich dafür. Der Name der Shopping-Mall lautete schlicht und ergreifend „City Center“, wodurch Phoenix sich verleiten ließ, das mit Stadtzentrum gleichzusetzen.

Trotz des Wissens, in der Pampa ausgesetzt zu werden, ließen wir uns widerstandslos shuttlen. Mal kurz in die Geschäfte reinschauen und wieder zurückfahren war immerhin ein Plan, wenn auch kein sehr ausgeklügelter.
An der Mall angekommen schauten wir auf gut Glück in unsere Geo-Cache-App, ob vielleicht in der Nähe ein „Schatz“ zu heben sei. Und siehe da, in ca. 2 Kilometer (Luftlinie) war ein Cache versteckt. Mangels Internet mussten wir nach Sicht laufen, da ohne Internet das Routing für Fußgänger bei Google-Maps nicht funktioniert.

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Die ersten 500 Meter konnten wir querfeldein laufen, bis wir an eine stark befahrene 6-spurige Straße kamen.

 

Ein richtiger Fußweg neben der Straße war das nicht, auf dem wir nun weiter marschierten, aber wir wollen mal nicht nörgeln. Das Ziel unserer kleinen Wanderung war schon bald gut sichtbar, nämlich eine ca. 70 Meter hohe Hügelkette auf der 7 Wachtürmchen thronten.

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Deswegen war es wenig verwunderlich, dass der Name des zu findenden Caches „7 Summits of Fujairah“ hieß (7 Gipfel von Fujairah). In der Beschreibung und Erläuterung zu dem zu findenden Cache war zu lesen, dass jeder der Türme eines der sieben Emirate symbolisiert. Man sieht: Reisen und Cachen bildet!

Das Problem war jetzt nur, dass sich die Hügelkette mit den Türmen auf der anderen Seite der 6-spurigen Schnellstraße befand, mit einer mehr als hüfthohen Leitplanke in der Mitte. Die nächste Fußgängerampel war mehr als ein Kilometer weit weg.
Zum Glück floss der Verkehr nicht stetig wie bei uns auf einer Autobahn, sondern die Fahrzeuge kamen pulkweise, wahrscheinlich durch die links und rechts weit weg befindlichen Ampeln bedingt.
So gelang es Spur 1-3 zu überqueren, über die Leitplanke zu klettern, und auch Spur 4-6 unbeschadet zu queren.
Um jetzt noch die 71 Meter (diesen genauen Wert verriet uns ebenfalls die Cache-Beschreibung) zu bewältigen, gab es zwei Möglichkeiten.

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In gerader Linie auf Stufen ohne Geländer von unten nach oben zu steigen

 

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oder die längere, aber bequemer Version über einen Serpentinenfußweg den Höhenunterschied zu bewältigen. Wir entschieden uns sehr schnell für die Serpentinen.

 

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So sieht ein "Cache" aus - eine Dose oder wie hier ein Röhrchen.
Darin befindet sich ein kleines Logbuch, in das man sich als Finder einträgt. Außerdem bestätigt man noch den Fund im Internet über die bereits erwähnte Geo-Cache-App.
Hier in diesem speziellen Fall kam erschwerend hinzu, dass das Röhrchen mit einem Zahlenschloss verschlossen war. Um an die richtige Kombination für das Schloss zu kommen, mussten noch 2 Rätsel gelöst werden.


Lange Rede kurzer Sinn: Wir fanden das Versteck, obwohl die angegebenen Koordinaten sehr ungenau waren (20 Meter vom eigentlichen Ziel entfernt).

 

Den Rückweg zur Mall wählten wir etwas geschickter, sodass Kletterpartien über Leitplanken durch Ampelüberquerungen ersetzt werden konnten.
In der(uninteressanten) Mall tranken wir bei Starbucks noch einen Kaffee, denn unser Bus war uns gerade vor der Nase an der Haltestelle abgefahren.

Nach dem Kaffeegenuss fanden wir ein schattiges Plätzchen, etwas abseits von der Haltestelle, um auf den nächsten Shuttle zu warten. Nur durch Zufall sahen wir, dass Mitglieder der ARTANIA-Crew, die an der Haltestelle ebenfalls auf den Shuttle warteten, sich plötzlich eilenden Schrittes fortbewegten. Unser Bus hatte sich nämlich eine neue Haltestelle, gut 100 Meter weiter weg, ausgesucht. Die Dame des Busunternehmens, die die Tickets kontrollierte, hielt es für nicht nötig, Wartende an der Haltestelle zu informieren und einzufangen. Erst durch Intervention von Doris machte sie sich auf die Socken und konnte noch ein paar weitere Mitreisende einsammeln.

Noch eine Anmerkung zum Cachen. Ich werde nicht jedes Cache-Abenteuer hier lange und ausführlich erörtern, so wie heute. Das ist, insbesondere für Nicht-Cacher, eher uninteressant. Wenn sich aber durch das Geo-Cachen interessante Ziele und Ereignisse ergeben, werde ich dies selbstredend kundtun.

(Wer unsere Cache-Aktivitäten dennoch verfolgen möchte, der Geocache-Name von Doris lautet: karlos_kolossos.)

 

 

19. Reisetag – Samstag, 31.12.2022 – Sharjah/Vereinigte Arabische Emirate

Sharjah ist ein weiteres Emirat der Vereinigten Emirate.

Der heutige Shuttle-Service brachte diesmal keine Überraschungen mit sich, sondern lieferte uns für 5€, wie im Tagesprogramm versprochen, zentral am „Blauen Souk“ ab.

Die Fahrt dorthin führte überwiegend am Creek entlang, wo am Ufer sowohl moderne protzige Motorjachten, als auch farbenfrohe, aber auch sehr morbide Daus festgemacht waren, die zwar unser touristisches Interesse weckten, aber wir saßen leider in einem fahrenden Bus, sodass das pittoreske Geschehen viel zu schnell vorbeirauschte.

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Wolkenkratzer bestimmen das Stadtbild, wie überall in den Metropolen der Vereinigten Arabischen Emirate.

 

Was ist eigentlich ein Creek? Das Internet sagt:“ kleine Bucht an einer Meeresküste, die durch Überflutung einer früheren Flussmündung entstanden ist
Der Creek speziell in Sharjah ist ein schmaler etwa 5 Kilometer langer Einschnitt und sieht zwar aus wie ein Fluss, führt aber, wie wir eben gelernt haben, Meerwasser.

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Der Souk bot viele Geschäfte für Gold- und Silberschmuck. Hierfür waren Doris und ich allerdings nicht die richtige Zielgruppe und so entschlossen wir uns bald, zu Fuß die 5 Kilometer, am Creek entlang, zum Hafen zurückzulaufen.

 

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Im Hintergrund sieht man, wenn auch recht undeutlich, die 20 Kilometer entfernten Wolkenkratzer von Dubai und insbesondere den nadelförmige Burj Khalifa.

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Auf unserem Rückweg zum Hafen konnten wir uns die Daus in Ruhe ansehen.

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Die Daus dienen als Transportmittel auf dem Wasser. Die Beladung ist meist recht abenteuerlich.

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Unterwegs trafen wir Menschen, die unbedingt fotografiert werden wollten.

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Das Stückgut wird per Hand verladen. Nur bei ganz schweren Kisten und Paletten kommt ein fahrbarer Lastenkran zum Einsatz.

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Um 17:30 Uhr hieß es „Leinen los!“ mit Kurs auf Dubai. Dubai, ein weiteres Emirat, liegt praktisch um die Ecke, nur 26 Seemeilen von Sharjah entfernt. Auf unserer heutigen kleinen Wanderung konnten wir schon, wenn auch etwas verschwommen, den Burj Khalifa sehen, den höchsten Wolkenkratzer der Welt.

In Dubai angekommen, begannen auf der ARTANIA die Silvesterfeierlichkeiten mit Musik und Shows in den verschiedenen Bars und der Atlantik-Showlounge (siehe auch Tagesprogramm vom 31.12.2022).
Eine Viertelstunde vor Mitternacht wurde Sekt verteilt. Genau wie schon mal vor 3 Jahren, hatte man allerdings wieder die Passagiere vergessen, die keinen Alkohol trinken. Erst durch ausdrückliche Nachfrage bei der Barchefin gelang es, dass von irgendwoher noch Orangensaft herbeigeholt wurde, gerade noch rechtzeitig, dass Doris und ich um Mitternacht miteinander anstoßen konnten.

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Neben der ARTANIA lagen 5 weitere Kreuzfahrer an der Pier in Dubai:
MSC Opera, MSC World Europe, Mein Schiff 6,
World Exlorer (fährt im Sommer als "Deutschland" für Phoenix) und die Le Bougainville.

Das Feuerwerk in Dubai war zwar größer und teurer als alle anderen Feuerwerke, die wir bisher gesehen hatten, aber die Wirkung ist bei uns (und auch bei anderen Passagieren) dennoch irgendwie verpufft. Möglicherweise, weil das Hafengelände hell erleuchtet war und auch die Stadt selbst viel Licht ausstrahlt.
Im Tagesprogramm gab es folgende statistische Informationen zu dem Feuerwerk:

  • Kosten: 25.000.000,- AED (= ca. 6.250.000,- EUR)
  • Geplante Dauer: 20 Minuten
  • Art des Feuerwerks: satellitengesteuerte Laserlicht-Feuerwerkshow
  • Herkunft: aus Europa (Italien) und China
  • Containerkosten: aus Europa 75.000,- EUR und aus China 25.000,- EUR
  • Vorbereitungszeit: 6-8 Monate
  • Arbeiter: 60 Beauftragte waren bereits drei Wochen im Voraus mit der Installation beschäftigt
  • Geschätzte Zuschauer: 500.000 Menschen im Burj Park um den gleichnamigen Turm herum
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20. Reisetag – Sonntag, 01.01.2023 – Dubai/Vereinigte Arabische Emirate

Vom Hafen kommt man nur mit Taxis weg oder einem kostenlosen Shuttlebus, der direkt zur berühmten Dubai Mall fährt. Der Bus hat den großen Nachteil, dass er nur alle 2 Stunden fährt. Außerdem stand uns heute der Sinn danach, auf unseren eigenen Spuren zu wandeln, denn wir waren 2018 und 2017 schon einmal hier.
Auch Dubai hat einen Creek und zu dem wollten wir uns an diesem Neujahrstag erst einmal aufmachen, also auf zu den Taxen. Als Ziel gaben wir die Metrostation Al Ghubaiba an, die ganz nahe am Creek liegt. Der erste Taxler, den wir fragten, nannte uns einen Preis von 70 Dirham, das sind etwa 17 Euro. Irgendwie hatten wir andere Tarife in Erinnerung und dass mit Taxameter gefahren wurde. Leider stellte sich der Taxifahrer taub, als wir ihm das Wort „taximeter“ als Gegenangebot offerierten.
Der nächste Fahrer wollte pauschal 40 Dirham und verstand ebenfalls das englische Wort „taximeter“ nicht. Aber der Preis schien uns reell und so fuhren wir zur Metrostation, bummelten die paar Meter zum Creek und von dort direkt in den „Old Souk“. Dort gab es ein kleines hübsches Geschäft mit indonesischem Krimskrams, wo wir die letzten beiden Male immer eine Kleinigkeit gekauft hatten. Aber nichts bleibt, alles ist im Wandel. In dem Häuschen mit der markanten Treppe war jetzt ein Modeladen eingezogen.

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"Der Laden heute ..

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... und "unser" Laden damals
(Aufnahme vom 21.4.2017).

 

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Ein wenig enttäuscht zogen wir weiter zur Abra-Station, um auf die andere Seite des Creeks zu gelangen. Abras sind kleine nostalgische Holzboote, die zu Dutzenden quirlig hin und her fahren und sowohl von den Einheimischen als auch von den Touristen gerne genutzt werden. Die Überfahrt kostet seit Jahren 1 Dirham, also 25 Eurocent. Die Abras gehören ganz offizielle zum öffentlichen Nahverkehr von Dubai, der Roads Transport Authority (RTA).

 

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Der Gewürzhändler unseres Misstrauens.



Am anderen Ufer befindet sich der Gewürz-Souk, den wir unverzüglich aufsuchten, weil uns zu Hause die Muskatnüsse ausgegangen waren und wir Nachschub kaufen wollten. Und Pfeffer und Curry könnte man ja dann auch gleich mitbesorgen. Außerdem hatte ich den Auftrag, für eine Bekannte Safran einzukaufen.
Der Gewürzverkäufer war ein Könner seines Fachs und wahrscheinlich haben wir viel zu viel bezahlt. Aber wenn die Qualität stimmen sollte, ist der Preis noch vertretbar, so trösteten wir uns hinterher.

 

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In einem kleinen Straßenrestaurant aßen wir noch eine Kleinigkeit und fuhren mit einem Abra wieder auf die andere Seite des Creeks.

 

 

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Dort haben wir ein „Stammlokal“ in bester Lage, das „Mazmi Coffee And More“ wo man wunderschön sitzen und etwas trinken kann. Das dortige WLAN ist mit einem Passwort gesichert, das man bei der Bedienung erfragen kann. Es lautet „mazmi2017“ und wurde anscheinend seit längerer Zeit nicht mehr geändert. 😊

 

Am heutigen Neujahrstag wimmelte es in der ganzen Stadt von Touristen, was zur Folge hatte, dass wir kein Taxi für die Rückfahrt zum Hafen bekamen. In diese Marktlücke stieß ein junger Mann, der wohl unsere suchenden Blicke gesehen hatte und uns ansprach, wohin wir denn wollten und dass er uns fahren könne. Ziel: Port Rashid, Terminal 2, Fahrpreis 30 Dirham (7,50 €) und der Deal war perfekt. Ohne Probleme lieferte er uns nach gut 10-minütiger Fahrt mit seinem Privat-PKW am richtigen Terminal im Hafen ab.

Den Abend ließen wir, wie meistens, in Harry’s Bar ausklingen, beobachteten noch das Ablegen um 22:45 Uhr und schon war es wieder Zeit, einen schönen Tag zu beenden.
Wenn wir morgen früh aufwachen, werden wir bereits in Abu Dhabi anlegen.

 

 

21. Reisetag – Montag, 02.01.2023 – Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate

Abu Dhabi, die Hauptstadt der 7 Vereinigten Arabischen Emirate, hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten, die wir aber schon alle besucht hatten. Besonders zu erwähnen ist dabei das „Emirates Palace“ ein 5-Sterne-Luxushotel und  die Scheich-Zayid-Moschee. In besagtem Hotel haben wir schon einen Cappuccino getrunken und für den Zutritt in die Moschee hat Doris sich sogar am Eingang bereitwillig ein züchtiges sackähnliches Gewand überstreifen lassen.

Da wir also bereits unseren touristischen Pflichten nachgekommen waren und weit und breit keine Seetage in Sicht waren, beschlossen wir an Bord zu bleiben, bzw. uns im Hafen nur ein wenig die Beine zu vertreten.

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Das Terninalgebäude von Abu Dhabi.

Eine kleine Episode gibt es trotzdem zu berichten. Im riesigen klimatisierten Terminalgebäude mit einigen Souvenirgeschäften, den Check-In-Schaltern und den Sicherheitsschleusen suchten wir die Toiletten und fanden sie aber nicht. Ein freundlicher Bediensteter sah unsere suchenden Blicke und fragte auf Englisch, ob er uns helfen könne. Leider verstand er das Wort „toilette“ nicht, also verwendeten wir jetzt die vornehme Umschreibung des stillen Örtchen und fragten nach den „restrooms“. Daraufhin bot er uns an, in einem der vielen Sessel im Check-In-Wartebereich Platz zu nehmen, denn „to rest“ bedeutet ja auch „sich ausruhen“. So kamen wir also nicht weiter. Deshalb probierte ich es mit der brachialen Methode und sprach das Unwort „Pippi“ aus. Da ging ein Lächeln über das Gesicht des Service-Mitarbeiters und er zeigte uns den etwas versteckt liegenden Eingang zu der von uns gesuchten Fazilität.

 

 

22. Reisetag – Dienstag, 03.01.2023 – Dubai/Vereinigte Arabische Emirate

In der Nacht schipperten wir planmäßig wieder zurück nach Dubai. Heute ging die erste Etappe der großen ARTANIA-Winterreise zu Ende. Passagiere werden das Schiff verlassen und Neue werden kommen.
Auf der kommenden Etappe von Dubai nach Colombo/Sri Lanka werden wir nur 540 Passagiere an Bord sein – gut für uns, schlecht für Phoenix.
Da die neuen Gäste, die teilweise erst sehr spät ankommen, auch noch etwas von Dubai mitbekommen sollen, bleibt die ARTANIA hier bis morgen Abend liegen, bevor sie dann weiter (bzw. wieder) nach Abu Dhabi fährt.

Also lagen zwei volle Tage Dubai vor uns.
Nach dem Frühstück ging es wieder zum Taxistand. Diesmal gab es keine Diskussion, der Taxameter wurde eingeschaltet und die Fahrt zur Metrostation Al Ghubaiba kostete 38 Dirham (mit Trinkgeld 40 AED). Das heißt, die von uns vor 2 Tagen pauschal gezahlten 40 Dirham waren in Ordnung.

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Bereits die Fahrt mit der Metro ist ein Erlebnis.


Heute fuhren wir mit der Metro zur Dubai Mall. Diese Mall mit ihren 1200 Geschäften ist ein Touristenmagnet. Uns interessierten aber nicht so sehr die Geschäfte, sondern die dort versteckten Caches.

 

Bei deren Suche führte die Spur in der Mall auf das Parkdeck 11, dass problemlos mit dem Lift erreicht werden konnte.

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Hier auf dem weitflächigen Parkdeck hat man einen weitaus besseren Blick auf die Wolkenkratzer als unten in den Straßenschluchten,

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Mein Haus (Burj Khalifa) ...



darunter den Burj Khalifa, das mit 828 Metern höchste Gebäude der Welt,

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... mein Auto!

Unter normalen Umständen wären wir hier oben nie hingekommen.

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Unsere "Schnitzeljagt" führte uns auch automatisch am Aquarium der Mall vorbei.

 

Ein weiteres Schmankerl war, dass wir in den Apple-Shop gelotst wurden. Schmankerl nicht wegen der iPhones, sondern wegen der Balkone, die von diesem Shop aus zugänglich waren. Denn von hier hatten wir freie Sicht und Überblick auf die „Dubai Fontaine“.

Die Dubai Fountain ist eine choreografierte Springbrunnenanlage auf dem 12 Hektar großen, künstlich angelegten Burj Khalifa-See im Zentrum von Downtown Dubai. Sie wird von 6600 Lichtern und 50 farbigen Projektoren beleuchtet, ist 275 m lang und schießt Wasser bis zu 152,4 m in die Luft.
Quelle: Wikipedia

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Als wir dort ankamen waren die Wasserspiele auch gerade in vollem Gange, da es jedoch noch Tag war kamen die bei Wiki erwähnten farbigen Projektoren noch nicht zum Einsatz. Aber trotzdem war das sehr hübsch anzuschauen.

 

Auch zurück fuhren wir wieder mit der Metro.

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Von der Mall zur Metrostation war es einen knappen KIlometer. Den brauchten wir aber nicht zu laufen, sondern wir rollten bequem über ca. 8 -10 Laufbänder dorthin.

 

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Wir kauften am Automaten jeder ein Ticket für die 1. Klasse (10 Dirham/Person = 2,50€), die hier als Gold-Class bezeichnet wird, denn die 2. Klasse (Silver-Class) ist manchmal sehr voll.

Am Bahnsteig angekommen stand dort ein Zug abfahrbereit und wir sprangen, wie man das als Berufspendler noch gewohnt war, schnell ganz vorne in den ersten Waggon. Im ersten Wagen im vorderen Abteil war auf der Hinfahrt der Gold-Bereich. Kaum drinnen schlossen sich auch schon die Türen und die Fahrt ging los.
Erst jetzt erkannten wir unseren taktischen Fehler.
Wenn sich auf der Hinfahrt der Gold-Bereich im vorderen Teil des ersten Wagens befindet, dann ist er auf der Rückfahrt ganz hinten im Zug. Denn die Metrostrecke ist kein Kreisverkehr, sondern der Zug fährt einfach hin und her. Damit erklärte sich von selbst, warum es hier auch so voll war.
Nach ein oder zwei Stationen erschien ein Kontrolleur, der die Fahrscheine prüfte. In strengem Ton wies er mich, nachdem er meine Karte kontrolliert hatte, darauf hin, dass ich mich in einem Waggon „women only“ befinden würde. Auweia, mit hochrotem Kopf stieg ich (und Doris) aus, heilfroh nicht wegen dieser geschlechtsspezifischen Verfehlung belangt worden zu sein.

Als wir nun draußen auf dem Bahnsteig an den anderen Waggons vorbeiliefen, in denen Männer und Frauen gemischt fahren durften, sahen wir, dass sie knallvoll waren und die Leute wie die Heringe zusammengepresst standen.

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Bevor wir das hintere Ende des Zuges, sprich das 1- Klasse-Gold-Abteil erreichen konnten, fuhr er ab. Kein Problem, schon 3 Minuten später kam die nächste Bahn und wir konnten nun gemäß unserem Gold-Status bequem und regelkonform die Fahrt fortsetzen.
Wieder einige Stationen später stieg ein Kontrolleur zu. Wir grüßten uns freundlich, schließlich waren wir ja alte Bekannte!

 

 

23. Reisetag – Mittwoch, 04.01.2023 – Dubai/Vereinigte Arabische Emirate

Für den heutigen letzten Tag in Dubai hatten wir keine besonderen Pläne. Wir fuhren mit einem Taxi (und eingeschaltetem Taxameter) an den Creek, fuhren mit den Abras einmal hin und her und erstanden im Souk noch zwei leichte, bunt bedruckte preiswerte Hosen (10 Dirham/Stück).

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Die Fahrt mit einem dieser schickeren und moderneren Abras, die z. B. richtige Sitze haben, ist doppelte so "teuer" wie eine Fahrt mit den alten klassischen Modellen. Der Fahrpreis beträgt 2 Dirham (0,50€). Auch das Bezahlen ist aufwendiger. Gaben wir bei dem 1-Dirham-Abra dem Schiffsführer, der in einer Luke in der MItte des Bootes sitzt, einfach das Geld in die Hand, mussten wir hierfür an einem Schalter ein Ticket kaufen.

 

Diese Hosen hatten allerdings einen gravierenden Mangel, die Hosenbeine waren nicht gesäumt, sodass kurz oder lang die Geschichte unweigerlich ausfransen wird. Der Plan war, zu Hause in einer Änderungsschneiderei die Hosen säumen zu lassen, wodurch allerdings dann das Attribut „preiswerte Beinkleider“ zunichte gemacht würde.

 

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Aber der Zufall wollte es, dass wir an einer kleinen Schneiderei vorbeikamen und durch die großen Schaufenster 3 Männer sehen konnten, die emsig an ihren Nähmaschinen zu Gange waren. Da „Hosenbeine säumen“ nicht zu unserem englischen Wortschatz gehörten, mussten wir mit Händen und Füßen unser Begehr erläutern, was schließlich auch gelang. Wir wurden handelseinig, 10 Dirham (2,50 €/Hose). Nach 5 Minuten waren die Hosen ordentlich gesäumt.

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Der Chef der kleinen Schneiderei wollte unbedingt, dass dieses Foto gemacht wurde. Sein Wunsch war mir Befehl.

 

Der Neujahrstrubel, der die Stadt mit Unmengen von Touristen überflutet hatte, hatte sich mittlerweile gelegt, sodass z. B. das Gedränge in den Souks nicht mehr so schlimm war. Trotzdem erwies sich die Rückkehr zum Hafen wieder als etwas schwierig, weil weit und breit kein freies Taxi zu finden war.
Also versuchten wir unser Glück derart, dass wir uns wieder mit heischendem Blick an die Stelle begaben, wo uns am Neujahrstag schon einmal jemand angesprochen hatte, um uns zu fahren. Die Idee war vom Erfolg gekrönt, denn nach kürzester Zeit wurde uns eine Privatfahrt angeboten, die wir dankend annahmen.

Um 21:00 Uhr fand wieder mal die obligatorische Rettungsübung statt, da wir ja Passagierwechsel hatten.
Es gibt halt überall nervige Konstanten auf dem Schiff, seien es die Rettungsübungen oder die Musikberieselung in Harry‘s Bar und hinten am Achterdeck an der Phoenix-Bar. Dort läuft nämlich seit Tagen in Endlosschleife eine Playlist (früher hätte man gesagt, ein Band) mit den größten Hits der Beatles.

 

 

24. Reisetag – Donnerstag, 05.01.2023 – Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate

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Auf dem Weg zum Cache. Hier konnten sich die Graffity-Künstler mal richtig austoben.

 

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Gefunden!


Die ARTANIA hat, einem Pendelbus nicht unähnlich, wieder in Abu Dhabi festgemacht. Da wir immer noch keine große Lust an aufwendigeren Unternehmungen hatten (Begründung: siehe Eintrag vom 2.1.2023), begnügten wir uns damit, im Hafenbereich zwei Caches zu heben.

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Vor dem Mittagessen schwammen wir noch ein Runde im Pool. Der Großteil der Passagiere ist unterwegs, sodass das Schiff wunderbar leer ist.

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Eines der wenigen gelungen Selfies. Aufgenommen im Passenger-Cruise-Terminal Abu Dhabi vor einer BIldwand.

 

Am Nachmittag begann bei mir ein Kratzen im Hals, ein schlechtes Zeichen, weil das der Vorbote des berühmten ARTANIA-Dauerhustens sein könnte.

 

 

25. Reisetag – Freitag, 06.01.2023 – Sir Bani Yas/Vereinigte Arabische Emirate

Sir Bani Yas ist eine zum Emirat Abu Dhabi gehörende, ca. 70 km2 große, naturbelassene Insel.
Für den heutigen Tag waren keine Ausflüge vorgesehen, sondern der Tag war als reiner Bade- und BBQ-Tag geplant.
Gleich am Ende der ca. 400 Meter langen Pier befand sich der Strand mit hunderten von Liegen, die dort in Reih und Glied aufgestellt waren und kostenlos zur Verfügung standen.

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Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit. Die Lufttemperatur bewegte sich gerade so um die 20 Grad, die Wassertemperatur betrug 22 Grad und es blies ein unangenehmer kräftiger Wind.
Dementsprechend wurde die Möglichkeit des Wasser- und Sonnenbadens nur von ganz wenigen wetterfesten Passagieren genutzt.

Gleich nach dem Anlegen hatte die Crew Arbeit ohne Ende, denn alle Utensilien für das BBQ, angefangen vom Geschirr über Gläser, Tischdecken, Lebensmittel etc. mussten mühsam die Stufen der Gangway heruntergetragen, in Rollwägen gestapelt, die Pier entlang gerollt und unter den großen (vorhandenen) Pavillons aufgebaut werden.

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Als das Buffet um 12:30 Uhr eröffnet wurde, wollten der größte Teil der 500 Passagiere zur Futterkrippe eilen, wodurch sich lange Schlangen bildeten.

 

Auf dem Schiff war das Restaurant Vier-Jahreszeiten zum Mittagessen geöffnet, dort sah man aber nur vereinzelte Gäste speisen. Auch wir verschmähten das Schlangestehen und ließen uns - ausnahmsweise - im Restaurant die Speisen servieren.

 

Gesundheitsbulletin: Die Halsschmerzen sind besser geworden, aber jetzt ist Schnupfen und Husten dazugekommen, sprich der klassische Verlauf für den ARTANIA-Dauerhusten (siehe auch Reiseblog 2019/2020:  Eintrag 25.1.2020 ).

 

 

26. Reisetag – Samstag, 07.01.2023 – Doha/Katar

Eigentlich wollten wir mit dem kostenlosen Shuttlebus zum Souq Waqif fahren, aber wegen meines mittlerweile starken Hustens nahmen wir Abstand davon.
Ich kam jedoch nicht umhin zu kalauern: „Heute waren wir nicht nur in Katar, sondern ich hatte auch einen“ (Aua!)

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Die ARTANIA an der Pier des Passenger-Cruise-Terminal von Doha.


Wir beschränkten uns damit, ein paar Schritte vor dem Terminal zu laufen. Weil die Kataris dafür bekannt sind, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen, ist es nicht verwunderlich, dass das Passagierterminal eines der imposantesten ist, das wir bisher je gesehen haben.

 

Der Empfangsbereich wird beherrscht von einem Aquarium, das sich über 2 Stockwerke erstreckt. Im Erdgeschoss befindet sich ein großes Foyer mit diversen Mulimediainstallationen, die man durchschreiten muss, um zum Ausgang zu gelangen.

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Das Aquarium.

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Das Foyer im Erdgeschoss.


Vor dem Gebäude wehen noch die Flaggen der 32 Nationen, die an dieser unsäglichen FIFA-Fußball-WM teilgenommen haben.

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Die Lichter der Skyline von Doha während des Ablegens der ARTANIA.

 

 

27. Reisetag – Sonntag, 08.01.2023 – Mina Salman (Manama)/Bahrain

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Mina Salman ist der Seehafen der 20 Kilometer entfernten Stadt Manama , der Hauptstadt von Bahrein.
Bereits gestern haben wir entschieden, heute Ruhe zu halten, was sich nach einer durchhusteten Nacht als richtig herausstellte.
Doris machte einen kurzen Gang durchs Terminal und kam mit einem Kühlschrankmagneten im Gepäck wieder zurück.

Um 15:00 Uhr legten wir schon wieder ab.
Um 16 Uhr fand anstatt der normalen Kaffeestunde eine „Orientalische Teezeit“ statt.

 

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Die Angebotskarte für die "Oriantalische Teezeit".

Am Kuchenbuffet wurden neben verschiedenen Küchlein mit exotischen Namen auch 2 Torten angeboten, nämlich eine „Orientalische Orangen Torte“ und eine „Bayram Kek“. Wie üblich, bedient sich der Gast bei den Kuchen selbst, während bei den Torten wegen der Unfallgefahr eine Servicekraft steht, die die Tortenstücke gekonnt auf die Teller balanciert. Da zwei Torten zur Auswahl stehen, wird der Gast, der im „Tortenbereich“ des Buffets stehen bleibt, gefragt, was er denn für ein Stück wolle. Schmunzeln musste ich über einen Passagier, der im vollen Ernst diese Frage mit “Schwarzwälder Kirsch!“ beantwortete. Sein Wunsch blieb heute leider unerfüllt.

 

 

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Freu mich auf die nächste Reise
Ola Doris, Ola Peter, Kaum ist eure Reise um Afrika vorbei,freu ich mich schon auf die nächste. Die beiden Reklamation-Onkels bekamen ja doch noch was zu tun. Dein Schreibstyle finde ich einfach genial. Die Fotos könnten perfekter nicht sein. Eure Kabiene scheint sehr begehrt zu sein, habe ich in einem Kreuzfahrtenforum gelesen. Danke , dass ich mitreisen durfte. Die Person die sich 3 x bekre...
Mittwoch, 19. April 2023

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