1. Reisetag – Dienstag, 13.12.2022 – Anreise nach Savona

Kurz nach 3:00 Uhr klingelte der Wecker und Doris stand auf. Ich gab mir noch eine Stunde Galgenfrist. Zwar geht unser Flieger nach Mailand erst um 8:45, aber in der Ruhe liegt die Kraft und selbstgemachten zeitlichen Stress wollten wir vermeiden.
Bereits 10 Minuten vor der bestellten Zeit (6:00 Uhr) stand unser Taxi abfahrbereit vor der Haustüre. Das war uns sehr recht, denn wenn das bestellte Taxi nicht pünktlich kommt, geht gleich die Aufregung los, weil ich befürchte, dass wir vergessen wurden.

Das Einchecken und die Gepäckaufgabe am Frankfurter Flughafen war ein Klacks. Die Bordkarten hatten wir bereits am Vorabend via Internet ausgedruckt und als QR-Code auf dem Smartphone. Damit konnten wir das Gepäck an einem der vielen automatischen Gepäckstationen selbstständig aufgeben und machten uns schon 5 Minuten nach der Ankunft am Flughafen zu einem kleinen Schaufensterbummel rund um die Shops am Airport in Richtung Sicherheitskontrolle auf. Und so saßen wir kurz vor sieben bereits im Abflugbereich B1.

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Statt Maskenpflicht gilt jetzt Eigenverantwortlichkeit ...



Da es Stein und Bein gefroren hatte (- 6°) mussten die Flieger erst enteist werden, wodurch wir mit einer guten Stunde Verspätung starteten.

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... insbesondere, wenn viele Menschen eng zusammenstehen.

Nach einer Stunde landeten wir in Mailand. So sehr viel wärmer war es in Bella Italia aber auch nicht.

War bisher alles sehr gut gelaufen, gab es den ersten kleinen Aufreger. In der Ankunftshalle mussten wir ja von Phoenix irgendwie eingefangen werden, um uns zu zeigen, wo der Transferbus steht, mit dem wir nach Savona transportiert werden sollten. Phoenix hatte diese Aufgabe an einen örtlichen Dienstleister „outgesourced“, sodass erstmal niemand in türkisen Shirts (die „Phoenixfarben“) zu sehen war. Aber Doris-Adlerauge entdeckte eine Person, die ein schwarz-weißes DinA4-Blatt mit der Aufschrift „Phoenix-Reisen“ bei sich hatte. Der freundliche junge Mann erklärte uns, dass „ganz da hinten“ am Ausgang jemand stünde, der uns zu den richtigen Bussen lotsen würde.
Soweit die Theorie. Am besagten Ausgang war niemand. Also mal ein Auge riskieren und draußen vor dem Flughafengebäude schauen. Außer anderen hilflos umherirrenden Phoenix-Reisenden war niemand zu finden, der für uns zuständig war. Also zurück zu dem jungen Mann mit besagtem DinA4-Blatt, dieser verließ nach heftigem Zureden seine Position und suchte und wurde fündig – eine Kollegin. Die war damit beschäftigt, einzelne Gäste, die das Glück hatten, sie anzutreffen, zum Transferbus zu geleiten. Hätte der Bus wenigstens vorne im Fenster auch ein DinA4-Blatt mit „Phoenix-Reisen“ deponiert, hätten wir und andere Gäste auch ohne Guide eine Chance gehabt.

Aber Ende gut, alles gut, nach einer 2-stündigen Fahrt über die mautpflichtige Autostrada erreichten wir gegen 14:00 Uhr Savona, wo die ARTANIA auf uns wartete.

 

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Die Prozedur des Eincheckens mit Voucher, Pass, Impfnachweis, negativem Corona-Test, Anfertigen des Bordausweises etc. ging ratzfatz über die Bühne, da außer unserer Gruppe von ca. 30 Leuten, die mit uns im Bus angekommen waren, sonst keiner zum Einchecken da war.

Im Bord-Restaurant „Vier Jahreszeiten“ wartete ein Buffet mit Gulaschsuppe, Bratwurst und Frikadellen auf die Ankömmlinge. Da gleichzeitig dort auch die Kaffeestunde stattfand, hätte man durchaus zur Bratwurst ein Stück Frankfurter Kranz als Beilage wählen können.

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Die ARTANIA an der Pier in Savona. Im Hintergrund die schneebedeckten Berge des Ligurischen Apennin.

Das Ablegen war eigentlich für 19 Uhr vorgesehen, da aber einige Busse sowie der Nachmittagsflieger aus Deutschland mit Phoenix-Gästen noch nicht angekommen waren, musste die Abfahrt auf 22 Uhr verlegt werden.
Eigentlich wollten wir mit unserem befreundeten Ehepaar mit einem Glas Sekt in der Hand den Start dieser großartigen Reise genießen. Aber da sie wegen einer plötzlichen Erkrankung des Ehemannes die Reise ganz kurzfristig absagen mussten, kam bei uns diese euphorische Stimmung, wie bei früheren Reisen, nicht richtig auf. Das nasskalte Wetter tat das Seinige.

 

2. Reisetag – Mittwoch, 14.12.2022 – Seetag

Für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch war starker Wind und Seegang vorausgesagt. Beides trat erst mit mehreren Stunden Verspätung im Laufe des Vormittags auf. Das hatte wiederum zur Folge, dass der auf dem Tagesprogramm stehende „Maritime Frühschoppen“ von draußen (Kopernikus Bar) nach drinnen (Harry’s Bar) verlegt wurde. Das wiederum hatte zur Folge, dass mit „The Best Of Lustige Seemannsmusik“ auch ausgiebig die neben Harry’s Bar liegende Bibliothek beschallt wurde. Da ich, wie die Stammleser dieses Blogs bereits wissen, die Bibliothek als „Büro“ nutze, wenn ich (manchmal sogar konzentriert) am Blog arbeite, wurde ich auch zwangsläufig mitbeschallt. Aber ich habe Verständnis dafür, dass auf Einzelschicksale nicht immer Rücksicht genommen werden kann.
Der späte Nachmittag und der Abend standen ganz im Zeichen der Gala. Wie immer schwänzten wir den Begrüßungsempfang mit dem Kapitän (Alex Zinkovskyi), dem Kreuzfahrtdirektor (Jörn Hofer) und dem Phoenix-Team. Zum Abendessen erschienen wir selbstredend in angemessener Kleidung.

 

3. Reisetag – Donnerstag, 15.12.2022 – Seetag

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Jeden Tag wird die ARTANIA mit mehr und mehr Weihnachts­deko­ration geschmückt.

Um 10:30 Uhr erfolgte die Durchsage vom Kreuzfahrtdirektor, dass wegen eines medizinischen Notfalls eines Besatzungsmitgliedes der Kurs geändert wird und wir zurück Richtung Catania/Sizilien fahren müssen.

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Etwas später gibt es eine Planänderung. Statt Sizilien wird jetzt Griechenland angesteuert. Der Grund ist einleuchtend. Die Griechen haben Helikopter mit einer größeren Reichweite als die Italiener. Dadurch braucht die ARTANIA nicht so weit in Richtung Land zu fahren, da sie vom Helikopter besser erreicht werden kann.

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Gegen 15:30 Uhr wird das erkrankte Crew-Mitglied an Bord des Helikopters verbracht.

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Im Bordfernsehen wird die Fahrtroute der ARTANIA gezeigt. Auf dem Foto kann man sehr schön das Rettungsmanöver für das erkrankte Crew-Mitglied erkennen und nachvollziehen. Im Moment nimmt die ARTANIA wieder ihren ursprünglichen südlichen Kurs auf.

 

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Am Abend um 20:00 Uhr findet in der Kopernikus-Bar der ARTANIA-Weihnachtsmarkt statt. Da wir bis um 20:30 Uhr beim Abendessen saßen, ist die Verlockung, die von den Bratwürsten, dem Flammkuchen, Stollen, Lebkuchen etc. ausgeht, nicht allzu groß.


Ein kleiner Schoko-Lebkuchen und ein Vanillekipferl musste noch sein, aber mehr ginge dann schon in Richtung Völlerei.

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Der Weihnachtsmarkt war gut besucht, auch weil das Wetter einigermaßen mitgespielt hat.

 

 

4. Reisetag – Freitag, 16.12.2022 - Seetag

In der Nacht haben wir die ersten tausend Seemeilen (1853 Kilometer) hinter uns gebracht. Wenn man bedenkt, dass das Schiff weniger als 20 Knoten (37 km/Stunde) fährt, also etwa so schnell wie ein frisiertes Mofa, dann ist die Lehre, die man daraus zieht, dass Ausdauer sich lohnt.

Um 10:00 Uhr während der üblichen Durchsagen des Kreuzfahrtdirektors Jörn Hofer über Wetter, Kurs,Tagesprogramm und der Bitte, keine Liegen zu reservieren gab es auch die Information, dass es dem gestern ausgeschifften Crew-Mitglied besser geht. Er wurde in ein Krankenhaus nach Athen gerbracht und es scheint keine Lebensgefahr mehr zu bestehen.

Wir haben uns schon wieder gut auf der ARTANIA eingelebt. Im Großen und Ganzen hat sich gegenüber der letzten Reise im Dezember 2021/Januar 2022 an Bord wenig geändert.
Allerdings wurden die Hygienevorschriften gelockert. Maske wird noch empfohlen, wenn mehrere Menschen eng beieinander stehen oder sitzen (soweit die Theorie). Es gibt wieder ein richtiges Frühstücksbuffet. Wir müssen nicht mehr die Frühstückszusammenstellung beim Kellner extra ordern. Im Lido-Buffet-Restaurant nimmt man sich die Speisen wieder selbst. Im letzten Jahr wurde noch das gewünschte Schnitzel vom Servicepersonal vom Buffet genommen und dem Gast auf den Teller gelegt.

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Trick 17! Die Tische im Restaurant Artania,
die für das Frühstücksbuffet verwendet werden, ...

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... werden für das Mittagessen und Abenddinner
zu Plätzen für die Passagiere umfunktioniert.

Neu ist die Musikbeschallung in den Bars. Jetzt ertönt überwiegend Lounge-Musik. Dieses Genre kann man mögen, muss es aber nicht. Anscheinend wird hier dem Mainstream Rechnung getragen, das ist nun mal so, wenn man nicht auf einer Privatjacht reist.
Meine Hoffnung, dass es zum Latenight-Snack wieder Käsespieße gibt, von denen ich gerne mal einen, zwei oder vier genommen habe, hat sich nicht erfüllt. Bereits im letzten Jahr wurde diese nette Zugabe zur spätabendlichen Gulaschsuppe, Frikadelle, Mini-Pizza und Ähnlichem - sehr zu unserem Bedauern - gestrichen.
Hierfür habe ich aber volles Verständnis. Phoenix wurde durch die Corona-Krise heftigst ausgebremst und konnte monatelang überhaupt keine Kreuzfahrten durchführen. Das muss deren finanzielle Reserven erheblich ausgedünnt haben. Die großen Winterreisen 2020/2021 und 2021/2022 wurden um jeweils 2 Jahre verschoben, ohne dass die Preise erhöht wurden, weder für Kunden, die diese Reisen bereits vor Corona gebucht hatten (und die Buchung auf die neuen Termine haben verschieben lassen) noch für Neubucher. Also ist auch irgendwo auch Sparen angesagt und das nicht nur bei den Käsespießen.

5. Reisetag – Samstag, 17.12.2022 - Alexandria und Port Said (Ägypten)

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Heute ist ein Hybrid-Tag. Das heißt, entweder man startet in Alexandria zu einem Ausflug zu den Pyramiden bei Kairo und steigt in Port Said wieder zu oder man bleibt auf dem Schiff, quasi wie bei einem Seetag. In den beiden Häfen Alexandria und Port Said gibt es also nur einen technischen Halt, um die Ausflügler in Alexandria von Bord zu lassen und in Port Said wieder einzusammeln.

Wir haben uns gegen einen Ausflug entschieden, weil die Busfahrt nach und von Kairo doch recht lang ist. Doris hatte die Pyramiden schon einmal besucht und vielleicht kommen wir doch noch mal im Rahmen einer Nilkreuzfahrt dorthin.

Also halten wir an der Reling nur ein wenig Maulaffen feil. Gegen 9:00 Uhr legt die ARTANIA schon wieder ab.

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Einige Impressionen vom Hafen in Alexandria.

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Die ca. 160 Seemeilen lange Passage zwischen Alexandria und Port Said wird im Katalog und dort im Routenplan von Phoenix sehr kreativ als „Kreuzen vor dem Nil-Delta“ getauft.

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Und hinter'm Horizont geht's weiter.
Denn dort oder vielleicht noch etwas weiter hinten befindet sich das angekündigte Nil-Delta. Zu sehen wird es erst kurz vor Port Said sein.

 

Wie geplant erreichten wir um 18:30 Uhr Port Said – jedenfalls beinahe. Leider hatte die Hafenbehörde verabsäumt, eine freie Pier für uns bereitzuhalten. Dort, wo wir eigentlich anlegen sollten, lag frech ein Baggerschiff. Das Baggerschiff machte zwar bereitwillig Platz, aber das löste das Problem immer noch nicht. Zwei Bojen mit ihren Stahltrossen, an denen besagtes Baggerschiff festgemacht war, versperrten weiterhin den Weg zur nur einen Steinwurf entfernten Hafenmauer.
Nach zähen Verhandlungen wurden die Bojen entfernt und die ARTANIA konnte um 21:30 Uhr endlich an der Pier festmachen.

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Blick von der ARTANIA auf Port Said.

 

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Die wartenden Ausflugsgäste, fotografiert durch die etwas trübe Scheibe in Harry's Bar.


Mittlerweile waren auch die Busse mit den erschöpften Ausflüglern in Port Said angekommen, die überzeugt waren, jetzt die ARTANIA entern zu können, aber weit gefehlt. Zwar wurde die Gangway in Minutenschnelle herabgelassen, aber nicht ganz, der letzte Meter fehlte noch. Hierzu fehlte wohl noch das OK von einem wichtigen (oder wichtigtuerischen) behördlichen Obermotz.

 

Das OK kam dann schon nach einer halben Stunde und die 400 Ausflügler konnten endlich auf die ARTANIA, um erst die Toiletten und dann die extra für sie noch offengehaltenen Restaurants zu stürmen.
Nachdem alle Ausflügler wieder "zu Hause" waren, hätten wir die ARTANIA verlassen können, um im Bereich um unseren Liegeplatz an einigen mobilen Verkaufsständen irgendwelchen Krimskrams zu erstehen.
Da ich zu Hause meine Baseballkappe vergessen hatte, die mein Haupt vor der strengen afrikanischen Sonne schütze sollte, wollte ich hier einen Ersatz erwerben. Aber wegen des mit Hindernissen gepflasterten Anlegens, haben die Händler ihre Stände erst gar nicht aufgebaut. So machte es wenig Sinn, auszusteigen, um an der ansonsten ziemlich verwaisten Pier spazieren zu gehen.
Also musste das Projekt „Baseballkappe“ vertagt werden.

 

6. Reisetag – Sonntag, 18.12.2022 - Fahrt durch den Suezkanal/Ägypten

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7:30 Uhr aufstehen und ab ca. 8:00 Uhr aktiv am touristischen Leben teilhaben, insbesondere feststellen, wo wir uns gerade befinden. (Zum Vergrößern aufs Foto klicken - das gilt übgrigens für alle Fotos hier im Blog.)


Früh um 5:00 Uhr fuhr die ARTANA in den Suezkanal ein. Natürlich haben wir davon nichts mitbekommen, denn wir pennten noch selig.

Die Passage durch den knapp 200 Kilometer langen Kanal dauerte ungefähr 12 Stunden. Farblich in einem eintönigen Braun sind die Ufer links und rechts eher unspektakulär.

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Trotzdem gibt es immer wieder etwas zu sehen und zu entdecken, sodass wir uns nach dem Frühstück den ganzen Vormittag auf den Außendecks aufhielten und ließen mal Backbord und mal Steuerbord die Landschaft an uns vorbeiziehen.

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Der Tanker fährt doch hoffentlich zum gestern neu eröffneten LNG-Terminal nach Wilhelmshaven!


Am Nachmittag waren wir nicht ganz so eifrig mit unseren Kanalbeobachtungen und gegen 15:30 Uhr vermeldete der Kapitän über die Bordlautsprecher, dass wir jetzt den Kanal verlassen hatten, sodass wir ruhigen Gewissens zum Adventskaffee marschieren konnten.

 

 

7. Reisetag – Montag, 19.12.2022 - Sharm-el-Sheikh/Ägypten

Sharm-el-Sheikh bedeutet auf Deutsch „Bucht des Scheichs“, wie mir Wikipedia glaubhaft versichert hat und nicht „Schäm‘ Dich Scheich“, was ich mit meinen nur rudimentären Ägyptisch-Arabisch-Kenntnissen zunächst vermutet hatte. 😊 (Aber zumindest „Scheich“ hatte ich ja richtig übersetzt.)

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Der Hafen von Sharm-el-Sheikh ist wohl einer der trostlosesten in der westlichen Hemisphäre, aber zumindest ist von hier das touristische Zentrum, der Old Market, fußläufig erreichbar (2-3 Kilometer).

Allerdings waren die Taxifahrer

  • sehr zahlreich und
  • sehr besorgt, dass uns die Fußläufigkeit überfordern könnte,

sodass sie uns ständig anhupten und ihre Dienstleistung anboten. Da wir auch einen Plan B hatten, nämlich einen Geocache zu finden, der ca. 6 Kilometer entfernt versteckt sein sollte, traten wir mit einem Taxifahrer in Verhandlung und wurden uns einig.

 

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Wer suchet der findet, aber nicht immer. 🤒


Beim Heben des Geocaches (GC8K4YX) scheiterten wir jedoch kläglich, denn wir fanden ihn nicht. Lag’s am vielen Müll, der hier überall rumlag oder waren wir nur ein wenig blind?

 

Der Taxifahrer hatte auf uns gewartet und fuhr uns nun zum Old Market.
Bis auf die prachtvolle Moschee war das Viertel ausschließlich rein touristisch geprägt.

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Ein eindrucksvolles Bauwerk, ...

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... das innen eher funktionell ausgestattet ist.

 

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Eine Ausnahme bildete vielleicht noch die Lokalität, wo wir jeder eine Dose Cola und einen Kaffee zu uns nahmen. Der Preis für unsere Getränke, war jedoch, im Gegensatz zum sehr schlichten „Ambiente“ der Lokalität, dem gehobenen Vier-Sterne-Standard angeglichen.

 

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"Unsere" Strandbar war nicht die Einzige, die der ägyptischen Tourismuskrise zum Opffer gefallen ist. Hier ein weiteres Beispiel für eine geplatze Existenz.


Auf dem Rückweg zum Hafen wollten wir auf halber Strecke noch eine Rast einlegen und zwar in einer Strandbar, in der wir bei unseren letzten Besuchen in Sharm-el-Sheikh schon einmal eingekehrt waren (2017 und 2018). Leider war unsere „Stammkneipe“ nicht mehr existent. Dort wo sich damals ein Pavillon mit einer großen Terrasse und die Umkleidekabinen für die Badegäste befanden, waren nur noch Fragmente dieser Fazilitäten zu finden. Schon damals lag der Tourismus im Ägypten auf Grund von inneren Unruhen und Anschlägen am Boden und dann kam ja noch 2020 Corona dazu. Das hatte „unsere“ Strandbar, wie so viele andere touristische Einrichtungen und Ressorts, nicht überlebt.

 

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Unterwegs trafen wir auf ein Überbleibsel der 27. Weltklimakonferenz (COP27 = Conference of the Parties), die hier in Sharm-el-Sheikh im Novemver 2022 stattgefunden hat.

Am Nachmittag waren wir wieder auf der ARTANIA zurück und nutzten erst einmal den Pool, da es bis zur Kaffeestunde noch etwas Zeit war. Die Kaffeestunde wollten wir nutzen, um unser ausgefallenes Mittagessen zu kompensieren.

 

Das Auslaufen an diesem lauen Abend um 18:30 Uhr genossen wir draußen auf dem Promenadendeck. Unser nächstes Ziel morgen: Eilat in Israel.

 

 

8. Reisetag – Dienstag, 20.12.2022 - Eilat/Israel

Eliat liegt an der Südspitze der Sinai-Halbinsel im Rotem Meer am Ende des Golfs von Aqaba. Eiliat ist eigentlich ein langweiliger Badeort, von dem wir aus eigener Erfahrung wissen, dass es hier den schlechtesten McDonald's gibt, den wir kennen. (Siehe hierzu auch https://2018a.pehoelzer.de/index.php/reverse/77-14-blogeintrag-14-04-2018-xx-04-2018 - 20.04.2018).

Eigentlich dient Eilat in der Hauptsache als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Jerusalem, Masada und ans Tote Meer. Die Masada-Festung und das Totes Meer hatten wir bereits absolviert. Ein Ausflug nach Jerusalem wäre eigentlich eine interessante Sache. Aber Eilat ist die südlichste Stadt Israels und Jerusalem die beinahe Nördlichste. Dazwischen liegt eine mehrstündige Busfahrt, morgens ganz früh los und abends ganz spät wieder zurück. Ob sich dieser Aufwand für eine 2-stündige Stadtbesichtigung lohnt? Wir hoffen immer noch, dass wir Israel mal vom Mittelmeer aus erreichen, dann ist Jerusalem nicht mehr so weit.

Im Tagesprogramm war zu lesen, dass man im Hafengelände nicht herumlaufen darf und dass uns deshalb ein kostenloser Shuttlebus nach außerhalb des Hafens transportieren würde. Wo außerhalb des Hafens blieb im Dunkeln. Somit mussten wir mit dem etwas schwammigen Konzept „schau‘n wir mal“ den Shuttle besteigen. Und siehe da, er ließ uns in der Nähe der Strandpromenade raus, genau wie schon 2018.

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Das Denkmal "The Ink-Flag" (Die Tinten-Flagge), hier war der Cache versteckt.


Gar nicht weit von der Promenade gab es einen Geocache zu heben. Oft ist diese „Schnitzeljagd“ mit Informationen über den Ort oder die Stelle gespickt, an der man den Cache suchen und finden muss, sodass Geocaching durchaus im touristischen Sinne interessant ist. So auch hier. Ziel war das Denkmal „The Ink Flag“, dass an eine Gegebenheit währen des Arabisch-Israelischen Krieges 1948 erinnerte.

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Während der ganzen Woche fand in Israel das Chanukka-Fest (Lichterfest) statt. Deshalb gab es an der Strandpromenade allerlei Belustigungen, die von den Familien mit ihren Kindern gerne genutzt wurden.


Die Strandpromenade war genauso unspektakulär wie schon vor vier Jahren. Nur „unser“ McDonald's war nicht mehr existent. Er wurde durch einen Burger King ersetzt.

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Mehr gibt es von diesem Tag nicht zu berichten.

9. Reisetag – Mittwoch, 21.12.2022 - Aqaba/Jordanien

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Auf der Aufzeichnung der Route sieht man sehr schön die bekloppte Schleife, die wir fahren mussten.


Aqaba liegt nur ca. 3 Seemeilen von Eilat entfernt. Die ARTANIA könnte diese Destination spielend in 10 Minuten erreichen. Aber nein, die hohe Politik fordert, dass unser Schiff sich erst einige Seemeilen von Eilat entfernen musste, um dann Kurs auf Aqaba nehmen zu dürfen. So etwas kann sich nur die Krone der Schöpfung – der Mensch – ausdenken.

 

Von Aqaba aus wurde ein Ausflug in die Felsenstadt Petra angeboten, den wir gebucht hatten, trotz unserer Abneigung gegen diese geführte Art des Sightseeings, wie den treuen LeserInnen meiner Blogs bekannt sein dürfte.
Wir hatten die Felsenstadt 2013 schon einmal besucht. Aber dieses UNESCO-Weltkulturerbe ist es wert, auch zweimal besucht zu werden, trotz der 3-stündigen Busfahrt hin, der 3-stündigen Fahrt wieder zurück und trotz des stolzen Ausflugpreises von 159€/Person, darin ist aber der Eintrittspreis von 65 Euro enthalten.

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Fotostopp auf dem Weg nach Petra.

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Dieser Weg führt zu einer imposanten Schlucht, ...

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... dem sogenannte Siq.

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Am Ausgang des Siq taucht die berühmte in den Fels gehauene "Schatzkammer" auf.

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Das "Kloster".

Die Faszination, die die Felsenstadt Petra ausübt, ist schwer in passende Worte zu kleiden. Somit versuche ich es erst gar nicht und verweise einfach auf die obigen Fotos, die aber auch nur hilfsweise den wahren Eindruck wiedergeben können.

 

Vielmehr lasse ich mich deshalb ersatzweise über die Problematik von Lunchpaketen aus.
Vor Antritt des Ausflugs bekam jeder Ausflügler einre Lunchbox ausgehändigt, da für unterwegs keine Einkehr zum Mittagessen vorgesehen war.
Im Bus machte uns der jordanische Reiseleiter darauf aufmerksam, dass es nicht gestattet sei, das Lunchpaket mit in die Felsenstadt mitzunehmen, um dort irgendwo zu picknicken. Vielmehr sollten wir vor der Rückfahrt um 15:00 Uhr im Bus die Atzung zu uns nehmen.
Dieser Hinweis veranlasste einen großen Teil der Businsassen, unverzüglich den Inhalt der Pappbox in ihre Rucksäcke umzupacken. Da nun in der Gepäckablage des Busses volle, halbleere und ganz leere Boxen vorzufinden waren, hatte ich die Befürchtung, dass eine Zuordnung, wem welche Box und mit welchem Füllgrad zuzuordnen sei, nicht mehr eindeutig möglich ist.
Also schrieb ich auf unsere Boxen, die sich über unseren Sitzen im Bus in der Ablage befanden, mit großen Lettern „Hölzer“ drauf, um so jeglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Soweit die Theorie.
Als wir zurückkamen, war von unseren beiden gekennzeichneten Boxen nur noch eine da.
Meine Proteste, ich glaube ich rief „Haltet den Dieb“ versuchten die Leute aus der letzten Busreihe zu entkräften, indem sie postulierten, dass meine Box gar nicht weg sein könnte. Immerhin würden sie schon seit einer dreiviertel Stunde im Bus sitzen und niemand hätte sich an der Ablage über unseren Sitzen zu schaffen gemacht. So viel zum Wert von Zeugenaussagen, denn die Box war ja trotzdem nicht mehr da.
Aber da sich die Boxen (außer durch meine angebrachten Kennzeichnungen) nicht weiter unterschieden, nahmen wir eine aus der gegenüberliegenden Ablage. Das war aber nicht besonders zielführend, denn kurz darauf erschien die Dame, die unter besagter Ablage ihren Sitz hatte und vermisste nun ihrerseits ihr Lunchpaket. Mit hochrotem Kopf gaben wir unseren Diebstahl zu und überreichten der Dame ihr Paket. Als diese „ihr Paket“ öffnete, stellte sie fest, dass dies nicht das ihre sein könne, da sie die vegetarische Variante geordert hätte. Deshalb schenkte sie uns die mit Schinkensandwich und Frikadellenbrötchen gefüllte Box zurück. Wir wiederum boten ihr den Kuchen aus den nun endgültig uns gehörenden beiden Boxen an, den sie gerne annahm.
Dass es sich bei der Dame um eine Muslima handelte, war leicht am Kopftuch und der Kleidung zu erkennen. Dies wäre eigentlich nicht erwähnenswert gewesen, wenn nicht eine weitere Dame die Bühne betreten hätte. Diese hatte nämlich gerade eine (die vermeintlich ihr gehörende) Box geöffnet und festgestellt, dass diese rein vegetarischen Inhalts war. Deshalb schloss sie messerscharf, dass dies die Box der Muslima war und wollte nun mit ihr tauschen, mit den Worten „Dass ist eine koschere Box, die gehört sicher Ihnen“. Dass „koscher“ ein Begriff aus der jüdischen Religion ist und nicht aus der Islamischen, sei hier nur am Rande erwähnt. Aber egal, ob vegetarisch, koscher oder halal, Frau Muslima hatte leider nichts mehr zum Tausch anzubieten. Da sie jedoch bereits durch den Kuchen gesättigt war, verzichtete sie ihrerseits auf die Veggie-Box.

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Das Ende der Lunchbox-Problematik.


Somit kam der Dominoeffekt der fehlenden Boxen schließlich zu einem halbwegs glücklichen Ende.

 

Wirklich unschön war ein anderes Ereignis. Von den 12 (!) Ausflugsbussen wurde einer von Jugendlichen mit Steinen beworfen, sodass eine Scheibe zu Bruch ging. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Deshalb sammelten sich die Busse auf einem Parkplatz, um mit Polizeibegleitung im Konvoi zum Hafen zu fahren. Uns wurde zunächst erklärt, die Polizeibegleitung diene dazu, die Busse schnell durch die Rushhour zu lotsen. Erst nach unserer Ankunft erfuhren wir den wahren Grund.
Ich vermute, dass das Rushhour-Narrativ dazu diente, keine Unruhe oder Ängste aufkommen zu lassen.

 

 

10. Reisetag – Donnerstag, 21.12.2022 - Safaga/Ägypten

Wenn ein Schiff Europa südlich hinter sich lassen möchte oder von Süden her Europa als Ziel hat gibt es zwei mögliche Wege, östlich von Afrika über das Rote Meer und durch den Suezkanal oder westlich von Afrika durch die Straße nach Gibraltar.
Auf unseren bisherigen großen Reisen fuhren es schon dreimal auf dem Rückweg durchs Rote Meer und immer waren die angelaufenen Häfen Safaga oder Hurghada, Sharm-el-Sheikh, Eilat und Aqaba.
Bisher besuchten wir dieses „Hafenquartett“ im April oder Mai und zu dieser Zeit war es schon höllisch heiß dort. Jetzt im Dezember waren die Temperaturen sehr human, mal etwas über 20°, mal ein wenig darunter, was für den freilaufenden Touristen nicht unbedingt von Nachteil sein muss.

Heute also stand Safaga auf dem Programm. Gemäß Landgangsinformation durch die Reiseleitung wurden wir daran erinnert, dass es in Safaga kein klassisches Zentrum gibt.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Über die Smartphone-App MAPS.ME gab Doris als Ziel die nächstgelegene Moschee ein und wir ließen uns vom Handy routen, sehr zum Leidwesen der örtlichen Taxifahrer, die uns vergeblich zuhauf ihre Dienste anboten.

Als wir von der lebhaften Hauptstraße abbogen, ...

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... kamen wir in eine Gegend, wo man als hellhäutiges Individuum neugierig beäugt, aber auch freundlich gegrüßt wurde.

 

Jedoch so ganz ungewöhnlich für das Auftauchen von Touristen kann diese Ecke nicht gewesen sein, denn einige Kinder fragten uns unverhohlen nach „Money“ oder „Dollars“.

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Diese beiden Jungs wollten nur fotografiert werden - weiter nichts.



Es gab aber viele Kids, die einfach nur kindlich neugierig waren und ganz stolz, dass wir sie fotografierten.

Wir empfanden diesen vormittäglichen Spaziergang als gelungen und erlebnisreich ...

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Transportmittel ...

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... aller Art und ...

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... hier anscheinend das örtliche Reisebüro.

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Die farbigen Küken waren natürlich ein echter Hingucker, ...

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obwohl das Tierwohl nicht gerade an erster Stelle stand.

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... und kehrten rundherum zufrieden pünktlich zum Mittagessen aufs Schiff zurück.

 

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In der Nähe des Hafens konnte man ungewöhnliche Verladeaktivitäten beobachten.

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Maximale Ausnutzung der Ladekapazität des LKWs.

 

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Peter Hölzer (*23.12.1953) ist der Blogger

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Ola Doris, Ola Peter, Kaum ist eure Reise um Afrika vorbei,freu ich mich schon auf die nächste. Die beiden Reklamation-Onkels bekamen ja doch noch was zu tun. Dein Schreibstyle finde ich einfach genial. Die Fotos könnten perfekter nicht sein. Eure Kabiene scheint sehr begehrt zu sein, habe ich in einem Kreuzfahrtenforum gelesen. Danke , dass ich mitreisen durfte. Die Person die sich 3 x bekre...
Mittwoch, 19. April 2023

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